Netzwelt-Ticker: Androiden überholen iPhones

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Ausnahmsweise mal keine Siegesmeldung für Apple, ein neues Videoformat soll Raubkopierer überführen und wer Electronic-Arts-Spiele gebraucht kauft, bekommt den Multiplayer-Modus demnächst nur noch gegen Aufpreis. Das und mehr im Überblick.

Google Nexus One und iPhone: Android-Handys verkaufen sich in den USA prächtig Zur Großansicht
AFP

Google Nexus One und iPhone: Android-Handys verkaufen sich in den USA prächtig

Blackberrys verkaufen sich am besten. So lautet zumindest das Ergebnis einer Analyse der amerikanischen NPD-Group. Das Marktforschungsunternehmen hat den US-Smartphone-Markt untersucht und festgestellt, dass es die Blackberry-Handys des kanadischen Herstellers RIM (Research in Motion) auf einen Marktanteil von 36 Prozent bringen und damit Spitzenreiter sind. Eine Überraschung war allerdings der Zweitplatzierte, Android. Mit einem Anteil von 28 Prozent verdrängten Mobiltelefone mit dem Google-Betriebssystem Apples iPhone auf den dritten Rang des bestverkauften Smartphones. Das Betriebssystem aus Cupertino erreichte nur einen Anteil von 21 Prozent.

NPD-Chefanalyst Ross Rubin führte das gute Abschneiden von Android auf die verstärkten Marketing- und Vertriebsaktivitäten von Telko Verizon zurück: "Um mit dem iPhone mithalten zu können, hat Verizon seine "kauf eins, erhalte zwei"-Offerte von Blackberrys auf alle Smartphones in seinem Angebot ausgeweitet" - und mit dieser Strategie offensichtlich Erfolg gehabt. Das iPhone darf Verizon allerdings nicht verkaufen, dieses Privileg bleibt AT&T vorbehalten.

Allerdings sei diese Rangfolge im steten Fluss, dafür würden schon die anstehenden Neuerungen und Veränderungen in der Branche sorgen. "Neueste Vorberichte über Blackberry 6, die gerade angekündigte Übernahme von Palm durch HP und die bevorstehende Veröffentlichung von Windows Phone 7 machen die Bereitschaft der Branche zu Investitionen deutlich, um dem Verbraucherinteresse nach Smartphones und anderen mobilen Geräten zu entsprechen", so Rubin weiter.

Blackberry 6: Das neue Handy-Betriebssystem soll mehr Privatnutzer locken Zur Großansicht

Blackberry 6: Das neue Handy-Betriebssystem soll mehr Privatnutzer locken

Für die Studie hatte NPD 150.000 private Mobilfunknutzer befragt, in die Verkaufszahlen wurde der Absatz von Firmengeräten nicht miteinbezogen.

Neuer Mpeg-Standard soll Raubkopien verhindern

Einen Trick hat sich NEC ausgedacht, um Raubkopierern das Leben künftig schwerer zu machen. Die nächste Generation des Mpeg-Standards zur Videokomprimierung soll eine Signatur enthalten können, die jeden einzelnen Frame eines Clips markiert. So lasse sich schon die kleinste Veränderung am Material einwandfrei identifizieren, seien es hinzugefügte Untertitel oder herausgeschnittene Reklame, meldet "PCAuthority".

Jede Bearbeitung verändere die Gesamtsignatur der Datei, die sich somit vom Original unterscheide. Das Verfahren erlaube es, große Dateien in kürzester Zeit auf ihre Unbedenklichkeit hin zu untersuchen. Bereits ein einfacher PC könne pro Sekunde 1000 Stunden Filmmaterial überprüfen.

Es ist unklar, ob und wann die Filmindustrie den Mpeg 7 genannten Standard übernehmen wird. Ebenso unklar ist, inwieweit das Identifikationssystem von Original und Fälschung noch funktioniert, wenn die Datei zum Beispiel in einem Rar-Archiv verborgen ist.

Skype bald mit Werbung?

Skypen, das einfache Telefonieren via Internet, ist praktisch und macht Spaß, vor allem, weil es kostenlos ist. Das soll auch so bleiben. Trotzdem denken die Macher darüber nach, wie sie mehr Geld verdienen können. Das nämlich, nehmen sie derzeit vor allem mit gewerblichen Videokonferenzen ein. Hier soll die neueste Version der Software Fünf-Wege-Konferenzen ermöglichen und damit die bisherige Beschränkung auf zwei Gesprächspartner überwinden.

Die Skype-to-Skype-Kontakte zwischen zwei Otto Normalnutzern sollen weiterhin gratis bleiben. Allerdings denkt Skype-Chef Josh Silverman in einem Interview mit dem "Telegraph" darüber nach, diese Gespräche künftig mit Anzeigen von Werbepartnern zu finanzieren.

Potentiell ist das ein lukrativer Markt, angesichts der weltweit über 500 Millionen Rechner, auf denen Skype installiert ist. Dabei ist Silverman klar, dass er sich hier auf vermintem Gelände bewegt: "Die Herausforderung ist groß, denn die Art, wie die Menschen Skype nutzen, ist sehr persönlich. Aber wir glauben, unsere User rechnen mit Werbung, damit wir unser Gratisangebot aufrechterhalten können. Wir werden es auf eine stilvolle Weise handhaben."

Sexting-Film warnt vor MMS-Risiken

Sexting kann ein Spaß sein, aber auch üble Belästigungen und Schlimmeres zur Folge haben. Der Versand von mehr oder minder erotischen Selbstbildnissen ist der Renner unter Jugendlichen und leider auch immer mehr Kindern. Die Polizei in der australischen Provinz Victoria wollte dem nicht länger tatenlos zusehen und veranlasste die Herstellung eines Aufklärungsfilms.

Der 15-Minuten-Streifen "Photograph" soll erstmals auf einer landesweiten Konferenz zum Kinderschutz am 21. Mai gezeigt werden. Darin wird erzählt, wie ein 15-jähriges Mädchen ihrem Freund ein freizügiges Foto von sich selbst schickt, das der Junge nach ihrer Trennung fleißig weiterverteilt.

Die Gefahr sei auch deswegen so groß, weil die Versender und Empfänger der Bildnachrichten immer jünger werden. Inzwischen seien schon Zwölfjährige beteiligt, so Victorias Datenschutzbeauftragte Helen Versey. Die Verwendung von Fotohandys zeige, wie neue Technologien Kinder verletzbar mache. "Kinder kommunizieren online mit ihren vertrauten Freunden und begreifen gar nicht die Gefahr, dass andere diese Informationen abfangen", erklärte Versey dem "Sydney Morning Herald". Natürlich wolle man Kindern und Jugendlichen nicht das Internet oder die Nutzung von Social Networks verbieten, aber "wir wollen, dass sie sich der möglichen Konsequenzen bewusst werden".

EA deaktiviert Multiplayer-Modus bei Gebrauchtspielen

Das wird der Gamer-Gemeinde nicht gefallen: Spielehersteller Electronic Arts will zukünftig den Multiplayer-Modus bei gebrauchten Spielen abschalten. Zunächst sind ab Juni "Tiger Woods PGA Tour 11" für die Xbox 360 und Playstation 3 dran, wie Winfuture meldet. Um sicherzustellen, dass nur der Erstkäufer ein Spiel im Multiplayer-Modus spielen kann, gibt es einen Online-Pass. Der enthält einen Code, der die Multiplayer-Funktion freischaltet.

Wer ein solches Spiel allerdings gebraucht erwirbt, muss einen neuen Pass kaufen. Der Preis soll bei zehn Dollar liegen. Vorher gibt es für eine Woche die Möglichkeit, die Funktionen zu testen. In schönstem Marketing-Kauderwelsch werden die Restriktionen von EA als nutzerfreundliche Errungenschaft angepriesen. Der Online-Pass stelle keine Einschränkung dar, er "bereichert die Online-Sportspiele und verlängert den Spielspaß".

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1.
445 11.05.2010
So doof sind die meisten Leute eben doch nicht. Viel wichtiger als die Marke ist eben der Mehrwert.
2. Am 7. Juni
doctor manhattan 11.05.2010
präsentiert Steve Jobs auf der WWDC das nächste iPhone. Dann sehen wir weiter.
3. ...
m-pesch 11.05.2010
Zitat von doctor manhattanpräsentiert Steve Jobs auf der WWDC das nächste iPhone. Dann sehen wir weiter.
Apple hat damls mit dem iPhone ohne Sinn und verstand einfach zwei Jahre Entwicklung in die man normalerweise nur häppchenweise an die Kunden rausläßt auf einen Schlag rausgelassen. Das gelingt ihnen so schnell nicht mehr weil sie damals schon die hosen runterlassen mußten als sie gezwungen waren in Windeseile UMTS und andere Sachen nachzulegen. Der Rest der Mobilfunkwelt kooperiert heute und legt sich den Newcomer der sein eigenes Süppchen kochen will gerade zurecht.
4. ...
vali.cp 11.05.2010
Zitat von 445So doof sind die meisten Leute eben doch nicht. Viel wichtiger als die Marke ist eben der Mehrwert.
Das wird der Grund sein. OMG Mögen Sie doch bitte den Lehrstuhl der Uni in Delft übernehmen. Bei so viel Kompetenz in Sachen IT
5. Nutzerfreundlich....
dasbertl 11.05.2010
Zitat von sysopAusnahmsweise mal keine Siegesmeldung für Apple, ein neues Videoformat soll Raubkopierer überführen und wer Electronic-Arts-Spiele gebraucht kauft, bekommt den Multiplayer-Modus demnächst nur noch gegen Aufpreis. Das und mehr im Überblick. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,694185,00.html
Na ganz tolle Nummer... Und das wird dann von EA als nutzerfreundlich verkauft? Eine Schweinerei. In etwa so nutzerfreundlich, wie eine Ampel, die nur gegen Gebühr auf Grün umschaltet. Natürlich mit eingebautem Rotlichtblitzer....
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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