Von Richard Meusers
Letzte Woche gab es einen Schadprogramm-Alarm in Googles Software-Portal Android Market. Über 50 Anwendungen waren aufgefallen, weil sie nach Trojaner-Art die Smartphones ihrer Besitzer ausspähten und Malware verbreiteten. Alles halb so schlimm, versuchte Google abzuwiegeln, mehr als die Seriennummer des Gerätes und die jeweils installierte Android-Version sei dabei nie übertragen worden.
Trotzdem scheint den Technikern des Suchmaschinenbetreibers die Angelegenheit nicht ganz geheuer. Also begannen sie per Fernwartung die entsprechenden Apps von allen Smartphones zu entfernen, auf denen sie installiert worden waren. In einer E-Mail informierte der Android Market Support die Betroffenen von der Maßnahme. Die bestand in der Installation eines Updates für die Android Market Security, das eine Art Killswitch beinhaltet. Der soll bis Mittwoch sämtliche befallenen Geräte säubern. Und das könnte durchaus eine ganz ansehnliche Menge sein. Die "Financial Times Deutschland" nannte einen Schätzwert von bis zu 200.000 Fällen, in denen Anwender die bösartigen Apps heruntergeladen hätten. Die Smartphone-Besitzer wurden dabei kalt erwischt, dachten sie doch, sie würden sich lediglich so harmlose Applikationen wie Währungsrechner oder Bildbearbeitungsprogramme besorgen. Google selbst habe keine Angaben zur Anzahl der betroffenen Handys gemacht.
O2-Pornosperre blockt Gemüseanbieter
Großbritannien demonstriert gerade, wohin es führt, wenn Netzsperren in richtig großem Umfang eingesetzt werden. Es gibt, wer hätte das gedacht, Kollateralschäden. Im konkreten Fall hat O2 eine Reihe von Filtern installiert, die bestimmte Begriffe mit einer "über 18"-Einschränkung versehen. Und so staunten die Betreiber des britischen Gemüsevertriebs "Love fresh" nicht schlecht, als sie feststellten, dass ihr Online-Auftritt als nicht jugendfrei klassifiziert worden war. Womit zumindest so gut wie jeder britische iPhone-Nutzer beim Aufruf der Gemüseseite zwischenzeitlich nur eine leere Fläche zu sehen bekam. Denn beinah alle iPhones in Großbritannien haben einen O2-Vertrag. Mittlerweile wurde der Grünzeug-Anbieter auf eine Whitelist gesetzt und ist auch auf der Insel wieder erreichbar, berichtet der "Guardian".
Zur Sperrung war es gekommen, weil Wörter wie "frische Früchte/Früchtchen" zu den einschlägigen Schlüsselbegriffen in der Pädophilenszene gehören. Wer nun eine von O2 gefilterte Webseite ansteuert, landet auf einer anderen Seite, wo eine Altersverifikation über eine Kreditkarte verlangt wird. Wobei dieser Service nicht etwa von Jugendschutzexperten übernommen wird, sondern von Bango.com, einem ganz normalen Bezahldienst. Der dabei auch noch ungewöhnlich hohe Provisionsraten einkassiert. "Jugendschutz kann so ein einträgliches Geschäft sein", lautet der nüchterne Kommentar im "Notizblog".
Stecken USA und Israel hinter Stuxnet?
Ein deutscher IT-Sicherheitsexperte ist sich sicher, hinter dem Stuxnet-Wurm, dessen erfolgreiche Attacken dem iranischen Nuklearprogramm einen erheblichen Dämpfer versetzt haben, steckten Israel und die USA. Auf einer Fachkonferenz äußerte er die Überzeugung, die eigentliche Quelle für den Schadcode sei aber auf jeden Fall in den USA zu vermuten. Seine Entwickler hätten offensichtlich Insider-Informationen besessen, bis hin zur Schuhgröße des Bedienungspersonals, erklärte Ralph Langner in einem Vortrag bei der legendären TED-Konferenz. Das Funktionsprinzip des Wurms hätte in der Unterbindung des direkten Datenflusses zwischen Bedienpersonal und den Computersystem bestanden. So hätten die Techniker auf ihren Schirmen normal arbeitende Zentrifugen gesehen, die aber tatsächlich bereits außer Kontrolle gewesen seien. "Das ist definitiv Hardcore-Sabotage. Es ist wie in einem dieser Filme, wo während eines Raubüberfalls die Überwachungskameras nur eine Bildschleife zeigen, auf der alles in Ordnung ist", so der IT-Experte.
Strafanzeige gegen Wikipedia-Autoren wegen fehlender Fußnoten
Plagiate und kein Ende. Noch hat sich der Pulverdampf um die Guttenberg-Affäre nicht gelegt, da gibt es in Sachen geistiges Eigentum schon wieder Ärger. Diesmal ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia betroffen, genauer, fünf ihrer Autoren. Die hatten einen Lexikoneintrag über eine Rede des seinerzeitigen NS-Wirtschaftsministers Funk verfasst. Dabei stützten sie sich auf Aussagen und Textpassagen eines Buches zum Thema. Dessen Verfasser Georg Zoche war nun nicht amüsiert, als er feststellte, dass die Wikipedia-Autoren die von ihm übernommen Textstellen überarbeitet und die Quellenangabe zu seinem Werk entfernt hatten. Sein Text sei "geguttenbergt" worden, beschwerte sich Zoche.
Die Angelegenheit gipfelte in einer Strafanzeige des Autors gegen die Wikipedia-Mannen. Dabei verfolge er überhaupt kein kommerzielles Interesse, es gehe ihm nur ums Prinzip, erklärte er gegenüber Heise. Einen Werbeffekt durch Nennung seines Namens kann sich der Autor kaum erhoffen, dafür findet der umstrittene Artikel eindeutig zu wenige Leser.
Auch das noch:
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