Netzwelt-Ticker Trojaner im App Store, Gesetz für Provider, Unlock-Patent

Heute im Netzwelt-Ticker: Der App Store hat seine erste Malware +++ Innenminister Friedrich will Internetprovider in die Pflicht nehmen +++ Apple verliert Patentstreit gegen HTC.

Find and Call (Screenshot von securelist.com): Eine unschöne Premiere für Apple

Find and Call (Screenshot von securelist.com): Eine unschöne Premiere für Apple

Von Carolin Neumann


Eine schadhafte App macht in Apples App Store und Googles PlayStore Probleme. Während Android Ähnliches bereits öfter erlebte, ist es eine unschöne Premiere für Apple: Laut dem Sicherheitsunternehmen Kaspersky ist es der erste entdeckte Fall von Malware seit dem Start des App Stores vor fünf Jahren. Zwar habe es schon Anwendungen gegeben, die private Daten weitergaben und in Sachen Privatsphäre mangelhaft waren, doch bislang habe man nie schädliche Software wie diesen Trojaner entdeckt.

Kaspersky beschreibt: Die App "Find and Call", die vorgibt, Kontakte besser organisieren zu können, fordert den Nutzer nach dem Download auf, sich mit seinen Daten zu registrieren. Dann würden zunächst sämtliche Informationen aus dem Telefonbuch sowie die GPS-Daten heimlich auf einen Fremdserver geladen, der mit der Handynummer des Nutzers Spam-SMS an das gesamte Telefonbuch verschickt. Diese SMS verweisen wiederum per URL auf die Schad-App. Außerdem fordert "Find and Call" auf, beispielsweise via PayPal Geld auf das Nutzerkonto zu laden, das dann an eine nicht sonderlich vertrauensvoll wirkende Firma in Singapur weitergeleitet wird.

Und es ist nicht das einzige Problem, mit dem der App Store in dieser Woche zu kämpfen hat: Beim Aktualisieren ließ ein Fehler mehrere iOS- und Mac-Apps abstürzen. Betroffen waren laut "Giga" unter anderem Instapaper, GoodReader und zuletzt auch Angry Birds Space. Apple hat das Problem inzwischen behoben und auch erklärt, dass ein Softwarefehler schuld war. Statt Apps freizuschalten wurden sie offenbar mit einem Kopierschutz versehen. Nutzer werden aufgefordert, die betroffenen Anwendungen neu aus dem App Store herunterzuladen.

Innenminister Friedrich will Provider mehr in die Pflicht nehmen

Innenminister Hans-Peter Friedrich will Internetprovider stärker für die Sicherheit der Netze in die Verantwortung nehmen. Der CSU-Politiker kritisiert in der "Financial Times Deutschland", dass in Deutschland die Handhabe fehle, wenn Viren oder Würmer Zehntausende private oder Unternehmensrechner bedrohten. Man könne nur eine Warnmeldung herausgeben. "Das reicht nicht aus - wir brauchen die Mithilfe der Provider", so Friedrich. Sie sollen ihre Kunden über akute Gefahren und über mögliche Abwehrmittel informieren. "Notfalls mit Gesetzen" wolle er die Provider zu bestimmten Standards verpflichten und sie auch haftbar machen für den Fall, dass sie mit Kundendaten nicht sensibel genug umgehen und dadurch Schäden verursachen.

HTC triumphiert in Patent-Prozess gegen Apple

Eine Niederlage auf fast ganzer Linie für Apple nennt der britische "Telegraph" das Ergebnis des ersten Smartphone-Patent-Prozesses auf englischem Boden. Der Handyhersteller HTC hatte in der von Apple initiierten Klage unter anderem das Patent des berühmten "Slide to Unlock"-Prozesses, mit dem man die Bildschirmsperre des iPhones aufheben kann, für sich beansprucht. Zumindest Teile des Mechanismus gehen dem Urteil zufolge zurück auf frühere, von HTC patentierte Verfahren. Insgesamt drei von vier in Frage gestellten Apple-Patenten erklärte das Gericht für ungültig.

Auch das noch:

  • Ende 2013 wird iGoogle eingestellt: Das "GoogleWatchBlog" möchte sich allerdings nicht von der personalisierten Startseitetrennen und will das Unternehmen nun sogar mit einer Petition vom Gegenteil überzeugen.

  • Apple nähert sich mit großen Schritten den marktdominierenden Windows-PCs, zeigt eine Aufstellung aus den USA. iPads und iPhones mit einem Apple-Betriebssystem eingerechnet, fällt der Abstand von PCs zu Macs so klein aus wie noch nie. In ein paar Jahren wären die Verkaufszahlen dann den ausführlichen Grafiken zufolge ausgeglichen.

  • Ein Scherz oder bittere Realsatire? "Netzpolitik" hat die "Copypolice" ausgebuddelt, eine seltsame Seite, die offenbar schon vor einigen Jahren gegen Online-Piraterie lobbyierte, mit mäßigem Erfolg.



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unimatrix 06.07.2012
1.
Zitat von sysopHeute im Netzwelt-Ticker: Der App Store hat seine erste Malware +++ Innenminister Friedrich will Internetprovider in die Pflicht nehmen +++ Apple verliert Patentstreit gegen HTC. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,842963,00.html
Der Vergleich von Windows-PCs in ihrer Anzahl mit Apple-BS in ehrlich putzig. Richtig schoen Aepfel und Birnen. Zum Ersten gibt's nicht nur ein Apple-BS und Zweitens, wenn wir schon dabei sind, sollten wir dann auch Windows-Tablets und -Smartphones mit in den Vergleich einrechnen. Merken Sie was? Genau. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Aber mit diesem Vergleich kann schoen einen Erfolg verkaufen, der bei naeherer Betrachtung keiner ist. Welchem Zweck dient also dieser offensichtliche Missgriff? Bei Heise.de wuerde ich heute natuerlich sofort dran denken, dass einfach nur Freitag ist.
moev 06.07.2012
2.
Zitat von unimatrixDer Vergleich von Windows-PCs in ihrer Anzahl mit Apple-BS in ehrlich putzig. Richtig schoen Aepfel und Birnen. Zum Ersten gibt's nicht nur ein Apple-BS und Zweitens, wenn wir schon dabei sind, sollten wir dann auch Windows-Tablets und -Smartphones mit in den Vergleich einrechnen. Merken Sie was? Genau. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Aber mit diesem Vergleich kann schoen einen Erfolg verkaufen, der bei naeherer Betrachtung keiner ist. Welchem Zweck dient also dieser offensichtliche Missgriff? Bei Heise.de wuerde ich heute natuerlich sofort dran denken, dass einfach nur Freitag ist.
Nee, davon gibt es nämlich zu wenige um was an den Anteilen zu ändern. Vielleicht mit dem kommenden Windows-Tablet, aber derzeit ist Windows dort praktisch nicht existent
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