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Netzwelt-Ticker: Apples Streit mit HTC soll 100 Millionen Dollar gekostet haben

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So viel Geld für fast nichts: Glaubt man Gerüchten, setzte Apple im Patent-Kampf gegen HTC rund 100 Millionen Dollar in den Sand. Außerdem im Überblick: Israelischer Hacker veröffentlicht Tausende Facebook-Logins und Microsoft enttarnt Antivirus-Experten als Botnet-Betreiber.

HTC- und Apple-Smartphones: Teurer Rechtsstreit mit geringer Wirkung? Zur Großansicht
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HTC- und Apple-Smartphones: Teurer Rechtsstreit mit geringer Wirkung?

Die Versuche, Googles-Handybetriebssystem Android mit Rechtsstreitigkeiten zu bremsen, sollen Apple extrem teuer zu stehen gekommen sein. Der "Newsweek"-Journalist Dan Lyons berichtet, anonyme Informanten hätten ihm erzählt, Gerüchten zufolge habe Apple bislang 100 Millionen Dollar für den Patent-Feldzug gegen HTC ausgegeben.

Das Ergebnis der Verfahren ist für Apple bislang dürftig , rechnet IT-Journalist Lyons vor: Von den 84 Beschwerden, basierend auf zehn Patenten, die Apple in einem Gerichtsverfahren gegen HTC auffuhr, akzeptierte das Gericht nur Beschwerden zu vier Patenten. Und von denen interpretierte es letztlich nur eine zu Apples Gunsten.

Eine Patentklage schmetterte das Gericht mit dem "Stand der Technik"-Argument ab. Zwei weitere, weil HTC sie schlicht nicht verletze und Apple die patentierte Technologie auch nicht in eigenen Produkten verwende (eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Unterlassungsverfügung). Die eine Patentklage, die das Gericht zugunsten Apples entschied, betraf nur ein Detail, das HTC ohne großen Aufwand mit einer Software-Aktualisierung bereinigen kann: Eine Funktion, die es Smartphone-Nutzern erlaubt, in einer E-Mail oder auf einer Website eine Telefonnummer anzutippen, woraufhin ihnen angeboten wird, diese Nummer anzurufen.

Die Streitigkeiten sind allerdings noch lange nicht alle entschieden. Apple hat noch eine weitere Klage gegen HTC laufen, HTC wiederum zwei gegen Apple. Und außerdem gibt es noch diverse Verfahren, in denen sich Samsung, Motorola und Apple beharken. "Letztlich," glaubt Dan Lyons, "wird alles in einem Vergleich enden."

Apple selbst äußert sich zu der von Lyons genannten Summe offiziell nicht. Sollten die Gerüchte aber zutreffen, müsste dieser Posten im Quartalsbericht des Unternehmens ausgewiesen werden. Dessen Veröffentlichung ist für die Nacht zum Mittwoch (deutscher Zeit) geplant. Spätestens dann dürfte sich also klären, ob das von Lyons verbreitete Gerücht Substanz hat. SPIEGEL ONLINE wird berichten.

Israelischer Hacker veröffentlicht 100.000 angebliche Facebook-Logins

Ein nach eigener Aussage israelischer Hacker hat seine Drohung wahr gemacht und angeblich authentische Zugangsdaten zu 100.000 E-Mail- und Facebookkonten von arabischen Netznutzern veröffentlicht. "Die Araber sollen daraus etwas lernen und wissen, dass man sich nicht mit mir anlegt," heißt es in einem Bekennerschreiben - das genauso gut eine Hacker-Satire sein könnte. Denn ob die Daten echt sind, lässt sich nicht so leicht sagen. Tatsächlich tauchen einzelne Namen und Passwörter in der Liste mehrfach auf. Auf eine Anfrage von SPIEGEL ONLINE antwortete bislang noch keines der angeblich gehackten Facebook-Mitglieder.

Der Hacker, der sich selbst Hannibal nennt, hat seit dem 13. Januar immer wieder angebliche Facebook- und E-Mail-Zugangsdaten veröffentlicht und damit an einem digitalen Duell israelischer und arabischer Hacker teilgenommen. Facebook kommentierte die angeblichen Hackangriffe: Nur ein Drittel der veröffentlichten Daten sind funktionierende Facebook-Zugangsdaten, nur die Hälfte der Adressen sind mit Facebook-Konten verknüpft.

Was am Dienstag sonst noch wichtig war:

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1. Spiegel = Apple?
Nonvaio01 24.01.2012
Zitat von sysopSo viel Geld für fast nichts: Glaubt man Gerüchten, setzte Apple im Patent-Kampf gegen HTC rund 100 Millionen Dollar in den Sand. Außerdem im Überblick: Israelischer Hacker veröffentlicht Tausende Facebook-Logins und Microsoft enttarnt Antivirus-Experten als Botnet-Betreiber. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811065,00.html
warum zensiert ihr meist Apple kritische berichte? nochmal dann: 100Mio kostet es also sein image zu ruinieren....naja die juenger zahlen gerne mehr..... Bin mal gespannt auf den jahres bericht von apple was man da sonst noch so an posten findet. Die ganzen klagen gegen Samsung und den rest der PC/IT Welt muessen ja angegeben werden. Die Boerse hat auch etwas gutes.....alle muessen einen Finanzbericht abgeben den jeder einsehen kann..;-)
2. Titel
JohnMcGully 24.01.2012
Zitat von Nonvaio01warum zensiert ihr meist Apple kritische berichte? nochmal dann: 100Mio kostet es also sein image zu ruinieren....naja die juenger zahlen gerne mehr..... Bin mal gespannt auf den jahres bericht von apple was man da sonst noch so an posten findet. Die ganzen klagen gegen Samsung und den rest der PC/IT Welt muessen ja angegeben werden. Die Boerse hat auch etwas gutes.....alle muessen einen Finanzbericht abgeben den jeder einsehen kann..;-)
Genau, vielleicht sollten wir mal einen Blick auf alle Technologieunternehmen werfen. Dann sieht man, dass nicht nur Apple gerne klagt. Aber Apple ist mit Sicherheit der Hauptspieler ind diesem unwürdigen Spiel. Vielleicht wachen die ja demnächst auf. Steve Jobs hatte in Bezug auf Microsoft ja schon Mitte der 90er gesagt, dass nicht Microsoft verlieren muss damit Apple gewinnt. Diese Einstellung sollten sie auch in Bezug auf mobile Devices an den Tag legen. Eine gesunde Konkurrenz und freier Wettbewerb würde letztendlich allen gut tun. Und was Apple-kritische Berichte angeht? Welche kritischen Berichte wurden denn zensiert? Ich habe schon eine ganze Reihe bei SpOn gesehen. Welchen konkret vermissen Sie?
3. Lachhaft
r-le 24.01.2012
Zitat von sysopSo viel Geld für fast nichts: Glaubt man Gerüchten, setzte Apple im Patent-Kampf gegen HTC rund 100 Millionen Dollar in den Sand. Außerdem im Überblick: Israelischer Hacker veröffentlicht Tausende Facebook-Logins und Microsoft enttarnt Antivirus-Experten als Botnet-Betreiber. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811065,00.html
Sehr interessant. Alle bis auf eine Patentklage abgeschmettert. Die einzig zugelassene ist auch Unsinn. Diese Möglichkeit, Telefonnummern direkt in E-Mail oder aus Webseiten anzutippen und anzurufen, gab es auf dem Blackberry schon lange bevor es überhaupt iPhones gab. Ich hoffe, dass HTC sich das nicht entgehen lässt. Ich bin weder ein Applehasser noch -jünger, weil beide Standpunkte Blödsinn sind, aber die Überheblichkeit von Apple ist kaum zu toppen.
4.
micha-mille 24.01.2012
Zitat von sysopSo viel Geld für fast nichts: Glaubt man Gerüchten, setzte Apple im Patent-Kampf gegen HTC rund 100 Millionen Dollar in den Sand. Außerdem im Überblick: Israelischer Hacker veröffentlicht Tausende Facebook-Logins und Microsoft enttarnt Antivirus-Experten als Botnet-Betreiber. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,811065,00.html
Nicht verwunderlich. Man sollte die ganze verantwortliche Mischpoke persönlich haftbar machen, dass sie das Geld der Kunden und Aktionäre verbrennt (der Anwaltsstand profitiert allerdings). Wie sieht das eigentlich mit den Kosten der anderen aus, die von Apples Klagewelle getroffen werden? Die müssen doch einen Großteil bestimmt selber tragen. Und das, weil ein zum Halbgott stilisierter Größenwahnsinniger ein konkurrierendes Betriebssystem "mit allen Mitteln" bekämpfen wollte? Ja hallo... geht es noch? Kommt mir vor wie bei einem unter Kindern in der Sandkiste ausgetragenen Duell "wer baut die schönste Burg". Wenn das Nachbarskind auf einmal bessere Türmchen baut, dann fällt mir nichts besseres ein, als die Schaufel zu werfen? Sehr souverän... ;-)
5. Titel
JohnMcGully 24.01.2012
Zitat von micha-milleNicht verwunderlich. Man sollte die ganze verantwortliche Mischpoke persönlich haftbar machen, dass sie das Geld der Kunden und Aktionäre verbrennt (der Anwaltsstand profitiert allerdings). Wie sieht das eigentlich mit den Kosten der anderen aus, die von Apples Klagewelle getroffen werden? Die müssen doch einen Großteil bestimmt selber tragen. Und das, weil ein zum Halbgott stilisierter Größenwahnsinniger ein konkurrierendes Betriebssystem "mit allen Mitteln" bekämpfen wollte? Ja hallo... geht es noch? Kommt mir vor wie bei einem unter Kindern in der Sandkiste ausgetragenen Duell "wer baut die schönste Burg". Wenn das Nachbarskind auf einmal bessere Türmchen baut, dann fällt mir nichts besseres ein, als die Schaufel zu werfen? Sehr souverän... ;-)
So sieht es aus, wenn auch Steves Motivation wohl eher die einer beleidigten Leberwurst ist. Tatsache ist, dass Eric Schmidt als Aufsichtsrat von Apple damals über das iPhone Bescheid wusste, dass Android von einem ehemaligen Apple-Mitarbeiter gegründet wurde, dass die Ausrichtung von Android sich nach der Veröffentlichung des iPhones massiv geändert hat und ca. 1/2 angekündigt wurde. Aus meiner Sicht eine absolut nachvollziehbare Geschichte von Google und auch nachvollziehbar, dass Apple "leicht angesäuert" war. Wer wäre das nicht? Die Reaktion aber absolut überzogen. Ich halte es sogar für legitim den anderen auf Patentverletzungen aufmerksam zu machen und sogar im Extremfall vor Gericht zu gehen. Das Ziel sollte aber immer die zahlung von Lizenzgebühren sein und niemals ein Verkaufsverbot. Denn hier hat sich nicht nur Apple den Ruf massiv versaut, auch dank einseitiger Berichterstattung. Es werden auch die Anleger nicht glücklich sein. Diese sind nicht an überbordenden Kosten für Rechtsstreitigkeiten interessiert sondern an der Einnahme von Lizenzgebühren. Aber letztendlich reagieren auch Samsung, HTC und Motorola kindisch indem sie ebenfalls versuchen den Verkauf von Apple-Produkten zu verbieten. Ein weiteres Sandkasten-Phänomen. Machst Du meine burg kaputt, mache ich auch Deine kaputt. Denn eines ist auch Tatsache. Steve Jobs ging persönlich vor dem Rechtsstreit auf Samsung zu, um eine aussergerichtliche Einigung zu erzielen. Daran war Samsung nicht interessiert. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Was wir hier also haben ist ein grosser Kindergarten, in dem Apple am lautesten herumbrüllt und alle Eltern auf ihn zeigen. Dabei wird dann gerne übersehen, dass die anderen auch keine Engel sind. Das geht zu Lasten der Kunden und auch der Investoren. Da wir Kunden uns gerne als Fans auf eine Seite schlagen werden wir keinen Einfluss nehmen können. Ich hoffe ausnahmsweise mal auf die Macht der Investoren, dem unwürdigen Spiel ein Ende zu bereiten.
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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