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Netzwelt-Ticker: Facebook meldet Nutzer 500.000.000

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Mark Zuckerberg feiert einen Meilenstein: Facebook hat offiziell 500 Millionen Mitglieder. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Das Netz ist eine eigenständige Welt und braucht andere Regeln, postuliert die Piratenpartei. Wenig Neues auch bei der aktuellen Firefox-Version - dafür mehr Sicherheit.

Social Network Facebook: Nächster Halt, eine Milliarde Zur Großansicht
AFP

Social Network Facebook: Nächster Halt, eine Milliarde

Auch wenn die Kritik an Facebooks Sicherheitsstandards und Mark Zuckerbergs vermeintlicher Datengier nicht abreißt, das Netzwerk wächst dennoch unaufhaltsam. Seit diesem Mittwoch ist ein weiterer Erfolg offiziell: Facebook hat sechs Jahre nach der Gründung eine halbe Milliarde Mitglieder.

Firmengründer Zuckerberg sprach im Firmenblog von einem wichtigen Meilenstein. "Aber die Zahl spielt keine Rolle", sagte er gleichzeitig. "Was wichtig ist, sind die Geschichten, wie Facebook euer Leben beeinflusst hat." Deshalb gibt es zum Jubiläum eine neue Application, mit der Mitglieder eigene Erfahrungsberichte über Erlebnisse im Netzwerk veröffentlichen können. Die Beiträge sollen auf einer Weltkarte platziert und nach Kategorien wie Musik, Politik oder Haustiere sortiert werden.

can/dpa

Piratenpartei verlangt Autonomie fürs Netz

Die Piratenpartei will das Internet als einen autonomen Bereich der Gesellschaft verankern. Die Partei, die bei der Bundestagswahl 2009 einen Stimmenanteil von 2,0 Prozent erzielte, stellte zehn Thesen zur Netzpolitik vor. Diese beschreiben das Netz als eine eigenständige Welt, die "andere Regeln" brauche.

Die Piraten kritisierten die im Juni vorgestellten 14 Thesen des Bundesinnenministeriums zur Netzpolitik. Bundesinnenminister Thomas de Maizière vertrete eine politische Klasse, die "sich in der Komplexität einer Informationsgesellschaft nicht wohlfühlt und das Rad am liebsten zurückdrehen würde", sagte der Geschäftsführer der Piratenpartei Deutschland, Christopher Lauer.

"Das Netz spiegelt die reale Welt, doch es ist von anderer Natur", lautet die vierte These der Piraten. "Gesetze der realen Welt dürfen nicht einfach auf das Netz angewendet werden." Der Staat dürfe nicht zerstörerisch einwirken, sagte Lauer. Zwar müsse Kriminalität im Internet bekämpft werden. Es gebe aber keinen Grund für neue Straf- und Sicherheitsgesetze. "Netzpolitik gehört in die Hand der Netzbürger", heißt es zur dritten These. Nur wer im Netz lebe, könne die passenden Regeln dafür machen.

Allerdings verlangt die Partei, das Internet müsse "oberste politische Priorität" haben. Dazu gehöre es auch, ein "Recht auf Netzzugang" als Menschenrecht zu verankern und in die Verfassung aufzunehmen. Lauer forderte, dass es endlich eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Breitband-Zugängen geben müsse. Auch Hartz-IV-Empfänger sollen nach dem Willen der Partei Anspruch auf einen PC mit Internetzugang haben. SPIEGEL ONLINE hatte über die Initiative "Computerspende Hamburg" berichtet, die aus Elektroschrott Rechner zusammenstellt und Hartz-IV-Empfängern schenkt, weil das Amt keine Hardware finanziert.

Das Internet und die Zukunft der digitalen Gesellschaft sind auch Gegenstand von Beratungen einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags. Die jeweils 17 Abgeordneten und Sachverständigen der Kommission sollen bis Sommer 2012 Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorlegen.

lis/dpa

Viele Sicherheits-Flicken für den Firefox

Das sind Zahlen, die Computernutzer früher nur von Microsoft-Patchdays kannten: Mozilla veröffentlicht die Version 3.6.7 seines Firefox-Browsers und schafft es, dabei kein einziges neues Feature herauszubringen. Dafür aber werden nicht weniger als 14 Fehler behoben, davon zehn mit der Kategorie "kritische" oder "hohe Verwundbarkeit".

Neben einer ganzen Reihe von Sicherheitslücken - unter anderem konnten Hacker durch Cross-Site-Lücken unbemerkt auch Nutzungsdaten ausspähen - sollen nun auch Stabilitätsprobleme nicht mehr auftreten, der Firefox neigte bislang schonmal zum Abstürzen. In der neuen Version sollen auch keine Angriffe mehr über manipulierte PNG-Bilder möglich sein, zusätzlich wurde die Speichersicherheit erhöht.

Der hauseigene E-Mail-Dienst Thunderbird hat ebenfalls eine Überarbeitung erfahren. Die Version 3.1.1 behebt ähnlich wie der neue Browser eine Reihe von Sicherheits- und Stabilitätsproblemen. Außerdem wurde die Suche beschleunigt, ein Quickfilter und ein Einrichtungsassistent sind dazugekommen.

Adobe setzt zur Sicherheit auf Microsoft-Sandbox

Die leidgeprüften Techniker von Adobe haben sich auf eine andere Strategie zur Abwehr immer neuer Attacken auf den hauseigenen Reader verlegt. In der kommenden Version 10 des Adobe Readers wird es einen Sicherheitsmodus, eine sogenannte Sandbox, geben. Die soll unerlaubte Schreibzugriffe aus dem Reader heraus auf das Windows-Betriebssystem unterbinden.

Dergleichen kommt zum Beispiel dann vor, wenn sich ein Schadcode huckepack auf einem PDF-Dokument einschleichen kann und sodann im Betriebssystem sein Unheil treibt. Wer also nun Adobe angreifen wolle, der attackiere die Sandbox, so Adobes Sicherheits-Manager Brad Arkin.

In einem nächsten Schritt könnten auch Lesezugriffe auf die gleiche Art abgewehrt werden. Damit würde das Auslesen von vertraulichen Daten auf dem Computer verhindert. Ursprünglich stammt das Konzept der Sandbox von Microsoft, dort heißt es Microsoft Office Isolated Conversion Environment (MOICE) und wird derzeit schon im neuen Office 2010 angewendet. Allerdings ist noch nicht bekannt, wann genau der mit "Adobe Reader Protected Mode" ausgerüstete Reader veröffentlicht werden soll.

Google macht in Windkraft

Google bemüht sich ja schon seit geraumer Zeit um ein grüneres Umweltimage. Dazu passt ein Vertrag, den das Unternehmen mit einem Windpark im US-Bundesstaat Iowa geschlossen hat. In den nächsten 20 Jahren will Google Strom aus der Windkraftanlage mit einer Kapazität von 114 Megawatt beziehen. Zu welchem Preis der Ökostrom fließt, blieb allerdings geheim. Immerhin teilte Google mit, die Energielieferung würde gleich für mehrere Server seines Netzes ausreichen, das derzeit massiv erweitert wird.

China lobt Googles gutes Benehmen

Googles Ärger mit der Zensur in China scheint vorerst beigelegt zu sein. Inzwischen haben die Behörden in Peking Googles Zulassung für Aktivitäten in dem Riesenland verlängert.

Das Unternehmen hat sich den Bestimmungen des Landes gebeugt und leitet Anfragen, die in den Augen Pekings kritisch sind, nicht mehr auf freie Server um. Die chinesische Google-Startseite verweist zwar prominent mit einem Link auf das Angebot in Hongkong, das unzensierte Suchergebnisse liefert. Aber Suchanfragen werden nicht mehr direkt dorthin weitergeleitet. Dieser Kompromiss scheint dem chinesischen Informationsministerium zu gefallen, wie die "Financial Times" meldet. Ministeriumssprecher Zhang Feng lobte die Gefügigkeit Googles gegenüber den chinesischen Gesetzen. In Mountain View selbst wollte man sich zur Angelegenheit nicht weiter äußern. Die Sache sei erledigt, ab jetzt herrsche business as usual wie in anderen Ländern auch, zitiert die "Financial Times".

Heute muslimischer Facebook-Boykott?

Social-Network-Riese Facebook zählt inzwischen die stattliche Zahl von 500 Millionen Mitgliedern in aller Welt, davon nicht wenige in islamischen Ländern. Möglicherweise könnten es ab heute einige weniger sein, wenn sich nur genügend Anhänger eines Boykottaufrufes finden. Den Zorn der frommen Netzwerk-Mitglieder hatte zunächst ein Malwettbewerb erregt, in dem User aufgerufen wurden, Bilder des Propheten Mohammed zu malen. Und da verstehen strenge Muslime überhaupt keinen Spaß, die pakistanische Regierung sperrte sogar für eine Woche von ihrem Land aus den Zugang zum Netzwerk.

Dann aber löschten die Facebook-Verantwortlichen vier recht populäre Seiten mit islamischen Inhalten, und seitdem steigt der Erregungspegel noch weiter an. Schon bald tauchte im Facebook-Blog immer wieder ein Beitrag auf, in dem die Reaktivierung der vier gelöschten Seiten gefordert wird. Überdies sollten die Facebook-Nutzungsbedingungen um einen Passus erweitert werden, der die Herabwürdigung islamischer Symbole verbietet. Der Aufruf geschah mit Fristsetzung, würde den Forderungen bis zum heutigen 21. Juli nicht entsprochen, seien alle auf Facebook aktiven Muslime aufgerufen, zu Madina.com zu wechseln. Die Seite ist nichts weiter als ein grüngefärbter Facebook-Klon, nur sind hier fromme Muslime die Zielgruppe. Sollte der Aufruf tatsächlich ernst genommen werden, könnte Mark Zuckerbergs Reich demnächst um 2,5 Millionen Nutzer ärmer sein. So viele Fans hatten die vier gesperrten Seiten.

Auch das noch:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 2 Beiträge
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1. Zahlen ohne Aussage
Last Ninja 22.07.2010
500 Millionen Mitglieder. 450 Millionen davon sind inaktiv weil man seinen Account nicht löschen kann oder sind Fakeaccounts... So kann man auch tolle Zahlen bekommen.
2. Account löschen...
mws1964 22.07.2010
Zitat von Last Ninja500 Millionen Mitglieder. 450 Millionen davon sind inaktiv weil man seinen Account nicht löschen kann oder sind Fakeaccounts... So kann man auch tolle Zahlen bekommen.
https://ssl.facebook.com/help/contact.php?show_form=delete_account Die Site bleibt eine Zeit lang noch bestehen, wenn man es sich anders überlegen möchte. Nach - soweit ich weiß - einer Frist von 14 Tagen wird der Account dann aber gelöscht.
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.


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