Von Richard Meusers
So süß: Nach einer Himbeere ist der Zwerg-Rechner benannt und das Interesse ist riesig. Seitdem der vom Spieleentwickler David Braben ("Elite") erfundene Steck-Computer im Mai vergangenen Jahres angekündigt wurde, wartete die Fangemeinde auf die Auslieferung der Linux-basierten Gerätchen. Nun ist es soweit, für 35 Dollar (ca. 26 Euro) bekommt man eine Version mit 256 Megabyte Arbeitsspeicher, Ethernet-Anschluss, HDMI-Ausgang und zwei USB-Ports. Erst später soll auch noch eine Version für 25 Dollar, umgerechnet knapp 19 Euro, nachgeliefert werden. Für diesen Spottpreis bekommt der Käufer die Miniplattform mit nur einem USB-Port und ohne Ethernet.
Kaum bei Elektronik-Händlern angeboten, war der Hosentaschenrechner schon ausverkauft. Die Web-Präsenzen von Premier Farnell und RS Components zeigten sich zwischenzeitlich dem Ansturm der Interessenten nicht gewachsen und waren vorübergehend nicht erreichbar. Wie die Raspberry-Macher mitteilten, können Kaufwillige jetzt nur noch Vorbestellungen abgeben. Ende der Woche würden dann die bestellten Geräte ausgeliefert werden.
Mit der Markteinführung richten sich die Macher zunächst an die eingeschworene Computerbastler-Gemeinde. Damit soll sichergestellt werden, dass später dieses Jahr, bei der offiziellen Einführung vor allem für den Schulbereich schon eine erfahrene Nutzergemeinde vorhanden ist und die bei Produktneuheiten üblichen Kinderkrankheiten behoben sind.
Ist Google+ nur eine Geisterstadt?
Angeblich hat Google+ nicht einmal ein Dreivierteljahr nach seinem Start bereits 90 Millionen Mitglieder. Mit seinem schnellen Wachstum könnte es Facebook, dem König der Netzwerke, demnächst ernsthafte Konkurrenz machen. Doch möglicherweise sind die schönen Zahlen nur Augenwischerei. Im Vergleich zu Facebook sei Google+ eine "virtuelle Geisterstadt", schreibt das "Wall Street Journal" ("WSJ") unter Berufung auf Auswertungen des Marktforschers Comscore. Dort wurden die Zeiten erfasst, die Nutzer auf verschiedenen sozialen Netzwerken verbrachten. Die Ergebnisse sind für den Suchmaschinenbetreiber niederschmetternd.
Pro Monat halten sich Google+-Mitglieder demnach gerade einmal drei Minuten dort auf, nach der Anmeldung kommt kaum noch einer wieder. Bei Facebook verbrachten Mitglieder hingegen bis zu sieben Stunden. Selbst MySpace liegt mit acht Minuten Aufmerksamkeitsspanne noch vor dem Google-Netzwerk.
Als Grund für die schwache Attraktivität nennt das "WSJ" die mangelnde Unterscheidbarkeit der beiden Network-Angebote. "Im Augenblick will keiner ein neues soziales Netzwerk", so Analyst Brian Solis von der Altimeter Group. Für die, die schon bei Facebook seien, habe Google nicht ausreichend klargemacht, worin der Nutzen von Google+ liege.
Kim Schmitz bleibt vorerst auf freiem Fuß
Der neuseeländische High Court lehnte am Mittwoch das Ansinnen der Staatsanwaltschaft ab, den unter Anklage stehenden Chef der geschlossenen Plattform Megaupload, Kim Dotcom alias Schmitz, wieder in Haft zu nehmen. Eine mögliche Flucht außer Landes soll durch eine elektronische Fußfessel verhindert werden. Aufgrund eines Auslieferungsantrages der USA, wo Schmitz langjährige Gefängnisstrafen drohen, hatte die Staatsanwaltschaft die erneute Verhaftung des schwergewichtigen 38-Jährigen wegen Fluchtgefahr beantragt. Die Anhörung zur Entscheidung über seine Auslieferung wurde für August angesetzt.
In der Zwischenzeit darf Schmitz wieder zu seiner Familie zurückkehren, die Beschlagnahme seiner millionenschweren Besitztümer bleibt jedoch in Kraft. Daher sei er derzeit mittellos, klagte Schmitz und beantragte, ihm wenigstens einen Teil des festgesetzten Vermögens zuzubilligen. Ansonsten sei er außerstande, seine laufenden Kosten von umgerechnet gut 130.000 Euro pro Monat zu begleichen. Fast 18.000 Euro seien bereits jeden Monat nötig, um Kosten für das Wachpersonal, Kindermädchen und andere Hausangestellte zu begleichen. Dazu kämen noch weitere hohe Beträge für Strom, Heizung und Telefon. Zunächst habe Schmitz seinen monatlichen Finanzbedarf noch auf vergleichsweise bescheidene 6.000 Euro bemessen, so Staatsanwältin Anne Toohey.
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