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Netzwelt-Ticker: Google bringt eigenen E-Book-Reader heraus

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Amazons Lesegerät Kindle bekommt Konkurrenz von Google, YouTube Live wird in Deutschland wohl nicht kommen, und wie man sich mit Gesichtserkennung gruseln kann. Das und mehr in unserem Überblick.

Google-Lesegerät: Verkaufsstart noch im Juli - zumindest in den USA Zur Großansicht
AFP/ Google

Google-Lesegerät: Verkaufsstart noch im Juli - zumindest in den USA

Geschichten in hoher Auflösung verspricht schon der Name von Googles neuem E-Book-Reader, der in der kommenden Woche vorerst nur in den USA verkauft werden soll. Das Gerät namens "Story HD" stammt von dem koreanischen Hersteller iriver und soll zum Preis von 140 Dollar zu haben sein, teilt Google im hauseigenen Blog mit. Das Lesegerät bietet einen Direktzugang zu dem schon im vergangenen Dezember eröffneten "ebookstore" von Google. So wird den Käufern das Lesen von Googles E-Books ein gutes Stück erleichtert.

Bislang mussten sie nämlich die Texte erst via USB-Kabel vom heimischen Rechner auf ein Lesegerät ihrer Wahl übertragen. Über 80 verschiedene Geräte boten viel Auswahl, aber auch Gelegenheit zur Verwirrung. Der Story HD kann dagegen mit W-Lan bestückt werden, wodurch der Lesefreund auch direkten Zugriff auf Googles kompletten elektronischen Bücherbestand hat.

Zusätzlich gibt es noch Apps für Android sowie Apples iPhone und iPad. Gekaufte Bücher werden nicht mehr auf der Festplatte zu Hause gespeichert, sondern in der Cloud. Das erlaubt die Synchronisierung zwischen verschiedenen Geräten. Der Leser kann vom Laptop übers Smartphone zum E-Reader oder Tablet wechseln und an der Stelle weiterlesen, an der er zuvor aufgehört hat.

Eine Million Twitter-Apps

Alle meckern über Twitter, aber der Microbloggingdienst erfreut sich weiterhin ungebrochenen Zuspruchs. Das wird nicht zuletzt an der Zahl der Applikationen deutlich, die fleißige Entwickler unablässig für den Zwitscherservice programmieren. Twitter machte jetzt ein bisschen Reklame in eigener Sache und veröffentlichte dazu einige Zahlen. Demnach wird durchschnittlich alle anderthalb Sekunden eine neue Twitter-App veröffentlicht.

Gab es vor Jahresfrist gerade einmal 150.000 Anwendungen, so hätten seitdem 750.000 Entwickler diese Zahl auf eine Million gebracht. Das, so brüsten sich die Twitter-Macher, habe auch Investoren aufmerksam gemacht. Immerhin eine halbe Milliarde Dollar seien im letzten Jahr in Unternehmen geflossen, die Twitter-Apps entwickelten.

YouTube Live in Deutschland schon vor dem Start am Ende?

Auf ein eigenständiges deutsches YouTube-Angebot wird hierzulande so mancher gewartet haben und jetzt ein langes Gesicht machen. Denn allem Anschein nach wird YouTube Live in Deutschland nicht starten können, da es mit den geltenden Mediengesetzen kollidiert. Ein Livestreaming-Angebot würde nämlich dem gestrengen deutschen Rundfunkrecht unterliegen. Wenn nämlich private Betreiber Rundfunk veranstalten wollten (und unter diese Definition fällt eben auch das Livestreaming), benötigten sie zuvor eine entsprechende Genehmigung der Medienanstalten.

Damit bekommt niemand ein Problem, der die Freunde in Übersee an der Geburtstagsparty teilhaben lässt, wie im ZDF-Blog Hyperland erklärt wird. Wer aber ein Fußballspiel aus der C-Kreisliga den Fans von nah und fern zugänglich mache, sei schon nicht mehr auf der sicheren Seite. Denn die Grenze liegt bei nur 500 Zuschauern. Wird die überschritten, besteht Genehmigungspflicht. Viel zu umständlich und riskant, finden offensichtlich die Verantwortlichen bei der YouTube-Mutter Google. Jedenfalls hätte "zumindest ein deutscher Top-YouTuber gegenüber Hyperland" erklärt, ein deutsches Livestreaming-Angebot werde es fürs erste nicht geben.

Hochauflösendes Foto vom Glastonbury-Festival mit Facebook-Tags

An Rundumüberwachung durch Kameras haben wir uns inzwischen alle mehr oder weniger freudig gewöhnt. Doch wohin die datenmässige Erfassung selbst von großen Menschenansammlungen bei gleichzeitiger individueller Identifizierung führen kann, zeigt ein hochauflösendes Foto. Das wurde beim letztjährigen Glastonbury Musikfestival geschossen und zeigt die versammelten Fans des Spektakels in Großaufnahme. Mit Hilfe von praktischen Tagging-Funktionen, wie sie zum Beispiel Facebook benutzt, bekommt beinahe jeder auf dem eigentlich unüberschaubar wirkenden Wimmelbild seinen Namen zugewiesen. Gruselig, findet Blogger fefe, daran müssten wir uns jetzt wohl gewöhnen, wenn sich niemand bemühe, dergleichen zu verhindern.

Außerdem wichtig am Dienstag

Universitäten brauchen die Google-Geldspritze: Google lässt ab Herbst in Berlin die Auswirkungen des Internets auf die Gesellschaft erforschen - was zu der Frage führt, warum deutsche Universitäten damit nicht längst schon beschäftigt sind.

Kino.to scheint quicklebendig: Der Kampf gegen illegale Streaming-Portale gleicht der Bekämpfung der Hydra: Kaum ist ein Angebot gesperrt, ist ein anderes online. Jetzt ist offenbar sogar Kino.to, vor einem Monat mit großem Polizeiaufgebot dichtgemacht, wieder zurück.

Auch das noch:

  • Android-Trojaner späht via SMS zugestellte E-Banking-TANs aus
  • Windows 7 seit Veröffentlichung 400 Millionen mal verkauft
  • Yahoo erntet Kritik für das Scannen von E-Mails
  • Wer was an einer Apple-App verdient

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1. Kleiner Scherz mit dem Überwachungswahn?
Hugh, 12.07.2011
Zitat von sysopAmazons Lesegerät Kindle bekommt Konkurrenz von Google, YouTube Live wird in Deutschland wohl nicht kommen, und wie man sich mit Gesichtserkennung gruseln kann. Das und mehr in unserem Überblick. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,773851,00.html
ganz so einfach scheint das mit der Gesichtserkennung denn doch nicht zu sein. Es werden da nämlich durchaus Frauen mit Männernamen und Männer mit Frauennamen gekennzeichnet. Oder es hat sich jemand mit dem Überwachungswahn einen kleinen Scherz erlaubt?
2. Keine Gesichtserkennung
Loosa 12.07.2011
Laut den Teilnahmebedingungen werden die Tags per Hand erstellt. Entweder von den Personen selbst oder Bekannten. Dabei wird darauf hingewiesen, dass man sich zuerst die Erlaubnis einholen muss. Zudem hingen bei dem Festival Infos über diesen Guinness-Buch-Versuch und die Leute wurden auch per Ansager und Countdown informiert. Wer nicht erscheinen will solle sich einfach wegdrehen oder das Gesicht verdecken. Zudem kann man sich auch nachträglich verwischen lassen (wenn man ein Foto als Beweis einschickt, hah!). So wurden zum Beispiel auf dem Campingplatz links oben sehr viele Personen unkentlich gemacht. Dadurch verliert das Foto aber nichts von seiner Gruseligkeit. Selbst wenn in dem Fall alles mit rechten Dingen zuging, zeigt es was die Zukunft so bringen wird/kann. Nach der Gesichtserkennung in Fotos kommt sie mit Sicherheit als nächstes in Videos. Und dann dauert es nicht mehr lange bis ich mein Smartphone auf Passanten richte um Informationen, vom Geburtstag bis zur Bonität, eingeblendet zu bekommen... So ähnlich taucht das ja auch in Freedom (TM), von Daniel Suarez auf.
3. ...
tylerdurdenvolland 12.07.2011
Zitat von LoosaLaut den Teilnahmebedingungen werden die Tags per Hand erstellt. Entweder von den Personen selbst oder Bekannten. Dabei wird darauf hingewiesen, dass man sich zuerst die Erlaubnis einholen muss. Zudem hingen bei dem Festival Infos über diesen Guinness-Buch-Versuch und die Leute wurden auch per Ansager und Countdown informiert. Wer nicht erscheinen will solle sich einfach wegdrehen oder das Gesicht verdecken. Zudem kann man sich auch nachträglich verwischen lassen (wenn man ein Foto als Beweis einschickt, hah!). So wurden zum Beispiel auf dem Campingplatz links oben sehr viele Personen unkentlich gemacht. Dadurch verliert das Foto aber nichts von seiner Gruseligkeit. Selbst wenn in dem Fall alles mit rechten Dingen zuging, zeigt es was die Zukunft so bringen wird/kann. Nach der Gesichtserkennung in Fotos kommt sie mit Sicherheit als nächstes in Videos. Und dann dauert es nicht mehr lange bis ich mein Smartphone auf Passanten richte um Informationen, vom Geburtstag bis zur Bonität, eingeblendet zu bekommen... So ähnlich taucht das ja auch in Freedom (TM), von Daniel Suarez auf.
Was haben sie denn? Gehen sie doch mal mit der Zeit! Im Asagt es der Spiegel doch ganz offen: "An Rundumüberwachung durch Kameras haben wir uns inzwischen alle mehr oder weniger freudig gewöhnt."
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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