Netzwelt-Ticker: Apples Snow Leopard frisst (manchmal) Nutzerdaten

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Anwender von Apples neuem Betriebssystem Snow Leopard sollten nicht ihre eigenen Gäste sein, das könnte gefährlich werden. Außerdem im Überblick: Adobe hat eine Photoshop-App fürs iPhone, IBM Ärger mit einer Airline und Facebook Ärger mit Patenten.

Mac OS X 10.6, Snow Leopard: Anwender klagen über Datenverluste, Experten haben Schwierigkeiten, die Probleme nachzuvollziehen, Apple hat keine Lösung Zur Großansicht
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Mac OS X 10.6, Snow Leopard: Anwender klagen über Datenverluste, Experten haben Schwierigkeiten, die Probleme nachzuvollziehen, Apple hat keine Lösung

Auf einmal ist alles weg, Videoclips, Musikdateien, persönliche Dokumente. Ein Fehler in Apples Mac OS X 10.6 verursacht offenbar die Totallöschung von Benutzerordnern. Das Phänomen tritt dann auf, wenn der Besitzer eines Accounts über einen Gastzugang auf sein Profil zugreift, sich dann abmeldet und mit seiner eigentlichen User-ID wieder anmeldet. Dann der Schreck - beim Benutzerkonto gab's einen kompletten Reset, der sämtliche Daten ausgelöscht hat. Der Account ist wieder jungfräulich rein.

Berichten zufolge kann das Problem auftreten, nachdem man Apples Betriebssystem-Update vom September aufgespielt hat. Apple Deutschland konnte gegenüber der "c't" allerdings nur mitteilen, das Problem sei bekannt, eine Lösung leider noch nicht. Versuche der "c't", den Fehler mit eigenen Macs nachzustellen, waren nicht erfolgreich (wenn man das "Erfolg" nennen will). Bei keinem der Testrechner traten die von den Nutzern beschriebenen Probleme auf.

Entwarnung mag die Fachzeitschrift dennoch nicht geben. Bis Apple eine Lösung vorlege, sollten Snow-Leopard-Nutzer ihre Datensicherungen am besten auf einer externen Festplatte vornehmen - und einstweilen die Finger von ihren Gastzugängen lassen, rät die Zeitschrift.

Zwei Patentklagen gegen Facebook

Patentrechtsklagen können ein einträgliches Geschäft sein. Das dachte sich nicht nur die kleine Software-Schmiede Eolas, die dieser Tage von Adobe bis Yahooetliche Computerfirmen verklagt. Nun legten gleich zwei Unternehmen Patentrechtsklagen gegen Facebook vor. Eines davon, Phoenix Media, versorgt die Web-Seiten mehrerer Zeitungen und Sender, darunter die "Washington Post" mit Multimedia-Inhalten, hält seit 2001 ein Patent für die "Bereitstellung einer individuellen Web-Seite". Praktischerweise ist dieses Patent so allgemein gehalten, dass es auf jedes soziale Netzwerk Anwendung finden kann, das seinen Nutzern die Erstellung persönlicher Profile ermöglicht. Genau dafür will Phoenix Media jetzt Geld sehen, so absurd das auch klingen mag.

Noch abseitiger wirkt die zweite Klage, die von den Betreibern eines japanischen Social Networks erhoben wird. Die Firma Mekiki verfügt tatsächlich über ein US-Patent für ein "System zur Registrierung von menschlichen Beziehungen". Im Grunde ist damit ein System zum Aufbau von Beziehungen gemeint, das auf einer simplen Anruf-Rückruf-Basis beruht. Damit könnte dann auch jedes Telefonunternehmen verklagt werden.

Die Erfolgsaussichten für die Kläger stehen in den Sternen. Die Japaner immerhin lassen in ihrer Selbstbeschreibung Gelassenheit erkennen. Ihr Ziel sei es, "spirituelle Menschen zueinander zu bringen, um Umweltverschmutzung, wirtschaftliche Ungerechtigkeit und ethnische Konflikte zu überwinden". Dann haben sie ja Zeit.

Airline-Chef hält IBM für amateurhaft

Keine zwei Wochen liegt der Serverausfall bei der Lufthansa zurück. Zehntausende Passagiere mussten damals wegen einer Computerpanne stundenlang auf ihre Abflüge warten. Nun gab es schon wieder eine Panne - allerdings am anderen Ende der Welt. In Neuseeland löste am Sonntagmorgen ein Stromausfall den Zusammenbruch der Computersysteme von Air New Zealand (ANZ) aus. Die Folge war, dass die Check-Ins genauso wenig funktionierten wie Callcenter und Online-Buchungssystem der Airline. Dutzende Flugzeuge mussten am Boden bleiben, rund 10.000 Passagiere hatten Verspätungen von mehreren Stunden auszuhalten. Erst gegen Nachmittag normalisierten sich die Abläufe. Die Lage wurde durch den Umstand verschlimmert, dass sich der Ausfall ausgerechnet am letzten Ferientag ereignete, das Passagieraufkommen entsprechend höher war.

Außerdem scheint es noch erheblichen Diskussionsbedarf mit dem Computerausstatter der Kiwi-Linie zu geben, IBM. Der Service von Big Blue sei "amateurhaft" und "unzumutbar" gewesen, erklärte ANZ-Chef Rob Fyfe sichtlich angesäuert. Er könne sich nicht erinnern, wann er "einen Ausrüster erlebt habe, der angesichts eines solch katastrophalen Systemfehlers so langsam reagiert und so unwillig ist, Verantwortungen zu akzeptieren und sich bei seinem Auftraggeber und dessen Kunden zu entschuldigen".

Photoshop auf dem iPhone

Technik, die höchsten Ansprüchen genügt, das ist eine längst zu Tode gerittene Werbebinse. Damit dürfen sich auch die ganz ungeduldigen Nutzer von technischem Spielzeug angesprochen fühlen. Zum Beispiel die Besitzer eines iPhones, die ihr Telefon gern zum Fotografieren benutzen. Zwar kann das Kulthandy auch bei größter Liebe nicht mit voll ausgerüsteten Kameras mithalten, aber wofür gibt es schließlich Photoshop? Die Profi-Bildbearbeitungssoftware kann auch aus verwackelten Amateurbildern noch brauchbare Schnappschüsse zaubern.

Normalerweise wird das zu Hause am Rechner erledigt. Für die ganz Ungeduldigen, die nur MMS versenden wollen, hat Adobe jetzt die passende App für iPhone-Nutzer herausgebracht. Das Gratis-Progrämmchen kann Bilder zuschneiden, kippen und deren Farbeinstellungen verändern. Derart bearbeitete Fotos können entweder auf dem iPhone gespeichert oder auf die Web-Seite Photoshop.com hochgeladen werden. Ganz schick: Die komplette Bildbearbeitung wird mit Gesten gesteuert. Einfach Finger auseinander und das Bild wird heller oder stärker im Kontrast.

Ein fettes Manko gibt es aber doch: Die Photoshop-App ist derzeit nur im amerikanischen iTunes-Store zu bekommen.

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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.
Facebook: Das Weltnetz
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Facebook
Facebook ging Anfang 2004 als soziales Netzwerk für Harvard-Studenten online. Zunächst konnten nur Menschen mit E-Mail-Adressen ausgewählter US-Hochschulen Mitglieder werden, seit 2006 ist die Seite für alle Über-13-Jährigen offen. Nach Angaben von Goldman Sachs hatte Facebook Anfang 2011 600 Millionen Mitglieder weltweit, nach eigenen Angaben loggt sich jeden Tag die Hälfte von ihnen auf der Seite ein (Stand: Januar 2011).
Plattform
Seit Mai 2007 können externe Entwickler auf Nutzerdaten zugreifen, wenn die Facebook-Mitglieder dem zustimmen. Seit die Plattform für externe Entwickler geöffnet wurde, wächst das Angebot des einstigen Studentennetzwerk rasant – die Nutzer können aus mehreren tausend kostenloser Anwendungen wählen – Spielen, Fotoverwaltern, Programmen zum Abgleich von Lese-, Film- und Musikvorlieben zum Beispiel.
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Facebook überall: Die "Mir gefällt das"-Funktion können Website-Betreiber auf ihren eigenen Seiten einbauen. Mit einem Klick teilen Facebook-Nutzer ihren Freunden mit, was ihnen gefällt. Im Gegenzug kann Facebook Werbung gezielter schalten - und weiß, welche Seiten die Mitglieder ansurfen.
Geschäft
Der Umsatz von Facebook lag 2009 schätzungsweise bei 800 Millionen Dollar. Als Facebook-Gründer Mark Zuckerberg im November 2007 bei einer Präsentation in New York 250 Werbekunden ein "Interface, um Erkenntnisse über die Facebook-Aktivitäten von Mitgliedern zu sammeln, die fürs Marketing relevant sind", versprach, brach ein Proteststurm los.
Firmenwert
Facebook hat Google 2010 als meistbesuchte Website in den USA überholt. Anfang 2011 investierten die US-Großbank Goldman Sachs und die russische Beteiligungsgruppe Digital Sky Technologies 500 Millionen Dollar in das US-Unternehmen. Der Wert des Netzwerks klettert auf 50 Milliarden Dollar.
Hollywood
Der Film zum Phänomen: Die Gründungsgeschichte von Facebook wurde 2010 von David Fincher mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle verfilmt. "The Social Network" zeigt Zuckerberg als soziopathischen Nerd, der Facebook aus enttäuschter Liebe gründet.

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