Netzwelt-Ticker: Amazons Kindle Fire heizt dem iPad ein

Von Carolin Neumann

Amazon stockt seinen Vorrat an Kindle-Fire-Tablets auf und bereitet sich auf iPad-Wechsler vor. Hollywood-Riese Warner Bros. verteidigt sich gegen Vorwürfe von Urheberrechtsverletzungen, und Blackberry-Nutzer beklagen erneut Verzögerungen. Das und mehr im Überblick.

Kindle Fire: Amazons Günstig-Tablet und die Discount-Kindles Fotos
AFP

Amazons Kindle Fire ist noch nicht mal auf dem Markt und stiehlt Apples iPad schon die Show. Kurz vor dem Verkaufsbeginn in der kommenden Woche hat der Konzern die Produktion seines Android-Tablets noch einmal deutlich hochgefahren. Nun sollen bis Ende 2011 mehr als fünf Millionen Geräte bereitstehen.

Die Entscheidung für die Erhöhung der Produktionsmenge basiert auf massenhaften Vorbestellungen, zeugt aber auch von einem guten Selbstbewusstsein Amazons im Vorweihnachtskampf mit Konkurrent Apple. Zum Vergleich: Dessen Tablet iPad 2 ging nach dem Verkaufsstart im März dieses Jahres innerhalb einer Woche eine Million Mal über den Ladentisch.

Dafür, dass Amazons Rechnung aufgehen könnte, sprechen Gerüchte, Apple habe die iPad-Produktion zurückgefahren. Noch mehr aber aktuelle Zahlen des Marktforschungsunternehmens ChangeWave, wonach fünf Prozent von 2600 befragten Early Adopters, wie die frühen Nutzer genannt werden, gedenken, sich ein Kindle Fire anzuschaffen oder schon eines vorbestellt haben; zum iPad hatten sich in einer vergleichbaren Studie im Vorjahr nur vier Prozent bekannt. Doch damit nicht genug: Von diesen ausgemachten Fire-Käufern bekennen sich außerdem rund ein Viertel dazu, die Anschaffung eines iPad zugunsten des neuen Kindles auf Eis zu legen.

Warner Bros. gesteht Schuld in Urheberrechtsprozess ein

Für gewöhnlich sitzt Unterhaltungsriese Time Warner auf der anderen Seite solcher Prozesse: als Ankläger oder Geschädigter in millionenschweren Urheberrechtsklagen - gegen Unternehmen wie HotFile. Aktuell jedoch muss sich die Film- und Fernsehtochter Warner Bros. selbst gegen Vorwürfe über Copyright-Verstöße wehren, die der genannte Filehoster erhoben hat. "TorrentFreak" berichtet, dass sich das Hollywood-Studio zu den Vorwürfen bekannt habe, aber argumentiert, die Klage solle fallengelassen werden.

Zum einen hat ein Warner-Mitarbeiter offenbar eine Software zum Beschleunigen von Downloads von den HotFile-Servern entfernt - ein legales Open-Source-Programm, das dort gemeinsam mit Warner-Bros.-Titeln angeboten wurde. HotFile legt dem Medienunternehmen außerdem zur Last, die speziell für das Unternehmen gebaute Software missbraucht zu haben. Mit dem Tool soll Warner Bros. zum Beispiel Filme aus den Verzeichnissen von HotFile entfernen können, die firmeneigene Rechte verletzen - eigentlich nach einer Prüfung. Dazu fehlen aber scheinbar die Ressourcen; der stattdessen eingesetzte automatische Filter hat im Klagefall bei der Suche nach dem Film "The Box" von 2009 auch Inhalte ähnlichen Namens entfernt. Inhalte, die laut Warner Bros. die Rechte anderer Unternehmen verletzen - das Studio hält die Klage deshalb für nichtig.

Auch das noch:

· Das Nachspiel des tagelangen Blackberry-Ausfalls vor wenigen Wochen ist noch nicht überstanden, schon prasseln wieder Beschwerden über Verzögerungen in Europa, dem nahen Osten, Indien und Afrika auf Hersteller Research In Motion (RIM) ein. Die Kanadier überprüften die Berichte, am Donnerstag schienen sich die Störungen erledigt zu haben, eine Erklärung gab es nicht.

· Forscher machen Mobbing via Internet als großes Problem der heutigen Zeit aus. Eine aktuelle Studie des Pew-Instituts zeigt: Nicht nur bekommt fast jeder Teenager mal einen Fall von Online-Mobbing mit, einer von fünf jungen Menschen beteiligt sich sogar selbst.

· Das NDR-Medienmagazin "Zapp" berichtet über fragwürdige Tipps in Computerzeitschriften, so auch Einladungen zum illegalen Download von urheberrechtlich geschütztem Material. Die Musikindustrie will sich beim Deutschen Presserat beschweren.

· Die "New York Times" erzählt, wie Larry Page als CEO versuchen muss, Googles Ruf im Silicon Valley zu retten. Unterdessen ist Aufsichtsratschef Eric Schmidt in Asien unterwegs und verspricht Partnern und Geräteherstellern Googles Unterstützung im Fall einer Klage.

· Apple hat es mit Siri vorgemacht, Iris für Android folgte, versucht es jetzt Amazon? Der Konzern hat das Spracherkennungsunternehmen Yap gekauft.

· So aktivieren Sie eine Android-artige Autokorrektur-Funktion in iOS5.

· Die Spotify-Landkarte wächst um einen deutschen Nachbarn: Österreich.

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1. .
Leistungstraeger 10.11.2011
Zitat von sysopAmazon stockt seinen Vorrat an Kindle-Fire-Tablets auf und bereitet sich auf iPad-Wechsler vor. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,796967,00.html
Kindle greift das iPad an? Was soll das denn? Die beiden Geraete haben doch praktisch nichts miteinander zu tun? Das iPad ist ein recht universelles Geraet, mit dem man vom Buecherlesen, ueber Musikhoeren, Video schauen aber auch produzieren, Musikmachen, Telefonieren und generell kommunizieren, spielen, navigieren, seine generellen Buero Aufgaben und e-mail bis zum Fernsehen so ziemlich alles machen kann. Und das bis zu 10h am Stueck, dank 3G praktisch ueberall. So etwas kostet auch und der Hersteller, Apple, macht gut Geld damit, er lebt ja ua davon. Das Kindle Fire dagegen ist erheblich kleiner, hat keinerlei Kommunikations Moeglichkeiten, nicht mal ein Microfon, keine Kamera fuer Fun, keine Sensoren (accelometer, Gyro ect) also auch keine Spiele, keinen App Store da er mit einer "angepassten" Android Version kommt, welche auch noch 3 Generationen veraltet ist. Nach diesen Specs handelt es sich hier um ein reines Konsum Geraet, welches primaer dazu dienen soll, Amazon Inhalte wieder zu geben. Bei Herstellungskosten von $210 legt Anzan fuer jedes verkaufte Geraet $11 drauf, bei 5Millionen Geraeten, also ueber $50Mio, aber der Zweck dieses Geraetes ist ja auch nicht Geld damit zu verdienen, sondern die Inhalte zu verhoekern. Wenn man uberhaupt vergleichen will, so sollte man eher das Nook Color oder das Nook Tablet als Vergleich heranziehen, diese Geraete werden von B&N verkauft, der eigendlichen Konkurenz fuer Amazon. Auf dem iPad laufen uebrigends sowohl die Amazon, als auch die B&N Software, und dann ist der Preis auf einmal gar nicht mehr so hoch bei freier Auswahl des Shops, egal ob Amazon, iStore oder B&N, kein anderes Tablet kann das.
2. Titel
EmmetBrown 10.11.2011
Natürlich nimmt das Fire dem iPad Kunden weg. Nämlich diejenigen die hauptsächlich einen eBook-Reader haben wollen der dann noch ein paar Zusatzfeatures bietet. Denn für diese Kunden kann das iPad zu viel. Denn die beiden Geräte haben nichts miteinander zu tun. Es wird aber auch viele Kunden geben, die das Fire nur wegen des Preises kaufen und nachher enttäuscht sind weil es eben kastriert ist. Für einen reinen eBook-Reader ist das Gerät aus meiner Sicht zu teuer und nicht zu gebrauchen, trotz einer gewissen Entspiegelung. Da bevorzuge ich weiter ein normales schwarz-weisses Kindle. Und als Tablet ist es über den Kampfpreis zwar interessant aber von den Funktionen her zu schwach. Auch im Vergleich zu Android-Tablets. Es ist, wie ein Vorredner bereits sagte, ein reines Wiedergabegerät von amazon-Content. Ein noch geschlosseneres System als das iPad.
3. jedes android tablet kann das
Karl_der_Zweite_ 10.11.2011
Zitat von LeistungstraegerAuf dem iPad laufen uebrigends sowohl die Amazon, als auch die B&N Software, und dann ist der Preis auf einmal gar nicht mehr so hoch bei freier Auswahl des Shops, egal ob Amazon, iStore oder B&N, kein anderes Tablet kann das.
jedes echte Android-Tablet kann in jedem Shop einkaufen. Ausgenommen vllt im abgeschlossenen teueren iduns
4. .
Leistungstraeger 10.11.2011
Zitat von Karl_der_Zweite_jedes echte Android-Tablet kann in jedem Shop einkaufen. Ausgenommen vllt im abgeschlossenen teueren iduns
Eben, kein anderes Tablet kann in ALLEN Shops einkaufen und das gekaufte wiedergeben. Schon gar nicht Android Tablets in der 200 Euro Klasse.
5. Was fuer ein
hdudeck 10.11.2011
Zitat von sysopAmazon stockt seinen Vorrat an Kindle-Fire-Tablets auf und bereitet sich auf iPad-Wechsler vor. Hollywoodriese Warner Bros. verteidigt sich gegen Vorwürfe von Urheberrechtsverletzungen, und Blackberry-Nutzer beklagen erneut Verzögerungen. Das und mehr im Überblick. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,796967,00.html
Bloedsinn. Das hoert sich so an, als ob Amazon nur eben mal bei seinen Produzenten anruft und ein paar (Millionen?) Fire mehr ordert. Schon mal was von Supply Chain gehoert. Man kann die Production nicht einfach mal so hochfaheren, ohne vorher die Komponenten zu beschaffen. Da viele chinesische/koreanische Produzenten auch fuer die Konkurenz produzieren, haben die sowieso keine Kapazitaeten frei. Nichts als Marketing Geschrei. Viele potentielle Kaeufer hier in den US sind auch nicht gerade begeistert ueber das Fire, bieted das Nook Color fuer den gleichen Preis zusaetzlich die Moeglichkeit von 32 GB external Speichers. Und das neue Nook Tablet hat zudem 16 GB internal Speicher, Netflex und Hulu, alles populaere Video Dienste.
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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.


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