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Netzwelt-Ticker EU plant Urheberrecht fürs digitale Zeitalter

Rovio-Spiel "Angry Birds": Bald im Kino?Zur Großansicht
AP

Rovio-Spiel "Angry Birds": Bald im Kino?

EU-Kommissarin Neelie Kroes träumt von einer Reform des Urheberrechts und will diesen Traum nun in die Tat umsetzen. Außerdem im Überblick: Neues zum "Angry Birds"-Film, Microsoft verhandelt angeblich mit russischem Geheimdienst, und Google bindet öffentliche Verkehrsmittel ein.

Das aktuelle Urheberrecht ist nicht mehr zeitgemäß. Das ist nicht nur eine gern gehörte Parole, die auch gerade in Zusammenhang mit dem Ende von kino.to verbreitet wird. Auch mancher Politiker ist sich dessen bewusst. EU-Kommissarin Neelie Kroes hat deshalb jetzt ein Urheberrecht für das digitale Zeitalter gefordert. Auf dem World Copyright Summit in Brüssel Mitte der Woche schilderte sie ihren "Traum" der Zukunft: von Künstlern, welche die digitalen Möglichkeiten nutzen, um ihre Werke europaweit ohne Probleme zu verbreiten, und davon zugleich leben können. Damit dieser Traum verwirklicht wird, erarbeite die Kommission derzeit einen neuen rechtlichen Rahmen.

Sehr konkret wurde Kroes nicht, sprach aber davon, einen einheitlichen digitalen Markt in der gesamten EU zu schaffen. Das gilt nicht für die Rechtefrage. Auch wolle sie erreichen, dass jeder Europäer Zugang zu schnellem Internet hat, um die erträumte digitale Zukunft auch auskosten zu können.

Heise fasst die Aussagen zusammen: "EU will Boden für ein europäisches Netflix ebnen". Die Kommissarin klagte in ihrer Rede, dass etwa die Musikindustrie in Europa noch immer einen geringen Umsatz auf digitalem Weg erziele und es ein vergleichbares Angebot zum legalen US-amerikanischen Videostreaming-Portal Netflix nicht gebe. Damit habe sich Kroes auch an die Verwertungsgesellschaften gerichtet, so Heise, die eine Weiterentwicklung des Urheberrechts aus Sorge um ihre Exklusivrechte blockierten.

"Angry Birds" sollen zu Filmhelden werden

Schon jetzt haben sie geradezu Kultstatus unter ihren Fans, doch die "Angry Birds" sollen noch populärer werden. Wenn es nach Rovio geht, der Firma, die das beliebte Spiel entwickelt hat, dann werden die haarigen Viecher es so weit bringen wie Disneys Micky Maus. Das finnische Unternehmen hat laut dem britischen " Telegraph" jüngst ein Animationsstudio gekauft, was dafür spricht, dass der "Angry Birds"-Film, über den schon länger spekuliert wird, im eigenen Haus entstehen wird. "Wir interessieren uns nur für unsere Fans und unsere Marke, warum sollten wir also die Kontrolle darüber jemand anderem überlassen?", so Peter Vesterbacka von Rovio zu den Spekulationen. Ein Film sei im Übrigen nur ein Teil des Planes, den zornigen Vögeln einen Platz neben den ganz Großen der Popkultur wie Micky oder Super Mario zu sichern, sagte er.

Microsoft und der russische Geheimdienst

Verbreitet Microsoft das lange gehütete Geheimnis, wie Skype funktioniert? Die russische Zeitung "Vedomosti" behauptet laut Bloomberg, das Unternehmen plane, den Skype-Code russischen Behörden zugänglich zu machen. Demnach versorgt Microsoft schon jetzt den Geheimdienst mit den Quellcodes zu seinen eigenen Produkten, Skype könnte folgen - und mit den erhaltenen Informationen ließe sich angeblich auch die Verschlüsselung knacken.

Microsoft streitet dies der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti zufolge ab. Das Unternehmen teilt allerdings sehr wohl Codes seiner Produkte mit der Behörde, wie Microsoft-PR-Chefin Marina Levin in dem Dementi zugibt. Dabei geht es jedoch nicht um essentielle Informationen wie im Falle von Skype die Codes zur Verschlüsselung. In Russland würden vereinzelt Codes geprüft, laut der Sicherheitsfirma SecurIT zum Beispiel, um sicherzustellen, dass ein Programm nicht versteckt Daten sammelt und verbreitet. Eine solche Prüfung werde es wohl auch für Skype geben, so Levin, mehr stecke aber nicht dahinter.

Kein betrunkenes Fahren mit Apple

Apple schließt ein Schlupfloch für betrunkene Autofahrer. Auf Druck aus Washington bannt die Firma künftig Apps, die dem Nutzer zeigen, an welchen Straßenecken die Polizei kontrolliert. Dass die Checkpunkte für DUI (die amerikanische Abkürzung für Driving under the Influence, also Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss) offengelegt werden, würde die gefährlichen Fahrsitten noch unterstützen, hatten einige Senatoren argumentiert. Aber Apples Entscheidung geht ihnen noch nicht weit genug: Sie möchten nicht nur zukünftige Anwendungen dieser Art verhindern, sondern auch noch die noch verkäuflichen aus dem App Store verschwinden sehen.

Google Maps mit Fahrplanauskunft

Ein nützliches Pilotprojekt läuft derzeit in mehreren Großstädten in den USA und Europa: Google integriert Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel in seinen Kartendienst Maps. Bislang sagt der Routenplaner, ob am heimischen Rechner oder in der Mobilversion, wie ich zu Fuß oder per Auto an mein Ziel gelange. Eine Einbindung von Bus und Bahn fehlte noch und ist eine kluge Erweiterung - zumal der reguläre Fahrplan im Projekt zusätzlich mit Echtzeitinformationen gespeist werden soll.

Auch das noch:

  • FCC legt Report zur Lage der Medien in den USA vor
  • Merkwürdiges Scheidungsgebaren auf Facebook
  • Auch Facebook, LinkedIn und MySpace in iOS5

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Zur Autorin
Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.






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