Netzwelt-Ticker Facebooks iPad-App kuscht vor Apple

Das lange Warten auf Facebooks iPad-App hat ein Ende, das soziale Netzwerk hat offenbar lange mit Apple gerungen. Nokia-Handys können künftig mit einem Lächeln entsperrt werden und Mobilgeräte belasten das Internet immer mehr. Das und mehr im Überblick.

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Facebook-App für das iPad: Jetzt im App Store verfügbar
AP

Facebook-App für das iPad: Jetzt im App Store verfügbar


Das war wirklich eine schwere Geburt. Seit Monaten werkelt die Entwicklungsabteilung von Facebook an einer eigenen iPad-App. Am Montagabend verkündete Facebook-Programmierer Leon Dubinsky im hauseigenen Blog, die Anwendung sei "endlich da". Gleichzeitig veröffentlichte der Konzern ein Update für seine iPhone-App und eine überarbeitete Version seiner Mobil-Website.

Features wie eine an den Touchscreen des iPad angepasste Menüführung, größere Fotos und eine beschleunigte Navigation sind die Früchte der langen Arbeit. Ab sofort ist die Anwendung in Apples App Store erhältlich.

Einer der Gründe, weshalb sich die Veröffentlichung der App so lange hingezogen hat, könnte laut "Businessinsider" darin liegen, dass sich Facebook und Apple nicht über den Umgang mit den sogenannten Facebook-Credits einigen konnten. Mit dieser Netz-Währung lassen sich beispielsweise virtuelle Waren und Song-Downloads bezahlen. Wären Facebooks Credits über die App nutzbar, könnten Anbieter damit Apples 30-Prozent-Zwangsgebühr umgehen, die bei Verkäufen im App Store fällig wird.

Am Ende aber habe sich augenscheinlich Apple durchgesetzt, so der "Businessinsider".

Nokia: Gesichts-Scan statt Pin

Nie mehr Ärger mit der lästigen Pin zur Sicherung des Handys, die man immer in dem Moment vergessen hat, wenn man sein Mobiltelefon schnell entsperren will. Im Download-Shop des finnischen Handyherstellers Nokia gibt es jetzt eine kostenlose App namens "Facelock", die das Sperren und Freischalten von Nokia-Mobiltelefon vereinfachen soll. Dank der App soll künftig ein Lächeln in die Handykamera ausreichen, um das Mobiltelefon zu entsperren. Da muss man sich keine Zahlenkombination mehr merken, sondern nur noch daran, zu lächeln. Dafür muss man seinem Handy aber auch gestatten, einen mit Gesichtserkennungssoftware zu analysieren.

Mobile Digitalgeräte bewegen immer mehr Daten durchs Netz

Auch wenn stationäre Computer immer noch für den Löwenanteil am Datenaufkommen im Internet sorgen, drängt sich mit Mobilgeräten eine neue Gerätegruppe in die Nutzungsstatistiken. Wie die Marktforscher von Comscore herausgefunden haben wollen, beträgt deren Anteil mobiler Geräte am Datenaufkommen in den USA bereits fast sieben Prozent. Bemerkenswert sind dabei vor allem die Ergebnisse für Apples iPad, wie "AppleInsider" anmerkt. Der Plattrechner aus Cupertino zeichnet demnach für 58,5 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs verantwortlich. Noch deutlicher wird die Apple-Dominanz, wenn nur die Zahlen für Tablet-Computer verglichen werden. Hier verursacht das iPad 97 Prozent des Datenaufkommens.

Twitter will sich "Tweet" sichern

Und dann noch eine Meldung aus der der zuweilen bizarren Welt der Markenrechte. Der Microblogging-Dienst Twitter hat einen Rechtsstreit um das Wort "Tweet" für sich entschieden. Nach langem Streit mit der Firma Twittad konnte sich das Unternehmen erst jetzt die Rechte an dem Wort sichern.

Auch das noch:

Samsung verschiebt Galaxy-Nexus-Start aus Respekt gegenüber Steve Jobs. So sehr sich Apple und Samsung vor mehr als einem Dutzend Gerichten auch beharken mögen, auch bei den Koreanern hat der Tod des langjährigen Apple-Chefs für ein Innehalten gesorgt.

Reich werden mit E-Books? Von wegen! Das ZDF-Blog Hyperland nimmt sich das vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Märchen vor, demzufolge jeder Schriftsteller mit E-Books mühelos reich und berühmt werden kann.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
m-pesch, 11.10.2011
1. ...
Apple User sollen gefälligst Ihre Gebühren an Apple abführen. Wo kommen wir denn da hin wenn jeder mit dem iPhone alles so machen kann wie es ihm paßt.
EmmetBrown 11.10.2011
2.
Zitat von m-peschApple User sollen gefälligst Ihre Gebühren an Apple abführen. Wo kommen wir denn da hin wenn jeder mit dem iPhone alles so machen kann wie es ihm paßt.
Hey, haben Sie wieder einen Artikel gefunden auf Ihrem Kreuzzug? Haben Sie ein iPhone? Haben Sie ein iPad? Ich nicht und deswegen muss ich mich gar nicht über irgendwelche Apple-Geschichten so echauffieren wie Sie es immer tun. Ich habe aber Windows und Samsung Galaxy und da rege ich mich auf wenn meine Mitbrüder so missionarisch durch die Foren ziehen. Also was haben wir hier? Facebook hat eine iPad App veröffentlicht und sich Apples Bedingungen unterworfen. Who cares? Sie hätten es ja nicht machen müssen. Viel interessanter finde ich, dass Samsung eine Keynote verschiebt aus Respekt vor Steve Jobs. Auch für interessant halte ich das Interview das Eric Schmidt anlässlich des Todes von Steve Jobs Bloomberg gegeben hat. Chapeau! Die vielen Android-/Windows-Jünger hier sollten sich davon eine Scheibe abschneiden. Die nötige Form von Respekt aber auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber dem vermeintlichen "Gegner" lässt einen viel entspannter leben. Aber viele identifizieren sich so sehr mit ihrem Gadget, dass sie es wie einen Fussballclub anfeuern und Hooligan-mässig verteidigen. Diese oft Apple-Usern unterstellte Eigenschaft stelle ich leider vermehrt bei der Gegenseite fest. Und ich hatte Apple bisher gemieden weil mich unter anderem dieses Verhalten abschreckte.
Konstruktor 11.10.2011
3.
Zitat von m-peschApple User sollen gefälligst Ihre Gebühren an Apple abführen. Wo kommen wir denn da hin wenn jeder mit dem iPhone alles so machen kann wie es ihm paßt.
Wenn Apple tatsächlich Gewinne damit machen würde, könnte man darüber meckern. Tun sie aber nicht – ihre Gewinne machen sie praktisch ausschließlich mit dem Verkauf von Hardware. Die Download-Stores sind dazu da, um die Hardware attraktiver zu machen. Und eines der Argumente dabei ist die Direktheit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Einkäufen, die Apple notfalls auch erzwingt, wenn es nötig ist. Die 30% gehen zum großen Teil an die Kreditkarten- und sonstigen Zahlungsprovider (bei den meist winzigen Zahlungsbeträgen machen deren Mindestgebühren leicht einen hohen Anteil aus), Der Rest subventioniert die kostenlosen Angebote und deckt die gesamten Betriebskosten (inklusive App-Prüfung gegen Malware etc.). Genau dahin, wo wir jetzt schon sind. Aber daß ein mächtiges Industrieunternehmen wie Facebook sich mit einem bewußt intransparent gehaltenen Zahlungssystem auch im App Store breit machen könnte, fände ich jetzt wirklich keinen Vorteil.
Konstruktor 11.10.2011
4.
Zitat von EmmetBrownHey, haben Sie wieder einen Artikel gefunden auf Ihrem Kreuzzug? Haben Sie ein iPhone? Haben Sie ein iPad? Ich nicht und deswegen muss ich mich gar nicht über irgendwelche Apple-Geschichten so echauffieren wie Sie es immer tun. Ich habe aber Windows und Samsung Galaxy und da rege ich mich auf wenn meine Mitbrüder so missionarisch durch die Foren ziehen. Also was haben wir hier? Facebook hat eine iPad App veröffentlicht und sich Apples Bedingungen unterworfen. Who cares? Sie hätten es ja nicht machen müssen. Viel interessanter finde ich, dass Samsung eine Keynote verschiebt aus Respekt vor Steve Jobs. Auch für interessant halte ich das Interview das Eric Schmidt anlässlich des Todes von Steve Jobs Bloomberg gegeben hat. Chapeau! Die vielen Android-/Windows-Jünger hier sollten sich davon eine Scheibe abschneiden. Die nötige Form von Respekt aber auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber dem vermeintlichen "Gegner" lässt einen viel entspannter leben. Aber viele identifizieren sich so sehr mit ihrem Gadget, dass sie es wie einen Fussballclub anfeuern und Hooligan-mässig verteidigen. Diese oft Apple-Usern unterstellte Eigenschaft stelle ich leider vermehrt bei der Gegenseite fest. Und ich hatte Apple bisher gemieden weil mich unter anderem dieses Verhalten abschreckte.
In der Tat. Wobei neben der persönlichen Betroffenheit auch vieler Konkurrenten (Bill Gates hat z.B. sehr gute Worte gefunden) für die Unternehmen sicher auch eine Rolle gespielt hat, daß sie zur Zeit schlicht viel weniger Aufmerksamkeit bekommen hätten als sonst; Insofern machte die Verschiebung zumindest *auch* aus geschäftlicher Sicht absolut Sinn. Perspektive hilft in der Tat. Vor allem auch wenn man sich verdeutlicht, daß auch andere Leute für sie selbst gute Gründe haben können, etwas anderes benutzen zu wollen als man selbst.
m-pesch, 11.10.2011
5.
Zitat von EmmetBrownHey, haben Sie wieder einen Artikel gefunden auf Ihrem Kreuzzug? Haben Sie ein iPhone? Haben Sie ein iPad? Ich nicht und deswegen muss ich mich gar nicht über irgendwelche Apple-Geschichten so echauffieren wie Sie es immer tun. Ich habe aber Windows und Samsung Galaxy und da rege ich mich auf wenn meine Mitbrüder so missionarisch durch die Foren ziehen. Also was haben wir hier? Facebook hat eine iPad App veröffentlicht und sich Apples Bedingungen unterworfen. Who cares? Sie hätten es ja nicht machen müssen. Viel interessanter finde ich, dass Samsung eine Keynote verschiebt aus Respekt vor Steve Jobs. Auch für interessant halte ich das Interview das Eric Schmidt anlässlich des Todes von Steve Jobs Bloomberg gegeben hat. Chapeau! Die vielen Android-/Windows-Jünger hier sollten sich davon eine Scheibe abschneiden. Die nötige Form von Respekt aber auch eine gewisse Gelassenheit gegenüber dem vermeintlichen "Gegner" lässt einen viel entspannter leben. Aber viele identifizieren sich so sehr mit ihrem Gadget, dass sie es wie einen Fussballclub anfeuern und Hooligan-mässig verteidigen. Diese oft Apple-Usern unterstellte Eigenschaft stelle ich leider vermehrt bei der Gegenseite fest. Und ich hatte Apple bisher gemieden weil mich unter anderem dieses Verhalten abschreckte.
Und was hat das nun damit zu tun das Jobs gestorben ist? Mir persönlich ist das vollkommen wurscht. Das Facebook sich Apple unterwirft ist ja auch nicht richtig. Selbstverständlich werden solche Zwangsabgaben an den Kunden weitergeleitet, und nicht nur an die von Apple sondern an alle und selbstverständlich werden die da noch was draufschlagen. Wer sich bei Facebook rumtreibt hat eh schon bewiesen das er sich nicht allzu viele Gedanken macht. Ist wie bei Ebay. Die trottel die dort einkaufen merken auch nicht das der tolle kostenlose Versand zu dem Ebay die Händler genötigt hat die ware um gut 20% teurer macht.
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