Netzwelt-Ticker: Gnadenfrist für Megaupload-Daten

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Die Anwälte von Megaupload haben eine Fristverlängerung für die Datenspeicher des Tauschportals ausgehandelt. Außerdem im Überblick: Neue Apple-Angestellte werden angeblich mit Pseudo-Projekten getestet und Android-User telefonieren gerne im Bad.

Megaupload-Homepage (Archivbild): Zwei Wochen Verlängerung Zur Großansicht
AFP/ megaupload.com

Megaupload-Homepage (Archivbild): Zwei Wochen Verlängerung

Am Montag sorgte die Nachricht von der unmittelbar bevorstehenden Löschung von Daten, die bei Megaupload hochgeladen wurden, bei betroffenen Nutzern für jähen Schrecken. Wegen Piraterievorwürfen wurde der Filehoster zwischenzeitlich geschlossen, Firmengrüder Kim Dotcom, früher bekannt als Kim Schmitz, und einige Mitarbeiter sitzen in Haft. Die USA haben ihre Auslieferung beantragt. Nutzer der Plattform kommen seither nicht mehr an ihre Daten heran.

Nun erklärte Megaupload-Anwalt Ira Rothken gegenüber "Cnet", er habe mit den Unternehmen, bei denen das Unternehmen seine gewaltigen Datenbanken speichern lässt, eine Vereinbarung getroffen. Die Firmen Carpathia Hosting und Cogent Communications hätten eingewilligt, das Datenmaterial für weitere zwei Wochen unangetastet zu lassen.

"Die Hosting-Unternehmen haben uns großzügigerweise zusätzliche Zeit gegeben, so dass wir an einem Abkommen mit der Regierung arbeiten können", so Rothken. Es gehe nicht zuletzt auch darum, Daten vor der Vernichtung zu schützen, die Megaupload im kommenden Gerichtsverfahren als entlastendes Beweismaterial dienen könnten.

Neue Apple-Ingenieure werden angeblich in Fake-Projekten getestet

Getreu der alten Maxime, dass Vertrauen gut sei, Kontrolle aber besser, lässt Apple neue Mitarbeiter angeblich erst einmal an Pseudoprojekten werkeln. So wollen die Verantwortlichen in Cupertino sicherstellen, dass nur vertrauenswürdige Angestellte an Bord sind. Das jedenfalls behauptet der US-Autor Adam Lashinsky in seinem Buch "Inside Apple".

Wie "Business Insider" meldet, habe während eines Vortrages Lashinskys ein Zuhörer im Publikum diese Geschichte bestätigt. Ein Freund von ihm sei leitender Ingenieur bei Apple, zu Beginn seiner Anstellung habe er an Produkt-Attrappen gearbeitet und sei zu dieser Zeit regelmäßig zu Überprüfungsgesprächen gebeten worden. Wer die Apple-typische Geheimniskrämerei bedenkt, wird sich nicht besonders darüber wundern, dass vom Elektronikhersteller keine Stellungnahme zu erhalten war, wie "Cnet" berichtet.

Microsoft beginnt mit ersten Tests von Office 15

Die Veröffentlichung von Microsoft kommendem Büropaket Office 15 rückt näher. Jetzt gab Microsoft bekannt, es habe mit dem sogenannten Technical Preview Program begonnen. In dieser Phase wird das Produkt einem ausgewählten Kreis von Kunden zu Testzwecken überlassen.

Die Software-Rezensenten müssen dazu eine Verschwiegenheitserklärung abgeben, wie das offizielle Produkt-Blog meldet. Eine öffentliche Beta-Version soll im Sommer folgen. Mit der Büro-Software plant Microsoft, mobile und Desktop-Anwendungen, Cloud- und Server-Dienste zum ersten Mal gleichzeitig zu aktualisieren.

Zwei Drittel der Amerikaner telefonieren im Bad

Der stille Ort, auf dem früher Muße für Zeitungslektüre war - das war einmal. Heute ist der technische vernetzte Mensch immer erreichbar, auch auf der Toilette. Das ergab eine amerikanische Studie der Marketing-Agentur 11mark zur IT-Nutzung im Bad. Von 1000 Befragten erklärten drei Viertel, sie hätten ihr Handy schon einmal auf dem WC benutzt. 63 Prozent hätten bereits Anrufe angenommen und immerhin beinahe die Hälfte, 41 Prozent, teilte mit, während der Sitzung bei jemand anderem durchgeklingelt zu haben.

Die Höhe der Toiletten-Telefonierer-Rate hänge allerdings vom bevorzugten Gerätemodell ab. iPhone-Besitzer lieben ihr Smartphone bekanntlich innig. 77 Prozent der Apple-Fans verzichten laut Studie auch auf dem stillen Örtchen nicht auf ihr Hightech-Accessoire. Noch größer ist die Zuneigung bei Nutzern eines Blackberry, von denen 84 Prozent nicht ohne können. Platz eins aber belegen Motorola-Droid-Fans, mit 87 Prozent.

Auch das noch:

  • Chaos bei Volkszählungsauswertung. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung berichtet von der schleppenden Aufarbeitung der beim Zensus 2011 eingeholten Daten. Millionen Fragebögen seien noch nicht zurückgeschickt worden. Deshalb würden die Statistikämter inzwischen beginnen, Zwangsgeldbescheide zu verschicken. Davon seien jedoch Zehntausende juristisch unhaltbar und hätten widerrufen werden müssen.
  • Microsoft-Manager moderiert Xbox 720 ab. Auf den Nachfolger der Xbox 360 warten Fans inzwischen sehnsüchtig. Das müssen sie auch weiter tun, denn Microsofts französischer Marketing-Chef erklärte jetzt, er sei sicher, dass die neue Xbox dieses Jahr nicht mehr herauskomme.
  • iPhone-Lotterie in Hongkong. Beim Verkaufsbeginn des iPhone gab es in China heftige Tumulte. Um derartige Vorkommnisse künftig zu verhindern, testet Apple in Hongkong ein neues Reservierungssystem. Anstelle langer Warteschlangen von Apple-Jüngern gibt es jetzt die Pflicht zur Online-Registrierung. Von den Angemeldeten können sich nur die Empfänger einer Antwort-E-Mail auf ein neues iPhone freuen. Die Laufkundschaft in den Läden geht leer aus. An der Vergabe-Lotterie dürfen nur die teilnehmen, die sich mit gültiger Identifikation anmelden. So soll weiterer Zwischenhandel unterbunden werden.
  • Windows Vista wird fünf Jahre alt. Von Beginn an ungeliebt, konnte Microsofts Betriebssystem nie so recht überzeugen. Zahlreiche Windows-Nutzer blieben lieber dem Vorgänger XP treu. Trotzdem lag der Vista-Marktanteil 2009, kurz vor Einführung von Windows 7, immerhin bei 19 Prozent. Auch jetzt nutzen immer noch neun Prozent die 2007 eingeführte Programmversion.

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insgesamt 2 Beiträge
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1.
franko_potente 31.01.2012
Zitat von sysopDie Anwälte von Megaupload haben eine Fristverlängerung für die Datenspeicher des Tauschportals ausgehandelt. Außerdem im*Überblick:*Neue Apple-Angestellte werden angeblich an mit Pseudo-Projekten getestet und Android-User telefonieren*gerne im Bad. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,812403,00.html
ibteressant, die eglt Hoster der Daten werden alo nicht belangt, nur der Vermittler? Ist KIM nicht Deutscher? Wird er etwas ausgeliefert?
2.
spatenheimer 01.02.2012
Zitat von franko_potenteibteressant, die eglt Hoster der Daten werden alo nicht belangt, nur der Vermittler? Ist KIM nicht Deutscher? Wird er etwas ausgeliefert?
Überraschenderweise gilt das deutsche Grundgesetz, in dem das Auslieferungsverbot formuliert ist, nicht in Neuseeland. Verrückt, nicht wahr?
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