Netzwelt-Ticker Facebook-Nutzer fürchten Profil-Spanner

Von wegen Datenschutz! Facebook-Angestellte sollen verfolgen können, wer wessen Profil anschaut. Russland macht es bei der Online-Zensur wie China und ein neues iPhone kommt vielleicht schon im März 2008. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.


Während die Facebook-Verantwortlichen nach dem millionenschweren Deal mit Microsoft noch die geleerten Champagnerflaschen einsammeln dürften, gibt es bei Valleywag eine peinliche Schnüffelstory: Wie die Klatschspalte der "Onlinewelt" berichtet, vergnügen sich Facebook-Angestellte damit, angemeldeten Nutzern dabei zuzuschauen, welches Profil sie gerade lesen.

Facebook im Blick: Mitarbeiter sollen angeblich das Surfverhalten aller Mitglieder verfolgen können
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Facebook im Blick: Mitarbeiter sollen angeblich das Surfverhalten aller Mitglieder verfolgen können

Allerdings ist die Quelle dieser Nachricht nicht gerade gerichtsfest: die anonym zitierte Freundin eines Facebook-Insiders. Er habe sie gefragt, warum sie so oft sein Profil aufruft. Und bereits jetzt durchforsten automatisierte Systeme private Texte, wie das schon längst zum Beispiel bei Googlemail geschieht, um individualisierte Werbeschnipsel schalten zu können.

Tatsächlich hat Facebook in der Vergangenheit viel unternommen, um die Privatsphäre der angemeldeten Nutzer zu schützen. Insofern wäre der Umstand, dass Angestellte sich über die privaten Daten ihrer Kundschaft amüsieren, ein herber Rückschlag fürs Firmenimage. Und ganz grundsätzlich sollte es eine Erinnerung für die Nutzer gleich welchen sozialen Netzwerks sein: Vollständigen Schutz der eigenen Daten und Privatsphäre gibt es dort nicht.

US-Richter: Tauschbörsen-Nutzung nicht per se strafbar

Erneute Wendung im ewigen Kampf um Tauschbörsen: David G. Larimer, Richter im US-Bundesstaat New York, hat eine Klage des Musikindustrieverbandes RIAA abgewiesen, die sich gegen einen vermeintlichen Nutzer der Tauschbörse Kazaa richtete.

Der Jurist sah es als nicht erwiesen an, dass die von der RIAA vorgelegten Beweise zur eindeutigen Identifizierung des Beklagten ausreichend sind. Die üblichen Daten wie Username und IP-Adresse würden keinen Bruch des Urheberrechts begründen, denn weder sei die Person zweifelsfrei identifiziert noch seien Details über herauf- oder heruntergeladene Daten beigebracht worden.

Kreml entdeckt Online-Zensur

Während findige russische Hacker die Rechenpower von Grafikarten wie zum Beispiel Nvidias Geforce 8000-Serie dazu nutzen, die Leistung von Computern zu steigern und selbst Windows Vista-Passwörter bis zu 20-mal schneller zu knacken, geht auch der Kreml mit der Zeit.

Weltweit der letzte Schrei: Zensur. Die schlichte Schikanierung von Tageszeitungen und Fernsehsendern steht nicht mehr allein im Fokus, seit sich der Anteil der russischen Bürger, die online sind, in den letzten fünf Jahren auf 25 Prozent verdreifacht hat. Allerdings macht man es in Russland (noch) ein wenig eleganter als in China oder Burma, hier setzt man eher auf Propaganda und sanften Druck. Wie die "Washington Post" berichtet, ist ein ganzes Heer von kremltreuen Autoren damit beschäftigt, unablässig regierungsfreundliche Nachrichten zu produzieren.

Anerkannte unabhängige News-Seiten werden aufgekauft und reihen sich in den Chor der positiven Meldungen ein. In der schlichten Masse dieser Wohlfühlnachrichten gehen kritische Neuigkeiten unter. Berichte, zum Beispiel über Demonstrationen gegen Präsident Wladimir Putin, landen auf russischen News-Portalen stets weit hinter Pro-Kreml-Storys. Weitaus beunruhigender aber ist der Umstand, dass man in Moskau darüber nachdenkt, ein "russisches Internet" zu entwickeln, das vom Rest der Welt abgeschottet werden soll. Natürlich nur zum Besten der Bürger, die so vor Kinderpornografie und Betrug geschützt würden.

Wikipedia: Man trägt wieder anonym

Letzthin konnte man die Fans der englischen Wikipedia-Seiten beim Jammern auf hohem Niveau besichtigen, seit die Zuwachsraten bei Neuanmeldungen wie Artikeln nicht mehr so rasant wie ehedem zunehmen. Möglicherweise ist dies der Hintergrund für eine sehr grundsätzliche und auch sehr überraschende Entscheidung: Die zur Qualitätssicherung vor knapp zwei Jahren eingeführte verbindliche Registrierung, um neue Artikel verfassen zu können, wird nächsten Monat aufgehoben.

Ab dem 9. November können auch anonyme User wieder ohne Einschränkungen Artikel erstellen. Nach einem Monat soll diese Entscheidung am 9. Dezember überprüft werden, wie Gregory Maxwell, einer der Wikipedia-Entwickler, am Freitag auf der WikiEN-L-Mailingliste mitteilte. Sollten sich keine negativen Auffälligkeiten zeigen, wird die anonyme Artikelerstellung für weitere sechs Monate ermöglicht, an deren Ende wiederum eine Überprüfung nach inhaltlichen und qualitativen Kriterien erfolgen soll.

Neues iPhone im März?

Kein Tag ohne Neuigkeiten aus Apples Gerüchteküche. Diesmal geht es - wer hätte das gedacht? - ums iPhone, das Apple seit vier Monaten gute Verkaufszahlen beschert. Doch noch bevor das Weihnachtsgeschäft überhaupt begonnen hat, haben schweizerische Bankanalysten von UBS in die Kristallkugel geblickt und darin das iPhone II erblickt.

Sogar der genaue Erscheinungstermin wird genannt, AppleInsider zitiert den Analysten Ben Reitzes: "Wir erwarten, dass Apple in den kommenden Monaten die Zusammenarbeit mit weiteren internationalen Mobilfunkunternehmen ankündigen wird, unsere Kontakte in Lieferantenkreisen deuten auf ein neues iPhone-Modell hin, das im März vorgestellt werden soll."

Ob es sich letztlich um ein völlig neues Gerät oder nur um die verbesserte Version des jetzigen Telefons handelt, ist dabei noch unklar. Eines aber ist sicher, die beständig fließenden Vermutungen und Gerüchte sichern ein hohes Maß an Öffentlichkeitswirkung.

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