Netzwelt-Ticker: Googles Buchshop angeblich kurz vor dem Start

Von Richard Meusers

Googles Bücherladen soll jetzt wirklich online gehen - nach langen Verzögerungen. Amazon hat sich mit seinen Montags-Schnäppchen keine Freunde gemacht, und Kamerahersteller werkeln schon wieder an einem neuen Standard. Das und mehr im Überblick.

Ein Mitarbeiter von Google Books: Bald auch ein Buchhändler?Zur Großansicht
dpa

Ein Mitarbeiter von Google Books: Bald auch ein Buchhändler?

Jetzt geht's los: Einem Zeitungsbericht zufolge will Google seinen Internet-Buchladen endlich ans Netz bringen. Das Google Editions genannte Angebot soll dem "Wall Street Journal" zufolge in Kürze in den USA und im ersten Quartal 2011 dann auch in anderen Ländern verfügbar werden. Der Starttermin hat sich bereits mehrmals verzögert. Technische und rechtliche Hindernisse sollen den ursprünglich für den Sommer geplanten Start verhindert haben.

Anders als beispielsweise Amazon, dessen Angebot ganz auf das eigene Lesegerät Kindle und davon abgeleitete Lesesoftware spezialisiert ist, sollen Bücher aus Googles Angebot auf einer Vielzahl unterschiedlicher Tablet-PC, Smartphones und E-Book-Readern gelesen werden können. Der Trick dabei: Die Inhalte sollen grundsätzlich nur online gelesen werden - die E-Books bleiben in der "Cloud", der großen "Wolke" aus vielen Internet-Servern.

Angeblich soll die dafür entwickelte Plattform auch anderen Anbietern zugänglich gemacht werden, die eigene darauf basierende Online-Buchläden aufziehen könnten.

Google will nach bisherigen Planungen nur Bücher anbieten, die aktuell auch in gedruckter Form zu kaufen sind. Eine Verknüpfung mit dem Dienst Google Book Search war bisher nicht geplant. Über diesen lassen sich Millionen Bücher durchsuchen und kostenlos ansehen, die Google vor allem aus Bibliotheken eingescannt hat.

mak/AFP

Kritik an Amazons Cyber-Monday-Angeboten

Cyber-Monday, der Montag ach Thanksgiving, ist traditionell Schnäppchentag im Netz, auch beim Online-Kaufhaus Amazon. Mit mal gerade 177 Euro war zum Beispiel Amazons Preis für die Playstation 3 ein echter Hingucker. Das allerdings wohl nur für kurze Zeit. Schon wenige Sekunden nach Verkaufsbeginn war die Daddelkiste nur noch zum Normalpreis von knapp 300 Euro zu bekommen. "Stiftung Warentest" zitiert Gerüchte, denen zufolge nur 40 Geräte zum Vorteilspreis in den Verkauf gelangt seien.

Die Warentester äußern den Verdacht: "Das und die meisten anderen Cyber-Monday-Schnäppchen waren Lockvogel-Angebote". Mit der Folge, dass beinahe alle Interessenten leer ausgingen. Aber eben nur beinahe. Ein Händler brüstete sich damit, "bisher 4x fritzboxen, 8x powershots, 2x sony tv, 2x beamer 4x office und 6x alien" zum Schnäppchenpreis ergattert zu haben. Die Geräte wolle er nun mit einem Aufschlag von 20 bis 30 Prozent weiterverkaufen. Das sei "ein netter Gewinn".

Die Aktion stößt auch den Verbraucherschützern sauer auf. Derzeit würden sogar juristische Schritte bis hin zur Abmahnung oder gar Klage geprüft. "Solche Lockvogelangebote sind unlauterer Wettbewerb und damit verboten", wird Kerstin Hoppe vom Verbraucherzentrale Bundesverband zitiert.

Schon wieder neue Speicherkarten

Fotos werden heute mit immer höherer Auflösung geknipst. Also muss das Speichermanagement verbessert werden. Genau zu diesem Ziel haben sich Nikon, Sandisk und Sony zusammengetan, um neue Speicherstandards zu entwickeln. Die sollen den gestiegenen Kapazitätsanforderungen gerecht werden. Profi-Fotografie wie HD-Video-Anwendungen verlangen demnach nicht nur nach Speicherkarten mit mehr Kapazität, die großen Dateien sollen auch möglichst schnell auf den Rechner geschaufelt werden können.

Die Einzelheiten des neuen Standards haben die drei Unternehmen jetzt der CompactFlash Association (CFA) vorgelegt. Sollte die CFA den Vorschlag abnicken, können sich Hersteller von digitalen Kameras an neuen Anforderungen orientieren. So soll die handelsübliche Datentransferrate auf 500 Megabyte pro Sekunde (MB/s) steigen, das Dreifache des bislang geltenden Standards. Auch die Speicherkapazität soll ausgebaut werden, ihre Obergrenze soll künftig oberhalb von zwei Terabyte liegen. Damit könnten dann auch fette Videodateien verarbeitet werden.

Apple bastelt an Macbook/iPad-Hybrid und 3-D-Bildschirm

Unterhaltungselektroniker Apple hat vom US-Patentamt zwei interessante Patente zugesprochen bekommen. Das eine Dokument über eine Programmierschnittstelle zeigt in einer erklärenden Illustration ein Gerät, das eine Mischung aus einem herkömmlichem Notebook und dem iPad zu sein scheint. Es besitzt gleichzeitig eine Tastatur und einen Touchscreen. Der lässt sich ähnlich einer Schublade über das Keyboard schieben. Beim zweiten Patent kommt die altehrwürdige Stereoskopie zu neuen Ehren. Mit Hilfe dieser Technik sollen dreidimensionale Bilder geschaffen werden können, für deren Betrachtung keine lästigen 3-D-Brillen nötig wären.

Gruselige Erkenntnis beim Ego-Googeln

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon mal nach dem eigenen Namen gegoogelt hat, um herauszufinden, was das Netz so alles über einen weiß. Dabei können zuweilen erschreckende Erkenntnisse zutage gefördert werden. So erging es Zachary Garcia, Student an der University of Florida. Er stellte per Google fest, dass er ganz offiziell als Mordverdächtiger galt. Das Büro des Sheriffs von Polk County in Florida sucht nach einem Mordverdächtigen und zeigte dabei das Führerscheinfoto des Hochschülers.

Tatsächlich hatte sich der junge Mann, der offensichtlich ein guter Student ist, nichts zuschulden kommen lassen. Allerdings hatte das Büro des Sheriffs geschlampt und den Studenten mit einem gewissen Zachery Garcia verwechselt. Das "e" machte hier den Unterschied, und so geriet der unbescholtene Mann in den Verdacht, an einem Raubmord beteiligt gewesen zu sein, wie "Cnet" berichtet.

Inzwischen ist die Sache zwar aufgeklärt, aber jetzt hat der Student zusammen mit seiner Mutter alle Hände voll zu tun. Denn er will alle Hinweise entfernen lassen, die seinen Namen mit diesem Mordfall in Verbindung bringen. Schließlich googeln auch künftige Arbeitgeber gern nach den Namen von Bewerbern.

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pythoneer 01.12.2010
Es war wirklich sehr schwierig beim Cybermondy was zu bekommen, wie man hier sehen kann. http://www.youtube.com/watch?v=V3HAWKxURlA
Es war wirklich sehr schwierig beim Cybermondy was zu bekommen, wie man hier sehen kann. http://www.youtube.com/watch?v=V3HAWKxURlA
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  • Mittwoch, 01.12.2010 – 13:05 Uhr
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Zum Autor
Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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