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Netzwelt-Ticker: Ataris Ableben verfrüht gemeldet

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Schlechte Nachrichten verbreiten sich schnell - manchmal zu schnell. So geschehen mit verfrühten Meldungen über dass Ende des PC-Spiele-Herstellers Atari. Außerdem im Überblick: Ein universeller Media-Player, Betty macht das Licht aus und ein Facebook-Foto ruiniert Job.

Glaubt man diversen, auf einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP basierenden Medienberichten, dann ist das Ende von Atari gekommen. Der "traditionsreiche Videospielhersteller", werde "die Produktion vollständig einstellen", ist vielerorts zu lesen.

Atari-Spielkonsole aus den Siebzigern: Verfrühte Meldungen über das Verschwinden der Marke

Atari-Spielkonsole aus den Siebzigern: Verfrühte Meldungen über das Verschwinden der Marke

Tatsächlich sind Meldungen über das Ende der Traditionsmarke - die heute mehrheitlich dem französischen Unternehmen Infogrames gehört - verfrüht. Atari Europa stehe "sehr gut da" ist aus dem Unternehmen zu erfahren, eine Schließung der Firma stehe nicht zur Debatte. In den USA werde lediglich die hausinterne Abteilung Qualitätssicherung und der kleine lokale Entwicklungsbereich geschlossen.

Entlassungen wird es bei Atari in den USA allerdings geben, dort muss auch der Geschäftsführer David Pierce gehen. Man wird sich in den USA nun auf Publishing und auf den Vertrieb von Fremdproduktionen konzentrierren. In Europa bleibt vorerst alles beim Alten. Der Prestige-Titel "Alone in the Dark", der momentan in einem zum Unternehmen gehörigen europäischen Entwicklungsstudio entsteht, wird wie angekündigt im kommenden Jahr auf den Markt kommen - unter der Marke Atari.

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Joost & Co aufgepasst: Jetzt kommt Miro

Gestern war es soweit, der unter dem Namen "Democracy Player" entwickelte Internet-Video-Player Miro wurde veröffentlicht. Dank der eingebauten Videolan-Technik spielt er so gut wie jedes Videoformat ab, fungiert als Tauschbörsensoftware, speichert YouTube-Videos. Außerdem beherrscht er den Umgang mit RSS-Feeds. Vollkommen ungeniert wird auf der Webseite zudem geprahlt: "Mehr HD als jeder andere". Trotzdem soll alles kostenlos sein.

Im Unterschied zu Angeboten wie Joost ist Miro ein Open-Source-Projekt und DRM-frei. Kein Wunder, denn der Player wurde auf Initiative der "Participatory Culture Foundation" entwickelt, einer Stiftung, die sich um eine offene Gestaltung der Videowelt bemüht. Deshalb sollen die Inhalte auch nicht wie bei der kommerziellen Konkurrenz auf eine kleine Zahl von Anbietern beschränkt bleiben. Stattdessen sollen die Nutzer auch eigene Inhalte verbreiten können. Nur logisch, dass neben keine Überprüfung angebotener Clips stattfindet. Man darf gespannt sein, wann Miro die erste Klage wegen Copyrightverletzung ins Haus flattern wird.

Lebenslange Steuernummer scheitert an IT-Problemen

Im Mai wurde sie noch mit großem Getöse als wichtige Neuerung im Finanzwesen angekündigt, sollte den Umgang mit dem Fiskus vereinfachen. Ab dem 1. Juli hätte jeder Bundesbürger eine einheitliche, lebenslang gültige Steuernummer erhalten sollen, die sich auch bei Umzügen nicht mehr ändert. Damit soll nicht zuletzt auch die Online-Abwicklung der Steuerklärungen erleichtert werden. Doch nun scheitertet die einmalige Identifikationsnummer- bis auf weiteres.

Auch der auf den 1. Januar 2008 verschobene Starttermin wird kann nicht eingehalten werden, meldet die "Financial Times" . Auf Anfrage einer Abgeordneten habe Finanzstaatssekretär Karl Diller Chaos beim Zentrum für Informationsverarbeitung und Informationstechnik (Zivit) als Begründung angegeben. Das Zivit habe Terminzusagen nicht eingehalten. Überdies gäbe es "Defizite im Projektmanagement" und einen "unzureichenden Informationsfluss". Im Übrigen seien die Datenleitungen schlichtweg nicht leistungsfähig genug gewesen. Um das Projekt vor dem völligen Desaster zu retten, wurde nun Fujitsu-Siemens mit ins Boot geholt.

Aus für die Schnüffel-Fernbedienung "Betty"

Nachdem in der vergangenen Woche schon in der Schweiz das Aus gekommen war, wurden für die interaktive Fernbedienung "Betty" auch in Deutschland das Licht ausgeknipst. Der schleppende Absatz ließ Betty TV schnell in die roten Zahlen rutschen. Eine zunächst angedachte Zusammenlegung der Angebote in der Schweiz und Deutschland versprach keine grundsätzliche Besserung.

Mit dem interaktiven Service sollten die Nutzer an Gewinnspielen im Fernsehen teilnehmen können und außerdem zusätzliche Infos über das TV-Angebot erhalten. Datenschützer hatten die große Menge an persönlichen Informationen kritisiert, die die Geräte über ihre jeweiligen Nutzer an die Zentrale senden. Nun gibt es für derlei Bedenken bald keinen Grund mehr, Ende Dezember ist Schluss.

Seagate-Festtplatte: Da ist der Wurm drin

Wie peinlich: Nachdem man entsprechenden Meldungen lange widersprochen hatte, musste Festplattenhersteller Seagate nun Berichte bestätigen, nach denen die Festplatte Maxtor Basics Personal Storage 3200 frisch ab Werk mit einem vorinstallierten Wurm ausgeliefert worden ist.

Im Unterschied zu ähnlich gelagerten Fällen ist das aktuelle Problem viel ärgerlicher, weil der mit den Festplatten verteilte Wurm namens "Virus.win32.AutoRun.ah" wesentlich neueren Datums ist und entsprechend größeren Schaden anrichten kann. Vor allem Online-Gamer sind betroffen, weil die Malware speziell nach Passwörtern für Spiele sucht.

Die Warnung bezieht sich auf sämtliche Maxtor Basics Personal Storage 3200-Platten, die seit August ausgeliefert wurden. Besitzern wird angeraten, die Festplatte vor der Verwendung zunächst mit einem Antiviren- bzw. Sicherheitstool zu überprüfen und den eventuell vorhandenen Wurm zu beseitigen.

Party-Fotos auf Facebook: Job ruiniert

"Ich hab doch nichts zu verbergen", ist das ewig gleiche, leicht blöde Argument aller, die sich arglos Datensammeldiensten in Form von Social-Network-Plattformen anvertrauen. Wie sehr das nach hinten losgehen kann, musste dieser Tage ein amerikanischer Bankangestellter erfahren.

Kevin Colvin hatte sich bei seinen Vorgesetzten wegen "familiärer Angelegenheiten" von der Arbeit abgemeldet, nur um anschließend bei einer Halloweenparty so richtig die Sau rauszulassen. Dummerweise stieß sein Chef Paul Davis auf ein Partyfoto, auf dem Colvin geschminkt und schulterfrei im grünen Kleid posiert. Davis bedankte sich in einer E-Mail inkl. angehängtem Partyfoto an den kompletten Büroverteiler für die Abmeldung seines Untergebenen: "Vielen Dank für die Mitteilung - hoffe, es geht allen gut (schönes Kleid)."

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