Netzwelt-Ticker: Google bringt Print-Magazine online

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Googles Buchsuche durchforstet jetzt auch die digitalisierten Ausgaben von US-Magazinen. Künftig sollen die Hefte in die Web-Suche eingebunden werden. Außerdem im Überblick: Peking wird W-Lan-Weltstadt, Googles Android bekommt Verstärkung und in Ägypten gibt's das iPhone nur ohne GPS.

Google scannt und durchsucht nach Kräften alles, was einmal gedruckt wurde. Das galt bisher für Tageszeitungen und Bücher. Jetzt kommt eine weitere Sparte hinzu: Magazine und Zeitschriften. Die bietet nun auch Titel wie das "Popular Science-Magazin", dessen komplettes Archiv bis zum Jahr 1870 via Google zugänglich ist.

Google Book Search: Jetzt lässt die Suchmaschine auch Print-Magazine online lesen

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Populäre Dickschiffe wie "Time", "Sports Illustrated" oder "Newsweek" fehlen bislang aber noch, weil die entsprechenden Lizenzen der Verlage noch nicht vorliegen. Offenbar aber steht Google bereits in Verhandlungen mit den Lizenzinhabern. Die Zahl der erfassten Zeitschriften soll kontinuierlich wachsen, bis die entsprechenden Suchergebnisse schließlich auch in Googles Startseite eingebettet werden. "Sie werden Magazine finden, von denen Sie gar nicht gewusst haben, dass Sie danach suchten", so das offizielle Google-Blog.

Peking bald größter Hotspot?

In China stehen die Zeichen weiterhin auf Wachstum, das gilt auch für den Online-Bereich. Offensichtlich haben die Testläufe für den drahtlosen Internet-Zugang während der Olympischen Spiele die Verantwortlichen so überzeugt, dass nun ganz Peking kostenfreies W-Lan erhalten wird. Bis 2011 sollen sämtliche Bezirke der chinesischen Hauptstadt in den Genuss drahtloser Internet-Verbindungen kommen. Damit wäre Peking dann die größte komplett per W-Lan vernetzte Stadt der Welt.

Allerdings wird nicht recht klar, ob die Techniker aus dem Experiment im Sommer auch die richtigen Schlüsse ziehen werden. Zwar wurden während der Spiele einige Hauptverkehrsstraßen Pekings mit W-Lan-Sendern ausgestattet. Jedoch war das Signal so schlecht, dass ein Internetzugang zumeist nicht zu bewerkstelligen war, so der Hongkonger Mediendienst "Danwei".

Android-Allianz bekommt Zuwachs

Googles Open Handset Alliance (OHC) wächst kräftig. Der Zusammenschluss verschiedener Firmen, die sich an der Entwicklung des Handy-Betriebssystems Android beteiligen wollen, hat 14 neue Mitglieder gewonnen. Darunter auch Handyhersteller Sony Ericsson. Der kündigte genau wie Asus an, Android-basierte Smartphones entwickeln zu wollen. Das bedeutet aber nicht, dass die Schweden die bislang verwendeten Plattformen Symbian und Windows Mobile aufgeben. Android erweitert den Angebotsrahmen lediglich.

Lieber bloggen, als auf der Straße zu stehen

REUTERS

Auch an Journalisten geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorüber: Tania Khadder und John Henion aus San Francisco sind seit kurzem arbeitslos. Und was machen arbeitslose Journalisten? Schreiben natürlich. Ihre neue Lebenssituation nahmen die Beiden zum Anlass, ein Blog ins Leben zu rufen. Unter unemploymentality.com berichten sie darüber, wie sich ihr Leben durch den Jobverlust verändert. Ihre Werbekampagne in San Franciscos Market Street allerdings ist noch ziemlich Old School.

mak

Militärgeheimnis: iPhone in Ägypten ohne GPS

In Ägypten haben die Behörden offensichtlich Angst vor Bürgern mit zu großer Fähigkeit zur Orientierung. Anders ist nicht zu erklären, wieso Apples iPhone im Land der Pyramiden nur unter der Voraussetzung verkauft werden darf, dass die eingebaute GPS-Funktion deaktiviert wird. Offizielle Begründung: Die genaue Ortung durch das Global Positioning System (GPS) sei einzig dem Militär vorbehalten.

Von Protesten Apples gegen diese Zensurmaßnahmen hat die Öffentlichkeit nichts vernommen. Kein Wunder, mutmaßt die "New York Times", denn kein Unternehmen möchte mögliche Umsätze einfach drangeben. Schließlich sei der Unterhaltungselektroniker aus Cupertino gerade dabei, die ersten Schritte in den chinesischen Markt mit bis zu 500 Millionen potentiellen Kunden zu unternehmen, und auch dort seien technische Einschränkungen Teil der Verhandlungen mit den Behörden.

Die wünschen sich zum Beispiel die Deaktivierung der W-Lan-Fähigkeiten des Kulthandys oder des Zugangs zum 3G-Netzwerk. Mit Blick auf die Kooperation von Google mit der chinesischen Zensur ahnt der Betrachter, wie sich Apple entscheiden dürfte. In Ägypten zumindest scheint die GPS-Sperre keinen rechten Sinn zu ergeben. In Zeiten, in denen durch Dienste wie Google Earth jeder ägyptische Eselskarren identifiziert werden kann und User zumindest virtuell auch an verbotene Plätze gelangen könnten, seien solche Maßnahmen völlig "witzlos", zitiert "The Register" ägyptische Blogger.

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