Netzwelt-Ticker Ein Profi-Warter führt die iPhone-Schlange

Der erste Mann vor dem Apple-Geschäft in New York hat die schönsten Tage seines Lebens als Warteschlangen-Süchtiger und der Microsoft-Sicherheits-Chef den miesesten Job der Welt. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.

Von Sönke Jahn


Der Mann von der Straße

Am Montag früh hat sich Greg Packer als erster vor New Yorks Apple Store in der Fifth Avenue gesetzt und führt seitdem die örtliche iPhone-Warteschlange an. Wieder einmal. Denn der Gute ist gar kein Apple-Affcionado, sondern ein Wartefreak. Er ist quasi Frontmann von Beruf und war als "Pro-Linesitter" bereits öfters der erste Campierer, wenn es auf etwas zu warten galt. Etwa zur Eröffnung der Aussichtsplattform am New Yorker Ground Zero.

Profi-Warter Packer: Immer ganz vorn dabei, in den Warteschlangen dieser Welt (iPhone, Eröffnung der Ground-Zero-Aussichtsplattform)
AFP

Profi-Warter Packer: Immer ganz vorn dabei, in den Warteschlangen dieser Welt (iPhone, Eröffnung der Ground-Zero-Aussichtsplattform)

Er war auch der Erste in der Reihe derjenigen, die George W. Bush zur Präsidentschaft gratulieren wollten und der Erste, der sich in der britischen Botschaft ins Kondolenzbuch für Prinzessin Diana eintrug. Die Reihe seiner Auftritt ist längst in einem Wikipedia-Eintrag aufgelistet und schon 2003 hat die Nachrichtenagentur AP einen Hinweis an alle Korrespondenten verschickt mit der Bitte, sich doch nun bitte auch einmal einen anderen Gesprächspartner zu suchen – nachdem man ihn bereits mindestens 100 Mal zu diversen Anlässen als Mann von der Straße zitiert hatte. Und die AP-Mitarbeiter scheinen sich daran zu halten: Eine Google-Stichprobe ergab, dass es über ihn in Zusammenhang mit der New Yorker iPhone-Schlange bislang keine AP-Meldung gibt. Das übernehmen andere.

Bonbonbuntes Linux für Vorschulkinder

JUX steht für Jugend und Linux, eine Wiener Initiative, die kostengünstige Software für die Jugendarbeit anbietet. Nach Linux-Versionen für Jugendliche und Schulkinder ist mit "Juxlala" nun eine dritte kostenlose JUX-Distribution für Vorschulkinder erhältlich, ein bonbonbuntes Betriebssystem zum Buchstabieren lernen, mit leichten Rechenaufgaben und kleinkindgerechten Spielen, die mit großen Icons und Sprachunterstützung aufgerufen werden können. Die sonst übliche Schreibtisch-Metapher wurde hier durch eine Bilderbuch-Hügellandschaft ersetzt, berichtet die ORF futurezone. Juxlala muss nicht installiert werden, sondern läuft von einer auf handelsüblichen PCs selbststartenden CD. Diese lässt sich als 700 Megabyte große Datei kostenfrei aus dem Internet laden und darf anschließend ohne Einschränkung gebrannt, kopiert und weiter verschenkt werden.

Der mieseste Job bei Microsoft

Das US-Magazin Popular Science kürt alljährlich die zehn miesesten Jobs im weit gefassten Feld der Wissenschaften. Wie wir nun heise.de entnehmen können , taucht in diesem Jahr neben den Elefanten-Sterilisierern, Müllsoziologen, Versuchspersonen für Langzeitschwerelosigkeit, den Dopingtestern bei Olympischen Spielen, den gerichtsmedizinischen Insektenkundlern und Walfäkalien-Forschern auf Platz 6 der "Microsoft Security Grunt" auf. Das ist jemand, der mit vielen Kollegen darauf reagiert, wenn etwas mit Microsofts Software nicht stimmt, fehlerhaft ist oder von Hackern zerschossen wurde. Fürwahr: freudlose, arme Teufel.

iPhoney braust durchs World Wide Web

Apples iPhone gibt es nicht vor morgen und dann auch nur in den USA zu kaufen. Aber wer möchte, kann mit dem Gerät schon mal virtuell durchs World Wide Web brausen – am eigenen Apple Mac. Die Firma Marketcircle bietet mit iPhoney nämlich einen Webbrowser zum kostenlosen Download an, der vorerst nur die 320 mal 480 Pixel des iPhones-Bildschirms darstellt. Ein Gimmick vor allem für Webdesigner, die so sehen können, wie ihre Seiten auf Apples iPhone dargestellt und funktionieren würden. Soeben hat man sogar den iPhoney-Quellcode veröffentlicht, wohl weil man auf weitere verspielte Entwickler hofft, die vielleicht sogar helfen mögen, aus iPhoney einen kompletten iPhone-Simulator zu machen.

Es werde Licht, es werde Licht, es werde Licht ...

Erst geht einem ein Licht auf und dann wird’s richtig hell. Soweit die Theorie hinter einem neuen Gadget namens Think Light, einer Schreibtischlampe, die Daniel Düsentriebs kleinem Glühbirnen-Helferlein verdammt ähnlich sieht. Aber wer es sich an den USB-Anschluss seines PC gestöpselt hat, sitzt auch leicht verwirrt nicht im Dunkeln. Denn die Lampe leuchtet hell, wenn man nur schnell genug irgendetwas in die Tasten seines Computer-Keyboards hackt - ganz egal was. Leuchtstrom aber, wie hier vermutet wurde, lässt sich so gewiss nicht sparen.

Nintendo kurze Zeit wertvoller als Sony

Anfang der Woche war der Spielkonzern Nintendo an der Börse in Tokio für einige Stunden mehr wert als der Unterhaltungs-Riese Sony (Filme, Playstation, Unterhaltungs-Elektronik, Computer): Der Nintendo-Börsenwert lag kurzzeitig umgerechnet etwa eine Milliarde Euro über dem von Sony. Der Umsatz von Sony ist gut acht mal so hoch wie der von Nintendo - doch beim Gewinn hat Nintendo den Konkurrenten Sony zuletzt übertroffen. Grund ist der Erfolg der Spielkonsole Wii - der Kurs der Nintendo-Aktie hat sich in den vergangenen zwei Jahren vervierfacht.

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