Google-Mitarbeiter haben Privilegien - private Diener gehören aber nicht mehr dazu. Außerdem im Überblick: Geocities bekommt ein Wolkenkuckucksheim, Apple regiert das Tablet, nicht aber das Smartphone-Reich, ein Boykott-Aufruf gegen die Video-Barbie.
Inmitten des Kampfes der großen IT-Firmen um die besten Mitarbeiter hat Google beschlossen, seinen Angestellten die Diener zu streichen: Ab sofort, so will es der Lästerblog "Valleywag" aus erster Hand erfahren haben, helfen keine Dienerlein mehr bei der Erledigung lästiger Privataufgaben, führen den Hund aus, holen die Geburtstagstorte aus der Bäckerei oder polieren den Segway.
Dienstmädchen und Laufburschen für Google-Mitarbeiter? War ja nur ein Testlauf. Die amerikanische Firma TaskRabbit vermittelt Privatleuten und Firmen Helferlein, und Google kaufte ein Probe-Abo für seine Angestellten. Ganz so, wie viele andere Firmen mit Solarium-, Fitnessstudio- oder Gourmet-Snack-Gutscheinen für gute Stimmung bei den Arbeitern und Arbeiterinnen zu sorgen versuchen.
Warum aber hat Google diesen Service wieder eingestellt? Vielleicht, spekuliert "Valleywag"-Blogger Ryan Tate, will das Internet-Unternehmen ja einfach nicht als ein Unternehmen gesehen werden, das Billiglohn-Arbeiter anstellt. Und ganz davon abgesehen gebe es ja noch immer Pförtner, die einfache Aufgaben für die Mitarbeiter erledigen: Restaurant-Reservierungen, Theaterkarten ...
Geocities bekommt ein Wolkenkuckucksheim
"Gerade kann man das ganze Geocities in einer einzigen 652 Gigabyte großen Datei über Bittorrent herunterladen", schreibt "Wired"-Epicenter-Blogger Scott Gilbertson milde euphorisch. Geocities, das war Mitmachnetz, bevor Modebegriffe wie Web 2.0 oder Blogosphäre im Umlauf waren - bis Yahoo diesen riesigen Schatz ungezügelter menschlicher Kreativität von oft erstaunlich niedrigem Niveau, wenn auch oft unheimlich liebevoller Herangehensweise, Ende 2009 schloss.
Wer sich dieses halbvolle Terabyte Internetgeschichte nicht herunterladen will, findet auf reocities.com, geociti.es, geocities.ws und oocities.org wundersamerweise Archive voller blinkender, Midi-piepsender, in lustigen Schriften beschriebener Klickibunti-Websites. Und wem das noch nicht reicht, dem drängt sich förmlich der Geocities-izer auf, der zeigt, wie heutige Websites damals geblinkt und geblitzt hätten. Aber Vorsicht, das ist nichts für empfindliche Gemüter.
Apple regiert das Tablet-Reich ...
Computerhersteller Apple ist Marktführer in Sachen Tablet-Computer: Das iPad hatte im dritten Quartal 2010 einen Tablet-Marktanteil von 95 Prozent, während Tablet-Computer, auf denen Googles Android-Betriebssystem läuft, nur 2,3 Prozent ausmachen. Das ist die wenig überraschende Einsicht der Markforscher Strategy Analytics. Schon eher interessant sind absolute Zahlen: Von den im letzten Untersuchungszeitraum verkauften 4,4 Millionen Tablets entfielen 4,19 Millionen auf Apples iPad. Bleibt abzuwarten, ob sich dieses Verhältnis umkehren wird, sobald mehr Alternativen zum iPad auf dem Markt sind.
Denn beim iPhone ist das längst so: Da überholen günstige Android-Geräte die Apple-Luxusware im Rennen um Marktanteile.
... und Apple will noch mehr - mit dem iPhone 5
Glaubt man Gerüchten auf Cultofmac, dann wird Apple einen Nahfeld-Chip im neuen iPhone 5 einbauen - und das iPhone 5 damit nicht nur zu einem elektronischen Geldbeutel, Ausweissystem und Kuppler machen, sondern auch zu einer Transportbox für den Heimcomputer. Diese Gerüchte haben sich schon im August angekündigt, als Apple Experten für NFC suchte.
Near Field Communication, NFC, ist ein Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Informationen über kurze Strecken.
Bedeutet für Apple: Hält man das iPhone 5 an seinen Mac, lädt dieser aktuelle Änderungen des Benutzerkontos auf das iPhone - hält man dieses nun an einen fremden Mac, kann man von ihm aus mit dem eigenen Benutzerkonto weiterarbeiten. Cultofmac.com erklärt ausführlicher, was mit NFC möglich ist.
Psychologin ruft zum Barbie-Boykott
Kaum zu glauben, dass Spielzeug- und Waffenhersteller Mattel tatsächlich eine Barbie-Puppe mit eingebauter, funktionsfähiger Spionagekamera auf den Markt bringt. Im "Sydney Morning Herald" schütteln eine australische Psychologin, ein Verbraucherschützer und ein Bürgerrechtler gemeinsam den Kopf darüber, welches Unheil die Video-Barbie, in deren Vinylkörper eine Minikamera eingelassen ist, in ein Kinderzimmer bringen kann. Dagegen helfen nur bessere Privatsphären-Gesetze, sagt der Verbraucherschützer, nur bessere Eltern, sagt die Psychologin, und eigentlich gar nichts, sagt der Bürgerrechtler: Es gibt schon so viele Minikameras, in jedem Handy, an jedem Computer - da bringe das Verbot einer Video-Barbie doch auch nichts mehr.
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