Von Richard Meusers
Im Wettlauf zwischen Internet-Nutzern und der chinesischen Zensur scheinen derzeit die Behörden einen Schritt voraus zu sein: Wie das US-Wirtschaftsblatt "Forbes" berichtet, testen Pekings Zensoren offenbar eine neue Filtertechnik. Sie soll imstande sein, verschlüsselte Datenströme zu Anonymisierungs- und Proxydiensten zu erkennen, über die bislang für Nutzer in Festland-China ein zensurfreier Zugriff aufs Web möglich war.
Anbieter entsprechender Dienste wie TOR, Freegate und Ultrasurf berichten laut "Forbes", dass sie seit einigen Monaten rätselhafte Aktivitäten aus China verzeichnen. Jedesmal, wenn ein chinesischer Nutzer einen ausländischen Server zu erreichen versuchte, würde zuerst ein scheinbar zufälliges Datenpaket den Zielserver erreichen. Mit der Folge, dass dann die erwünschte Verbindung fehlschlüge.
So hätte das Anti-Zensur-Netzwerk TOR festgestellt, dass gerade erst etablierte Brückenknoten binnen Minuten für chinesische Surfer nicht mehr erreichbar waren. Sprich: Wenn hier eine neue Filter-Software im Einsatz ist, dann erkennt sie auch eben erst in Betrieb genommene Zugangspunkte zu Anti-Zensur-Diensten. TOR-Chef Andrew Lewman beschreibt die Lage mit diesem Vergleich: "Es ist, als ob ich meiner Frau sagte, ich würde mit ein paar Freunden kegeln gehen und sie würde dann schon vorher bei der Kegelbahn anrufen, um zu sehen, was ich wirklich mache."
Wie Facebook das Teilen ruiniert
Das weltgrößte soziale Netzwerk Facebook hat seine führende Marktstellung auch deshalb erreicht, weil das Angebot einfach für jedermann zu verstehen und zu nutzen war. Diesen Erfolgsweg droht Gründer Mark Zuckerberg jetzt zu verlassen. So urteilt jedenfalls "Cnet": Der IT-Branchendienst warnt angesichts der seit September eingeführten Neuerungen davor, Facebook könnte sein Grundprinzip ruinieren. Das Teilen von Inhalten wandele sich mit der neu eingeführten Funktion "frictionless sharing" von einer bewussten Entscheidung der Nutzer zu einem standardmäßigen Protokoll aller Aktivitäten. "Cnet" fürchtet, in dieser Flut könnten normale Posts völlig untergehen.
Microsofts Touchscreen-Tisch kann jetzt vorbestellt werden
Das Wisch-Prinzip hat Smartphones und Tablet-Rechner populär gemacht. Nun gibt es noch etwas größere Touchscreens: Samsung bringt Microsofts berührungsempfindlichen Tisch Surface SUR40 auf den Markt. Die Oberfläche besteht aus einem 40-Zoll-Touchscreen mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Der Monster-Touchscreen kann mehr als die in Tablets verbauten Bildschirme, bis zu 50 Berührungspunkte sollen gleichzeitig angesprochen werden können. Ab 2012 sollen die Streicheltische auch in Deutschland zu haben sein, der US-Preis soll bei 8400 Dollar liegen. Damit ist der Surface SUR40 wohl weniger etwas für den privaten Endanwender. Vor allem Unternehmen könnten das Gerät für Präsentationen verschiedenster Art nutzen.
Auch das noch:
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
| alles zum Thema Netzticker | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH