Von Richard Meusers
Die Schließung des Filehosters Megaupload hat die Szene der Online-Datenspeicher gehörig aufgerüttelt. Offensichtlich fürchten mehrere Verantwortliche derartiger Dienste auch für ihre Angebote ähnlich harte Konsequenzen wie für den inhaftierten Kim Dotcom und seine Web-Plattform.
So meldet "Torrentfreak", dass Filesonic, ein anderer großer Anbieter im Geschäft mit der Datenspeicherung, weitreichende Änderungen vorgenommen habe. Dem Bericht zufolge wurde das Vergütungsprogramm eingestellt, das Uploader für ihre Arbeit bislang belohnte. Überdies seien sämtliche Funktionen zum Filesharing entfernt worden. Jedes Filesonic-Mitglied habe ab sofort nur noch Zugang zu eigenem Datenmaterial. Nur was einer selbst hochgeladen habe, könne er auch wieder herunterladen, Datenaustausch mit anderen sei nicht mehr möglich. Hunderttausende, wenn nicht Millionen Links seien damit zumindest derzeit nutzlos.
Ähnlich beeindruckt von der Megaupload-Abschaltung zeigt sich allem Anschein nach auch ein anderer Anbieter. Allerdings zogen die Macher des Fileshosters Uploaded andere Konsequenzen: Sie sperrten den Zugang für Nutzer, die die Seite von einer amerikanischen IP-Adresse aus zu erreichen versuchen. Statt des gewohnten Webauftritts stoßen sie nur auf eine dürre Meldung: "Unser Service steht in ihrem Land derzeit nicht zur Verfügung."
Studie sieht Jugendliche hilflos gegenüber Cybermobbing
Was sich früher auf den Pausenhof oder Schulweg beschränkte, erstreckt sich heute weit ins Internet: Mobbing von Kindern und Jugendlichen durch Mitschüler. Nur mit dem Unterschied, dass die Opfer gegen die Netz-Hetze noch hilfloser sind als schon in der realen Welt. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Studie der TU Berlin (PDF), deren Forscher das Verhalten von Jugendlichen untersuchten, die Zeugen von Mobbingattacken übers Internet oder Handy wurden. Die meisten blieben solange passiv, wie keine persönlich Bekannten oder Freunde betroffen seien, erst dann würden sie eingreifen.
Ein Drittel aller Jugendlichen sei bereits Ziel eine Cybermobbing-Attacke geworden, die Angriffe reichten von Beschimpfungen über Verleumdungen bis zur Veröffentlichung entwürdigender Fotos oder Videos und Gewaltandrohungen. Die Gruppe der befragten Jugendlichen war allerdings mit 30 sehr klein und konnte daher keine repräsentativen Ergebnisse liefern.
Twitter will Niederlassung in Deutschland eröffnen
Twitter-Mitgründer Jack Dorsey erklärte am Wochenende auf der Münchner DLD-Konferenz, der Microblogging-Dienst werde bei der Zahl seiner Mitglieder demnächst die 500-Millionen-Grenze knacken. Trotzdem habe gerade der deutsche Markt noch viel Potential, darum wolle sein Unternehmen demnächst eine Dependance im Lande eröffnen. Für das geplante Büro laufe gerade die Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Immerhin schließe sich so ein Kreis: Der erste Twitter-Programmierer Florian Weber arbeitete von Hamburg aus. Bisher betreut das Londoner Büro den deutschen Markt.
Google schaltet weitere Dienste ab
Der weltgrößte Suchmaschinenbetreiber veranstaltete dieser Tage wieder einmal Hausputz bei seinen Zusatzdiensten. Davon betroffen ist zum Beispiel das erst 2010 veröffentlichte Google Message Continuity (GMC), eine Notfallspeicher für E-Mails, den vor allem Unternehmenskunden nutzen sollten. Auch der Foto-Bearbeitungsdienst Picnik wird eingestellt. Am 19. April ist Schluss, bis dahin können Nutzer ihre damit erstellten Bilder herunterladen und sichern. Eine Auflistung weiterer Dienste, die beendet werden, gibt's beim Googleblog.
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