Netzwelt-Ticker: Apple patentiert Sicherheitssystem mit Gesichtserkennung

Von Carolin Neumann

Bewegungsmelder und Gesichtserkennung: Die Frontkamera des iPhones würde zum Sicherheitsstandard, wenn Apple ein neues Patent verwirklicht. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Der "Stolen Camera Finder" hilft bei der Wiederbeschaffung verschwundener Kameras.

iPhone 4s: Hallo iPhone, ich bins. Zur Großansicht
DPA

iPhone 4s: Hallo iPhone, ich bins.

Das Blog PatentlyApple beschreibt den Patentantrag des Konzerns aus Cupertino, der sich mit einem neuen Sicherheitssystem für iOS-Geräte beschäftigt. Damit würde die Frontkamera beispielsweise des iPhone dazu verwendet, per Gesichtserkennung den Nutzer zu erkennen und das Telefon anzuschalten.

Laut Skizzen aus dem Antrag soll das iPhone bereits aus einer bestimmten Entfernung erkennen, dass sich jemand in der Nähe befindet, dann die Kamera anschalten und den Identifizierungsprozess starten. Einmal erkannt, würde der jeweilige Nutzer persönlich begrüßt. "PatentlyApple" beschreibt als einen Vorteil, dass ein iPad sehr bequem von mehreren Familienmitgliedern genutzt werden könnte.

Wie das Blog weiter erklärt, würden nach Apples erdachtem Vorgehen einige Schwierigkeiten umgangen, die Gesichtserkennungs-Software vor allem bei der mobilen Nutzung mit ihren wechselnden Lichtverhältnissen hat. Ein ähnliches Sicherheitssystem wie das, an dem Apple noch bastelt, gibt es für Android bereits - dort ließ es sich allerdings ganz leicht umgehen: mit einem Foto.

Seriennummern überführen Kameradiebe

Kamera verloren oder geklaut? Stolencamerafinder.com könnte helfen, wie der "Sydney Morning Herald" anhand der rührseligen Geschichte eines Mannes aus Melbourne erzählt, dem seine teure Spiegelreflexkamera abhanden kam. Mit Hilfe der Seriennummer, die in den Metainformationen aufgenommener Fotos gespeichert ist, konnte das wertvolle Utensil wiederbeschafft werden. Wie? Stolencamerafinder.com durchsucht Websites nach Fotos, die diese Seriennummer in den Metadaten enthalten. Im Fall des Australiers konnte die Polizei die Kamera mittels der über stolencamerafinder.com gewonnenen Informationen wiederbeschaffen.

Die Playstation Vita - ein Flop?

Seit dem Start sind die Verkäufe der portablen Playstation-Konsole Vita massiv eingebrochen. Laut dem japanischen Marktforschungsunternehmen Media Create Co. wurden nach dem ersten Wochenende gerade mal rund 10.000 Geräte pro Tag verkauft, insgesamt 72.479 bis zum ersten Weihnachtstag. Zuvor waren am 17. und 18. Dezember allein mehr als 320.000 Exemplare über den Ladentisch gegangen.

Auch das noch:

  • Amazons Kindle-Absatz stieg im Weihnachtsgeschäft rasant: Eine Million Kindle-Exemplare hat der Konzern nach eigenen Angaben pro Dezemberwoche verkauft. Wie viele davon Ausgaben des Android-Tablets Fire sind, verriet Amazon nicht. Doch wenn die Gewinnmarge des umjubelten Gerätes tatsächlich so gering ist wie Tech-Blogs aller Couleur spekulieren - teilweise gehen sie sogar von Verlusten aus -, dürfte das Quartal ohnehin nicht so erfolgreich ausfallen wie man angesichts der Verkaufszahlen denken könnte.
  • Amazons eigener Android-Appstore war bislang nicht sonderlich erfolgreich. "TechCrunch" erzählt nun die kleine Weihnachtsgeschichte der App "Tiny Flashlight", die an den Feiertagen einen Ansturm im Android Appstore erlebte. Gemessen an den Zahlen der Taschenlampe-Anwendung dürften die am häufigsten geladenen Apps hier einige Zehntausend Downloads haben.
  • Die Dynamik des heutigen "Move your domain"-Tages scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein. Und das, obwohl der US-amerikanische Domain-Registrierer GoDaddy, der mit seiner Unterstützung für den umstrittenen Stop Online Piracy Act (Sopa) den Protest ausgelöst hatte, seine Position inzwischen geändert hat. Mehrere zehntausend Domains hatte die Firma zuvor verloren.
  • Facebook hat offiziell seinen neuen "Messenger für Windows" veröffentlicht, nachdem ein israelischer Blogger eine Testversion vorab veröffentlicht hatte. Der Dienst ermöglicht die Nutzung des Chats und zeigt Kommentare oder Nachrichten an, auch wenn der Nutzer geraden nicht auf Facebook ist.

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insgesamt 18 Beiträge
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1. Zum X-ten mal...
jimapollo 30.12.2011
Liebe Red. zum x-ten mal das Gleiche. "Apple patentiert...." impliziert, dass Apple ein Patent erhalten hat, oder erhält. Ein PATENTANTRAG ist nichts dergleichen. Bin ja schon froh, dass erwähnt wurde dass es sich um bereits existierende Technik handelt (wie üblich). Auch eine Verbesserung (sofern es einen funktionierenden Prototypen gibt - und nicht wie auch üblich bei Apple eine nichtssagende Serviertenzeichnung) wäre nur in einem das internationale Patentrecht mit Füßen tretendem amerikanischen Patentamt möglich. Und "Apple Patently" ist .... naja. Wenn das des SPON einzige Quelle ist, wundert einen nichts. Ach, was reg ich mich eigentlich auf....kann das lesen ja auch bleiben lassen.
2. Genau
kein_gut_mensch 30.12.2011
Zitat von jimapolloLiebe Red. zum x-ten mal das Gleiche. "Apple patentiert...." impliziert, dass Apple ein Patent erhalten hat, oder erhält. Ein PATENTANTRAG ist nichts dergleichen. Bin ja schon froh, dass erwähnt wurde dass es sich um bereits existierende Technik handelt (wie üblich). Auch eine Verbesserung (sofern es einen funktionierenden Prototypen gibt - und nicht wie auch üblich bei Apple eine nichtssagende Serviertenzeichnung) wäre nur in einem das internationale Patentrecht mit Füßen tretendem amerikanischen Patentamt möglich. Und "Apple Patently" ist .... naja. Wenn das des SPON einzige Quelle ist, wundert einen nichts. Ach, was reg ich mich eigentlich auf....kann das lesen ja auch bleiben lassen.
Echt ... gäähhnnn ... habs auch aus versehen gelesen ^^ Kann ich mir eigentlich nachträglich auch das Rad noch patentieren lassen? Müsste ja gehen wenn man sich die Apfelpatente so anguckt.
3. .....
Ignorant00 30.12.2011
Zitat von sysopBewegungsmelder und Gesichtserkennung: Die Frontkamera des iPhones würde zum Sicherheitsstandard, wenn Apple ein neues Patent verwirklicht. Außerdem im Nachrichten-Überblick:*Der "Stolen Camera Finder" hilft bei der Wiederbeschaffung verschwundener Kameras. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806385,00.html
So wie das Patent in dem Artikel beschrieben wird, bekommt man echt das Grausen, was man sich alles patentieren lassen kann! Ich hoffe das im eigentlichen Antrag echt mal ein bisschen mehr drinsteht, als schon in 60er/70er Jahre B-Movies dargestellt. Hat der Autor ein Problem mit Amazon? Das kann man natürlich haben - aber eher wegen den proprietären Eigenschaften des Kindle, denn wegen der beiden erwähnten Punkte im Artikel. Yep - Fire wird kein Gewinnbringer sein, vielleicht sogar leichte Verluste erzeugen - aber Amazon wird ja auch nicht so dumm gewesen sein, dass positiv in die Gewinnprognosen einzurechnen. Aber ganz davon ab, Amazon verkauft nicht in erster Linie eigene Hardware - hier überschätzt der Autor m.E. massiv den Einfluss von Kindle und Fire auf den Gewinn von Amazon! Zum eigenen Appstore: Für Android gibt es wenigstens andere Appstores! Dass diese Schwierigkeiten haben sich durchzusetzen ist schade, aber wir Kansumenten sollten schon darauf hoffen, dass sich eher marktwirtschaftliche Systeme durchsetzen. Auch wenn leider die Wahl zwischen all den oben genannten mir immer noch eine wie zwischen Pest und Cholera erscheint. Aber wie hier im Netzweltticker Meldungen gewichtet und bewertet werden, erscheint mir ein wenig obskur! Jeder Patentantrag von Apple bekommt eine Titelzeile - wie kommt es eigentlich zu den Patentauseinandersetzungen? Denn wenn man SPON liest bekommt man den Eindruck, nur eine Firma reicht überhaupt Patentanträge ein?
4.
vitalik 30.12.2011
Mich würde mal interessieren, wie gut diese Gesichtserkennung funktioniert. Welche Toleranzen hat das System, funktioniert es, wenn ich zB einen 3 Tage Bart habe oder eine neue Frisur. Wäre dann lustig, wenn zB nur markante Punkte vom System gemerkt werden und wieviele es sind. Ob so etwas sicherer, als eine Pin Abfrage ist, immerhin schleppt man heutzutage viele vertrauliche Daten mit sich.
5.
JohnMcGully 30.12.2011
Muss jetzt eigentlich jeder Patentantrag hier veröffentlicht werden? Es nervt ja schon wenn in den Foren die Trolle unterwegs sind. Da klar ist, dass selbst solch unwichtige Informationen jedem Apple-Basher die Pusteln ins Gesicht treiben beteiligt sich die Redaktion scheinbar selber als Troll. Wie viele Patentanträge werden eigentlich weltweit täglich eingereicht? Und gibt es darunter nichts interessanteres?
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Zur Autorin
  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.


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