Netzwelt-Ticker: Googles Eric Schmidt fürchtet Siri

Von Richard Meusers

Google-Manager Eric Schmidt redet das eigene Unternehmen klein und sieht in Apples Sprachtechnologie Siri plötzlich eine Bedrohung - wohl nicht aus Zufall. Außerdem im Überblick: Xbox-Besitzer zahlen mehr, als ihnen lieb ist, und Firefox 8 ist da.

iPhone-Assistent Siri: "Ich kenne keine guten Witze!"
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Derzeit sorgt die in Apples iPhone 4S integrierte Sprachassistenzfunktion Siri allenthalben für viel Aufmerksamkeit. Einer hat's schon vorher gewusst und war darüber gar nicht froh: Googles Ex-Chef und jetziger Verwaltungsratsvorsitzender Eric Schmidt. Schon im September äußerte er sich höchst respektvoll zu dem Konkurrenzprodukt. "Mit Siri hat Apple eine neuartige Suchmaschinentechnologie vorgestellt" so Schmidt. Im Suchgeschäft sei Siri eine ernsthafte Konkurrenz.

Er zitierte überdies einen vor einiger Zeit erschienenen Medienbericht, Siri sei ein "Google-Killer". Seine früheren Einschätzungen revidierte er und bekannte nun, Apple und auch Facebook seien ernstzunehmende Wettbewerber im Suchmaschinengeschäft. Zum breiten Feld der Konkurrenz würden auch Bing, Yahoo, Ebay, Amazon und Twitter gehören.

Kein Wunder, dass Schmidt sein Unternehmen nun kleinredet. Denn die jetzt veröffentlichten Aussagen machte der Google-Obere vor dem Justizausschuss des US-Senats, der Vorwürfe für eine beherrschende Position Googles in der Suchmaschinenbranche untersucht. Da könnte sich Demut auszahlen.

Streit um polnischen Staatstrojaner

In Polen ist eine Debatte über Online-Durchsuchungen und Hacker-Angriffe im Staatsauftrag entbrannt. Wie die Zeitung "Gazeta Wyborcza" am Montag berichtete, soll das Innenministerium in Warschau entsprechende "Ermittlungswerkzeuge" entwickelt und auch bereits eingesetzt haben. Mit Hilfe der Staatstrojaner ließen sich auch Anonymisierungsdienste wir Tor aushebeln. Für die Maßnahmen gebe es keine gesetzliche Grundlage, berichtete die "Gazeta Wyborcza" weiter. Der Computerclub Blogmedia24 habe Strafanzeige gegen das Innenministerium gestellt. (mak/dapd)

User berichten von gehackten Xbox-Live-Accounts

Eine böse Überraschung erleben derzeit einige Besitzer von Xbox-Live-Profilen für Microsofts Spielkonsole. Beim Blick auf ihre Abrechnungsunterlagen stellten sie fest, dass ihr Profil wohl gekapert und zum Kauf kostenpflichtiger Downloads genutzt worden sein muss.

Entsprechende Berichte machen schon seit einiger Zeit die Runde, doch jetzt soll die Zahl der Betroffenen deutlich angestiegen sein, wie der Tech-Blog "Neowin" meldet. So gibt es Berichte, dass die automatische E-Mail-Benachrichtigung verdutzten Xbox-Nutzern zum Beispiel mitteilt, ihr Profil sei soeben erfolgreich von der Region USA auf die Region Russland umgestellt worden.

Microsoft selbst weist eine Gefährdung des Xbox-Angebots zurück, erklärt, es gebe eine kleine Zahl von Meldungen über kompromittierte Accounts. Einem Betroffenen soll der Xbox-Kundendienst geraten haben, die angefallenen Kosten zu bezahlen und dringend das Passwort zu wechseln. Die andere Option hätte in einer genaueren Untersuchung der Angelegenheit bestanden, die bis zu anderthalb Monate dauern könne - während der jeweilige User sein Xbox-Profil nicht nutzen kann.

Firefox 8 ist da

Getreu der seit einiger Zeit erhöhten Aktualisierungsschlagzahl Mozillas ist in dieser Woche wieder eine neue Firefox-Version fällig. Nummer 8 soll den Anwendern mehr Kontrolle über Add-ons geben. Das heißt konkret: Schluss mit den nervtötenden Toolbars, die sich ungefragt und ruckzuck installieren und oft nur sehr schwer wieder loszuwerden sind. Künftig werden nicht vom Nutzer, sondern von Drittanbietern installierte Progrämmchen standardmäßig deaktiviert.

Wenn der Anwender sich nicht ausdrücklich zur weiteren Nutzung entscheidet, fliegt das Add-on wieder raus. In Sachen Geschwindigkeit soll sich abgesehen von kleinen Verbesserungen beim Startvorgang nicht viel getan haben. Entsprechende Benchmarks sortieren den achten Firefox hier auf gleicher Höhe wie Googles Chrome ein, aber weit hinter dem Internet Explorer 9. Das automatische Update wird in den kommenden Tagen die bestehenden Browser aufrüsten, ab Dienstag ist Firefox 8 bei mozilla.org/firefox zu bekommen. Wer nicht warten kann, bekommt den aktuellen Browser auf Mozillas FTP-Server schon jetzt.

Auch das noch:

  • Wie Vorurteile dem Internet Explorer schaden: Noch immer schleppt Microsofts IE das Image des lahmen Nichtskönners mit sich, der woanders längst zum Standard gehörende Features erst mit jahrelanger Verspätung ins Programm aufnimmt. Daran konnten auch erhebliche Verbesserungen nichts mehr ändern. Während Konkurrent Firefox in Sachen Marktanteilen stagniert und der Internet Explorer erstmals einen Nutzeranteil von unter 50 Prozent hat, boomt Googles Chrome.
  • iPhone -4S-User klagen über Ohrhörerprobleme: Musik anhören ist kein Problem, aber Telefonieren schon. Egal, über welchen Provider der iPhone-Besitzer telefonieren will, die Ohrstöpsel versagen ihren Dienst und bleiben stumm, berichten US-Medien über Klagen von Handybesitzern. Es soll manche geben die am liebsten nur sich selbst reden hören. Aber die meisten stört's, weshalb der Beschwerdestrang im Apple-Forum schon so lang wie Gandalfs Bart ist.
  • Das verloren geglaubte Jobs-Interview kommt ins Kino: Immerhin können sich die am Telefonieren gehinderten iPhone-Besitzer mit einer Devotionalie ihres jüngst verstorbenen Meisters trösten. Ein im Jahr 1995 aufgenommenes und lange für verschollen gehaltenes Interview mit Steve Jobs ist jetzt wieder aufgetaucht und soll der Jüngergemeinde in angemessener Form präsentiert werden. Am 16. und 17. November ist Wiederkunft des Herrn, dann wird das 70-minütige Gespräch in Kinos in 19 amerikanischen Städten gezeigt.

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insgesamt 33 Beiträge
mor69 07.11.2011
Wer Siri ausprobiert hat - zumindest außerhalb der USA - weiß, dass man davor keine Angst zu haben braucht: das Ding versteht die Anweisungen, wenn's hochkommt, in 5% der Fälle, ist langsam und baut sonst nur Schei....: ich war [...]
Wer Siri ausprobiert hat - zumindest außerhalb der USA - weiß, dass man davor keine Angst zu haben braucht: das Ding versteht die Anweisungen, wenn's hochkommt, in 5% der Fälle, ist langsam und baut sonst nur Schei....: ich war noch nie so enttäuscht von einem Feature bei Apple! Bevors Mutmaßungen gibt: ich spreche hochdeutsch und habe jahrelang in UK gelebt - trotzdem ist die Funktion absolut wertlos: nach dem 10mal lässt mans sein und kehrt zur Touchscreen zurück!
g0r3 07.11.2011
Abgesehen davon: Ich glaube, da werden noch etliche Jahre ins Land ziehen, bis es nicht mehr so unendlich doof wirkt, wenn Menschen versuchen, mit Geräten zu reden. Das beginnt schon bei der Sprachwahl, und bei außerhalb von [...]
Zitat von mor69Wer Siri ausprobiert hat - zumindest außerhalb der USA - weiß, dass man davor keine Angst zu haben braucht: das Ding versteht die Anweisungen, wenn's hochkommt, in 5% der Fälle, ist langsam und baut sonst nur Schei....: ich war noch nie so enttäuscht von einem Feature bei Apple! Bevors Mutmaßungen gibt: ich spreche hochdeutsch und habe jahrelang in UK gelebt - trotzdem ist die Funktion absolut wertlos: nach dem 10mal lässt mans sein und kehrt zur Touchscreen zurück!
Abgesehen davon: Ich glaube, da werden noch etliche Jahre ins Land ziehen, bis es nicht mehr so unendlich doof wirkt, wenn Menschen versuchen, mit Geräten zu reden. Das beginnt schon bei der Sprachwahl, und bei außerhalb von Autos genutzten Freisprechanlagen.
Nach Antenna-Gate, Location-Gate und unzähligen anderen Fehlern, Flops und Sicherheitslücken nun also Ohrstöpsel-Gate. Das iPhone entwickelt sich immer mehr zum Trabi unter Smartphones. Nur dass es den wenigstens in ein paar [...]
Zitat von sysopEgal, über welchen Provider der iPhone-Besitzer telefonieren will, die Ohrstöpsel versagen ihren Dienst und bleiben stumm[...]
Nach Antenna-Gate, Location-Gate und unzähligen anderen Fehlern, Flops und Sicherheitslücken nun also Ohrstöpsel-Gate. Das iPhone entwickelt sich immer mehr zum Trabi unter Smartphones. Nur dass es den wenigstens in ein paar unterschiedlichen Farben gab.
Spiegeluniversum 07.11.2011
Siri benutzt Google als Backend: http://en.wikipedia.org/wiki/Siri_(software)#Research_and_development Blogmedia 24 wünsche ich viel Erfolg!
Zitat von sysopGoogle-Manager Eric Schmidt redet*das eigene Unternehmen*klein und sieht in Apples Sprachtechnologie Siri plötzlich eine Bedrohung - wohl nicht aus Zufall. Außerdem im Überblick: Xbox-Besitzer zahlen mehr, als ihnen lieb ist, und Firefox 8 ist da. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,796286,00.html
Siri benutzt Google als Backend: http://en.wikipedia.org/wiki/Siri_(software)#Research_and_development Blogmedia 24 wünsche ich viel Erfolg!
Konstruktor 07.11.2011
Sprechen Sie besser nur für sich. Bei mir funktioniert Siri in der Regel, Mißverständnisse sind die Ausnahme. (Noch) nicht wirklich selten, aber die Ausnahme. Und die werden über die Zeit auch noch seltener, weil die [...]
Zitat von mor69Wer Siri ausprobiert hat - zumindest außerhalb der USA - weiß, dass man davor keine Angst zu haben braucht: das Ding versteht die Anweisungen, wenn's hochkommt, in 5% der Fälle, ist langsam und baut sonst nur Schei....: ich war noch nie so enttäuscht von einem Feature bei Apple! Bevors Mutmaßungen gibt: ich spreche hochdeutsch und habe jahrelang in UK gelebt - trotzdem ist die Funktion absolut wertlos: nach dem 10mal lässt mans sein und kehrt zur Touchscreen zurück!
Sprechen Sie besser nur für sich. Bei mir funktioniert Siri in der Regel, Mißverständnisse sind die Ausnahme. (Noch) nicht wirklich selten, aber die Ausnahme. Und die werden über die Zeit auch noch seltener, weil die Spracherkennung dazulernt und sich sukzessive auf die Stimme des Sprechers einstellt. Klar kann es vorkommen, daß manche Leute eine für die Technik schlecht verständliche Stimme haben oder eine besonders mißverständliche Aussprache, aber Ihre Erfahrung wird von den meisten Nutzern einfach nicht geteilt.
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  • Montag, 07.11.2011 – 14:05 Uhr
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Zum Autor
  • Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.






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