Netzwelt-Ticker Facebook malt die Weltkarte der Freundschaft

Nicht ein teurer Spezialist, sondern ein Praktikant hat Facebooks Freundschaftengeflecht in eine wunderbare Weltkarte verwandelt. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Japanische Verleger werfen Apple Piraterie vor und die schwedische Staatsanwaltschaft war wieder offline.

Ganz schön blau: Die Welt, wie Facebook sie sieht
AFP

Ganz schön blau: Die Welt, wie Facebook sie sieht


Landkarten können ganz verschiedene Inhalte anzeigen. Von der Bevölkerungsdichte bis zum Beginn der Apfelblüte ist so gut wie alles statistisch erfassbare per Karte darstellbar. Nun hat sich Paul Butler, ein Facebook-Praktikant, hingesetzt und die Daten von zehn Millionen der insgesamt 500 Millionen Facebook-Mitglieder ausgewertet.

Dabei visualisierte er die Freundschaftsverbindungen der User untereinander. Butlers Algorithmus wandelte das Material in eine zweidimensionale Fläche um, zeichnete hellblaue Linien vor dunklem Hintergrund, um Verbindungen zu visualisieren.

Auf der so entstandenen Weltkarte werden zwei Dinge erkennbar: Facebook findet vor allem in den USA und in Europa statt. Große Teile Afrikas bleiben ebenso dunkel wie Russland oder China. Noch erstaunlicher ist, wie deutlich an einigen Stellen sogar Ländergrenzen hervortreten. Besonders auffällig tritt das in Osteuropa und der Türkei hervor.

Deshalb hat Butler auch an dieser Grafik gearbeitet: "Ich wollte sehen, wie Geografie und politische Grenzen sich darauf auswirken, wo Leute und ihre jeweiligen Freunde leben." Gleichzeitig zeigen die Linien aber auch an, wie ein solches Netzwerk Menschen über Grenzen und Ozeane hinweg verbinden kann. Und ganz nebenbei ist die aus den Computerdaten entstandene Karte einfach schön (3,8 MB).

Internetseite von Schwedens Justiz erneut blockiert

Zum zweiten Mal haben Hacker wegen des Konflikts um WikilLeaks-Gründer Julian Assange die Internetseite der schwedischen Staatsanwaltschaft attackiert und lahmgelegt. Wie der zuständige Stockholmer Behördensprecher Fredrik Berg der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Stockholm mitteilte, wurde die Seite wie schon vor einer Woche mit einer Vielzahl gleichzeitiger automatisierter Anfragen aus dem Internet überlastet und blockiert (Distributed Denial of Service, DDoS). Die Website war ab Dienstagabend zwölf Stunden lang nicht erreichbar.

Am späten Dienstagabend hatte die mit WikiLeaks sympathisierende Hackergruppe Anonymous der Nachrichtenagentur dpa mitgeteilt, dass man die Internetseite attackiert habe. Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag in London Berufung gegen die Freilassung von Assange auf Kaution eingelegt. Sie will seine Auslieferung nach Schweden durchsetzen, wo wegen eines Vergewaltigungsverdachts gegen den 39-jährigen Australier ermittelt wird.

dpa

Japanische Verleger werfen Apple Urheberrechtsverletzung vor

In Apples iBook Store sind die gesammelten Werke der bekanntesten japanischen Bestseller-Autoren wie Haruki Murakami aufgetaucht. Und zwar in chinesischer Übersetzung zum unschlagbaren Preis von gerade einmal 1,99 Dollar. Mehrere japanische Verlegerverbände nennen einen einfachen Grund für den Ramschpreis: Raubkopie.

Gemeinsam schickten die Verbände Apple einen geharnischten Beschwerdebrief. Darin reklamieren die Schreiber, das von Apple verbreitete Material verletze "eindeutig das Urheberrecht (...), das aber muss als illegal angesehen werden", wie der Fachdienst "Paidcontent" zitiert. Ein Apple-Sprecher teilte auf Anfrage mit, sein Unternehmen würde derartige Beschwerden äußerst ernst nehmen, immerhin halte man selber umfangreiche Rechte an geistigem Eigentum.

Oh Wunder: Kurz-URLs bei Twitter & Co. werden oft unbedacht angeklickt

Fasse dich kurz, diese Weisheit aus der Steinzeit des Telefonierens hat im Zeitalter von Twitter & Co. neue Bedeutung erlangt. Ohne routinemäßig eingesetzte URL-Verkürzer würde so manche Internetadresse gar nicht in einen 140-Zeichen-Tweet passen. Der Tweet-Leser bekommt nur einen so kurzen wie kryptischen Buchstabensalat zu sehen, die eigentliche Adresse dahinter ist nicht erkennbar, wird erst durch den jeweils genutzten Verkürzungsdienst wieder aufgeschlüsselt.

Zwar versuchen Anbieter wie Twitter, mit eingebauten Schutzfiltern Links zu Spam-Seiten und Malware zu unterbinden. Doch funktionieren diese Filter nicht immer zuverlässig. Dennoch vertrauen die Nutzer dem offiziellen Schutz beinahe blind. Satte 97 Prozent von 2000 Probanden klickten in einem Test des IT-Sicherheitsunternehmens BitDefender derartige Kurz-URLs an, die zuvor in einem Twitter- und Facebook-Profil gepostet worden waren.

Für die Probanden blieb ihr Leichtsinn freilich folgenlos, sie landeten auf einer fingierten Schadsoftware-Seite. Im Ernstfall aber hätte das anders ausgehen und sie sich beispielsweise einen Trojaner einfangen können. Ein vorhersehbares Ergebnis, wie auch der Auftraggeber der Studie weiß, der vom Verkauf von Sicherheitssoftware lebt.

Auch das noch:



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Dunedin, 15.12.2010
1. Die Karte der Reichen
" Die Karte der Freundschaft" *lach Auf dieser karte sieht man ganz klar wo das Geld sitzt, und wo nicht. Mit anderen Worten: Die Karte zeigt beeindruckend wo sich Menschen einen Big Mac in den Mund schieben und wo andere wiederum auf Müllbergen sitzen
anders_denker 15.12.2010
2. der russe
hat ja auch mit vKontakte und odnoklasniki eigene gesichtsbücher!
knalldi 15.12.2010
3. Gibts nich
Interressanterweise sieht an sogar deutlich die Grenzen der ehemaligen DDR auf dieser Karte, mit einem weißen Punkt als Berlin.
uuuppppsss 15.12.2010
4. Das könnte doch mal geklärt werden...
Warum ist Facebook nur mir unheimlich? Freunde finden Freunde und begeistern sich für die ganze Welt und doch schreibt gerade dort jeder frisch von der Leber. Werden die Leute nicht mehr via Internet vor der Einstellung gecheckt? Haben die Belieben der Teilnehmer nicht schon die Interessen der Unternehmen geweckt? Woher kommt denn der sagenhafte Reichtum wenn alles umsonst ist? Warum setzen denn nicht gleich die Länder der Erde solche Ideen um, dann würde das Geld vielleicht im eigenen Land bleiben;)
horch 15.12.2010
5. kein titel
Ja wie geil, man kann auf der karte sogar Ostdeutschland und Westdeutschland unterscheiden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.