Netzwelt-Ticker: Google erweitert Geheimlabor für Projekt X

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Der Werbekonzern Google baut die Hardware-Entwicklung aus, iranische Internet-Zensoren machen das Land zur Gated Community, Sarkasmus als Antwort auf Anonymous-Hack. Das und mehr im Nachrichten-Überblick.

Google-Ingenieur: Ein Mitarbeiter schraubt in einer der wenigen nicht geheimen Werkstätten Zur Großansicht
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Google-Ingenieur: Ein Mitarbeiter schraubt in einer der wenigen nicht geheimen Werkstätten

120 Millionen Dollar investiert Google in den Ausbau von Entwicklungsabteilungen am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die Lokalzeitung "Mercury News" hat bei den Behörden eingereichte Unterlagen eingesehen und berichtet, dass Google vor allem in Hardware-Entwicklung investiere.

Unter den Projekten, deren Erprobung in den neuen Anlagen vorgesehen ist, befindet sich "@home". In den erweiterten Räumlichkeiten für dieses Projekt will Google unter anderem die Qualität von Funkverbindungen testen. Das "Wall Street Journal" hatte in der vergangenen Woche berichtet, Google entwickele Hardware, die Musik und Videos drahtlos auf verschiedene Haushaltsgeräte streamen soll.

Zudem fanden die Reporter der "Mercury News" in den Unterlagen Hinweise auf einen Ausbau der Räumlichkeiten für das geheimnisumwitterte "Projekt X". Bei diesem Projekt kommt "optische Präzisionstechnologie" zum Einsatz, zudem sollen Plasmaätzanlagen zum Einsatz kommen - ein Standardverfahren bei der Fertigung integrierter Schaltkreise. Was Google-Ingenieure in den Projekt-X-Räumen hinter schwarz abgeklebten Fenstern entwickeln, lässt sich aus den nun bekannten Details nicht ableiten.

Iran verstärkt Internet-Zensur

In Iran blockieren Provider den verschlüsselten Abruf bestimmter Web-Dienste. Der Iran-Korrespondent der "Washington Post" berichtete schon in der vergangenen Woche, er könne eine Reihe von Web-Angeboten wie Google Mail, Google Reader und Facebook nicht mehr https-verschlüsselt aufrufen. Er erhalte nur eine Fehlermeldung: "Aufgrund von Gesetzen gegen Computer-Kriminalität wird der Zugriff auf diese Web-Seite verweigert." Eine Beobachtung, die Google bestätigte. Laut einer Unternehmenssprecherin seien Angebote wie die verschlüsselte Suche, Google Mail und YouTube in dem Land blockiert.

Sarkasmus als Antwort auf Anonymous-Hack

Die Reaktion von Website-Betreibern, deren Angebote von selbsternannten Anonymous-Aktivisten gehackt wurden, ist in der Regel mehr oder weniger ohnmächtiger Zorn. Gefolgt von mühevoller Arbeit, die Angebote wieder zum Laufen zu bringen. Das blieb auch den Machern der Nachrichtenseite der Bostoner Polizei nicht erspart. Hacker hatten den Web-Auftritt durch eine eigene Botschaft und einen Musik-Clip ersetzt, in dem der Rapper KRS-One seinen Song "Sound of Da Police" darbietet. Nach gut einer Woche ist die ursprüngliche Seite zurück, berichtet das Sophos-Blog Naked Security. Aber von Zorn oder Ärger der Seitenbetreiber keine Spur. Im Gegenteil, sie veröffentlichten ein Video, in dem zu den Klängen des KRS-One-Songs einige Polizisten davon berichteten, wie schwer es ohne das eigene Nachrichtenportal gewesen sei. Einer der Beamten verpasste den Hackern eine elegante Retourkutsche: "Warum sollte irgendjemand einen so guten Song von KRS-One zerstören?"

Auch das noch:

  • Zugradar-App soll Positionen von Zügen erkennen und übermitteln. Wann ist welcher Zug wo und wie viel Verspätung hat er? Diese Infos können mit einer neuen App für Android und iOS bald direkt aufs Handy kommen. Die Anzeige aller Zugbewegungen in Echtzeit wird laut Deutscher Bahn unterm Namen "Zugradar" noch in der ersten Jahreshälfte 2012 herauskommen.
  • Taiwanische Forscher versuchen, den menschlichen Herzschlag als Passwort zu nutzen. Weil der Puls bei jedem Menschen anders schlägt und sich die unregelmäßigen, individuellen Muster auch nicht wiederholen, eignet er sich zur Verschlüsselung diverser Systeme. Wissenschaftler arbeiten an einem System, in dem Geräte wie zum Beispiel externe Festplatten nur nach Berührung der zuvor festgelegten Person den Zugriff erlauben.
  • Die Antenne aus der Sprühdose. Gerade unterwegs und der Handy-Empfang ist schlecht? Einfach die Spraydose zücken und eine Zusatzantenne sprühen. Klingt wie ein alberner Traum, ist aber tatsächlich das Projekt eines US-Unternehmens namens Chamtech. Denkbare Einsatzmöglichkeiten der Sprühantenne sind unwegsame Gelände, wie sie etwa bei Militäreinsätzen üblich sind.

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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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