Netzwelt-Ticker Firefox 3.6 soll schneller, sicherer, bunter sein

Pünktlich zum öffentlichen Verriss des Internet Explorers veröffentlicht Mozilla den schon wieder noch besseren Firefox 3.6. Außerdem: US-Army und Weißes Haus bekommen iPhone-Apps, Musikbranche plant Zivilklage gegen Bittorrent-Administrator, Tagebuch eines Weltverbesserers. Das und mehr im Überblick.

Firefox-Marktanteil: Dürfte nach den Problemen des Internet Explorer weiter wachsen
Fittkau & Maaß

Firefox-Marktanteil: Dürfte nach den Problemen des Internet Explorer weiter wachsen


Wie die Faust aufs Auge passt die Veröffentlichung einer neuen Firefox-Version so kurz nach dem Bekanntwerden der klaffenden Sicherheitslücken im Microsoft-Browser Internet Explorer.

Mozilla Firefox, eine kostenlose Open-Source-Alternative zum Internet Explorer, gibt es jetzt also in Version 3.6 zum Download. Der neue Firefox ist nach Herstellerangaben schneller, stabiler und flexibler als die Vorgängerversionen. Ganz neu ist die "Personas"-Funktion, mit der sich das Aussehen des Browsers rasch ändern lässt: Eine Funktion für Computer, die von mehreren Personen benutzt werden.

Ein nettes Sicherheitsfeature ist die automatische Überwachung von Browser-Plug-ins wie Flash, Shockwave oder Quicktime - häufig Einfallstore für Malware. Ist so ein Plug-in veraltet, fordert der neue Firefox zur Aktualisierung auf, das beste Mittel, um relativ sicher vor Viren und anderen Internetschädlingen zu sein.

Wer sich Firefox' Speicherhunger jedoch nicht leisten kann, etwa, weil das Netbook zu schwachbrüstig, der Surf-PC zu alt ist, sollte jedoch einen Blick auf die gerade neu veröffentlichte Vorabversion des Opera-Browsers werfen: Version 10.50 ist rasend schnell, sehr sicher und hat selbst bei extrem vielen geöffneten Websites nur moderate Speicher-Ansprüche. Dank des cleveren Session-Managers muss man auch vor den gelegentlichen Abstürzen der Vorab-Version nicht fürchten - nach einem Crash geht es einfach weiter wie zuvor. Opera 10.50 wird zudem ständig weiterentwickelt; ein Update läuft ebenso leicht wie beim Firefox.

Apple: Die US-Army kriegt eigene iPhone-App

Dem iPhone-Fieber im Weißen Haus schließt sich die amerikanische Armee an: Army.mil, die offizielle Homepage der United States Army hat jetzt ihre eigene iPhone-App, schreibt Mashable.com. Das kostenlose Angebot versucht wohldesignt, Informationslust am Kriegsgerät und Kriegsgeschäft zu wecken: Bilder, Videos, eine Waffendatenbank, dazu Armee-Einsichten in Militärblogs und Army-Podcasts. Mashable sieht die Army-App als gelungenes Beispiel für ein Mobilprogramm, das eine Website sinnvoll ergänzt.

Es kann aber deutsche Surfer auch dazu inspirieren, einmal im "Multimedia"-Angebot der deutschen Bundeswehr zu wühlen. In einer Art Adventskalender berichten dort Offiziersanwärter - oder deren Ghostwriter - von ihrem Weg zum Marineoffizier: "Die Begegnung mit dem schwedischen Segelschulschiff 'Gladan' und diversen Delfinen verbreitet positive Stimmung." Der Einsatz-Kameratrupp ist bei spannenden Gefechtsübungen mit dabei: " So wie's aussieht, Feind aus jeder Richtung!" Und die Videos im Bereich "Jugend und Karriere" - Illustration: Junge Menschen in der Bibliothek - wurden das letzte Mal im Mai 2008 erneuert.

Musik-Branchenverband plant Zivilklage gegen Tauschbörsen-Administrator

"Schrecklich enttäuscht" vom misslungenen Kriminalverfahren gegen den Admin der Musik-Tauschbörse OiNK plant der Weltverband der Phonoindustrie IFPI eine Zivilklage gegen Alan Ellis, 26. Den hatte ein Gericht vergangene Woche überraschend in einem Verfahren wegen Verschwörung zum Betrug freigesprochen. Für IFPI-Chef John Kennedy ein Zeichen dafür, dass "das Gesetz den Kontakt mit dem modernen Leben verloren hat". Ginge es nach dem IFPI-Chef, wäre das OiNK-Verfahren eine britische Neuauflage der spektakulären Verurteilung der Pirate-Bay-Verantwortlichen in Schweden geworden. Die betrieben auch eine Bittorrent-Suchmaschine und wurden zu jeweils einem Jahr Haft und insgesamt 30 Millionen Kronen (2,95 Mio. Euro) verurteilt. Kennedy quält vor allem, dass Ellis die Spenden, die er von OiNK-Nutzern erhalten hatte, nicht abgeben muss: "Ich kann nicht schlafen, solange dieser Mann 200.000 Pfund auf seinem Konto sitzen hat."

Tagebuch eines Weltverbesserers

Bill Gates fühlt sich wie in der Schule: "Ich verbringe viel Zeit damit, mich über Dinge zu informieren, die mich wirklich interessieren," schreibt der ehemalige Microsoft-Boss in einer Willkommensnachricht auf seiner neuen Website Gatesnotes.com. Dort will er all das Wissen, das er auf seinen Treffen mit Experten aus aller Welt, auf allen Gebieten erfährt, aufschreiben, aufarbeiten und weiterverbreiten. Das sind vor allem Ideen, wie man die Welt ein bisschen besser machen kann - es geht also herrlich wenig um Computer-, Software- oder Markenquatsch.

Vor allem gibt Gates Antworten: "Sollen Unternehmen den Armen helfen?", "Gibt es Fortschritte bei der Entwicklung eines Aids-Impfstoffs?" Oder "Wo kann ich unvoreingenommene Nachrichten lesen?" Mit Gatesnotes.com setzt der ehemals reichste Mensch der Welt fort, was er kürzlich mit der - für gewisse Kreise aufsehenerregenden - Einrichtung eines Twitter-Kontos begann: Werbung für gute Ideen zu machen.

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Seite 1
saul7 22.01.2010
1. ...
Zitat von sysopPünktlich zum öffentlichen Verriss des Internet Explorers veröffentlicht Mozilla den schon wieder noch besseren Firefox 3.6. Außerdem: US-Army und Weißes Haus bekommen iPhone-Apps, Musikbranche plant Zivilklage gegen Bittorrent-Administrator, Tagebuch eines Weltverbesserers. Das und mehr im Überblick. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,673425,00.html
Habe mir den neuen Firefox runtergeladen und bin sehr zufrieden damit. Ist vielleicht zu viel Schnickschnack dabei, aber er ist mir weit lieber als der IE.
sic tacuisses 22.01.2010
2. Ff 3.6
habe mehrere Monate die Beta-Version getestet. Das war mit Anstand er größte Schrott, den ich je als Browser auf meinem Rechner hatte. Serienweise Abstürze, nicht funktionierende Pop-up-Einstellungen, defekte add-ons und laaaaaaaaanggsaaaaaaaaaaam wie kein anderer. Als langjähriger FF - Anwender habe ich mich mit diesen Macken an Firefox.de gewandt und ausser dümmlich-dreisten Kommentaren nichts, aber auch garnichts erreicht. War sogar zeitweise auf IE umgestiegen so ein Mist war FF3.6 Beta Werde bei 3.5.5 bleiben und das Experiment anderen überlassen.
Achim Detjen 22.01.2010
3. ???
Zitat von sic tacuisseshabe mehrere Monate die Beta-Version getestet. Das war mit Anstand er größte Schrott, den ich je als Browser auf meinem Rechner hatte. Serienweise Abstürze, nicht funktionierende Pop-up-Einstellungen, defekte add-ons und laaaaaaaaanggsaaaaaaaaaaam wie kein anderer. Als langjähriger FF - Anwender habe ich mich mit diesen Macken an Firefox.de gewandt und ausser dümmlich-dreisten Kommentaren nichts, aber auch garnichts erreicht. War sogar zeitweise auf IE umgestiegen so ein Mist war FF3.6 Beta Werde bei 3.5.5 bleiben und das Experiment anderen überlassen.
Sie haben eine BETA-Version GETESTET! So ist das bei TEST`s! Da kann es schonmal zu Problemen kommen. Deshalb wird ja GETESTET! Aber mittlerweile haben ja auch SIE das mitbekommen --- und überlassen Experimente den anderen. Ein Tipp für die Zukunft: erst denken, dann handeln. Das ist in unserer x-fach rückversicherten Gesellschaft in Vergessenheit geraten....
_rj1 22.01.2010
4. Re
Nun ja, wenn wir ehrlich sind, so hat sich die Lage der Beta Produktversionen doch ganz klar in Richtung öffentlicher Test mit finalem Produktnutzungscharakter verschoben. Denken wir doch nur an die jahrelange "Beta" von google Mail, die Windows 7 Release Candidates oder auch die Chrome Beta's, die teilweise bis zu mehreren Produktversionen voraus sind. Durch diesen Wandel erwarten Nutzer nun auch funktionierende Betas, die mal hier oder da ein wenig zicken können. Sie sollten zumindest ihre Grundfunktionalität bereitstellen und das kann der Firefox, zumindest auch meiner Meinung nach immer schlechter. Seit FF3 nutze ich den Chromium Browser, da der FF von seinen ursprünglichen Qualitäten verloren hat, das waren Schnelligkeit, Sicherheit und die Add-Ons. Add-Ons gibt es zwar immer noch, diese bremsen jedoch den Browser wohl eher ein, als dem Nutzer zu helfen.
galileo-anno-2008 22.01.2010
5. Falsches verständnis
Zitat: "Durch diesen Wandel erwarten Nutzer nun auch funktionierende Betas,.." Hier genau liegt der Denkfehler. Diese gut laufenden Betas als Grundsätzlich anzunehmen. Diesen von Ihnen behaupteten Wandel gibt es nicht. Beta heisst immer: wir Testen, wir haben wahrscheinlich Fehler gemacht und wir möchten über Auto -Feedback herausfinden wie unsere Software auf Ihrem persönlichen System läuft. Was Sie da hineininterpretieren ist ihr Problem. Und Windows 7 war vor dem RC, für die breite Masse, eine Beta mit eingeschränktem Nutzerkreis. D. h. MS hat diese Beta möglichst nur sehr erfahrenen Nutzern zur verfügung gestellt. Ihre vorgebrachte Kritik halte ich erst für angebracht, wenn diese Fehler in einer Finalen Version auftreten.
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