Netzwelt-Ticker: Hacker rächen sich an San Franciscos Nahverkehrs-Polizisten

Von Felix Knoke

Protestaktion von Anonymous: Private Daten von Sicherheitskräften des kalifornischen Nahverkehrsbetriebs Bart stehen im Netz. Außerdem im Überblick: Skimming im Baumarkt, Abzocke mit der Bitcoin-Malware und ein großzügiger Android-Boss.

Gehackte Internetseite: Daten von hundert Mitarbeitern veröffentlichtZur Großansicht
AP/ mayBART.org

Gehackte Internetseite: Daten von hundert Mitarbeitern veröffentlicht

Hacker der Aktivistengruppe Anonymous haben aus den Rechnern einer amerikanischen Polizeigewerkschaft die privaten Daten und Passwörter von hundert Sicherheitsmitarbeitern des Öffentlichen Nahverkehrs von San Francisco (Bart, Bay Area Rapid Transit) veröffentlicht.

Dies ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Hacks, mit denen Anonymous die zeitweilige Abschaltung des Handynetzes in U-Bahn-Haltestellen kritisieren will. Zuvor veröffentliche Anonymous bereits private Daten von 2000 Bart-Kunden, legte die Bart-Website lahm und rief zu einer Fax- und Telefonlawine auf.

Die Hackaktion sorgt bei einigen Tech-Bloggern für Unverständnis. So kritisiert Betanews die Veröffentlichung der Daten als gewissenlos, das Leben der Polizisten sei damit in Gefahr, obwohl sie gar nichts mit der Abschaltung des Mobilfunknetzes zu tun gehabt hätten. Was Betanews außer acht lässt: Vielleicht war die Veröffentlichung kein Protest, sondern ein Racheakt.

Nachdem ein Bart-Polizist Anfang Juli einen 45-Jährigen in einer U-Bahn-Station erschossen hatte, waren wegen gewalttätiger Proteste drei Stationen geschlossen worden. Um weitere Proteste zu verhindern, legte Bart vergangenen Donnerstag den Handyempfang in vier Stationen in San Francisco für drei Stunden lahm. Zensur und einen Verstoß gegen die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sahen die Anonymous-Aktivisten darin.

Skimming im Baumarkt

Die "Hannoversche Allgemeine" berichtet von einem Skimming-Angriff auf Kunden eines Baumarkts in Hannover. In den EC-Kartenterminals hätten Betrüger sogenannte Skimming-Module untergebracht, die die Magnetstreifen der Geldkarten auslesen und die Geheimnummer der Kunden ausspähen können. Mit diesen Daten konnten die Betrüger die Konten von zumindest 140 Opfern plündern.

Wie die EC-Terminals manipuliert wurden, soll nun eine Untersuchung zeigen. Ein Terminal-Klau in der Nachbarschaft legt aber den Verdacht nahe, dass die Betrüger entsprechend präparierte Geräte bei einem Einbruch in den Baumarkt austauschten. Auf diese Weise installierten schon in der Vergangenheit Skimmer betrügerische EC-Terminals an Supermarktkassen.

Der Vorfall zeigt: Weil Geldautomaten und Geldkarten immer sicherer werden, sehen sich Skimmer immer häufiger gezwungen, auf neue Angriffsmethoden auszuweichen.

Weitere Meldungen

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  • Microsoft entschuldigt sich für den Wolken-Absturz: Aufgrund eines Fehlers in einem nordamerikanischen Rechenzentrum waren zeitweilig die Cloud-Dienste Office 365 und SkyDrive nicht mehr erreichbar. Für Neowin "ein klarer Hinweis", dass Cloud-Nutzer keine Kontrolle über ihre Daten hätten.
  • Nicht wundern, wenn Facebook plötzlich wieder ein wenig anders aussieht: Das soziale Netzwerk experimentiert mit einem neuen "linkshändigen" Design, berichtet Mashable. Laut Unternehmenserklärung soll Facebook "ansprechender und sozialer werden".
  • Das US-Patentamt hat "Meilensteine der Patentanmeldungen" auf einer eigenen Website zusammengefasst. Der Clou ist, dass es sich nicht um besonders herausragende Patente handelt, sondern um runde Registrierungsnummern. Patent 3.000.000 beschreibt einen Ansatz für maschinelles Lesen. Patent 4.000.000 einen Vorgang zum Asphalt-Recycling. Interessant ist dabei, wie die Patentregistratur die gesellschaftliche Entwicklung begleitet. Und natürlich die hübschen Zeichnungen.
  • Der Chef von Googles Android-Entwicklungsabteilung zeigt sich großzügig. Seine erste "riesige Bonuszahlung" teilt er mit seinen Angestellten, die jeweils mit 10.000 bis 50.000 Dollar bedacht wurden.

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insgesamt 5 Beiträge
2010sdafrika 18.08.2011
Viele Proteste in der Welt entspringen dem Internet. Sei es in England, Ägypten oder Tunesien - letzteres der eigentliche Ursprung dieses "digital protest". Die Rolle der Hacker muss man dahingehend bewerten, dass diese [...]
Viele Proteste in der Welt entspringen dem Internet. Sei es in England, Ägypten oder Tunesien - letzteres der eigentliche Ursprung dieses "digital protest". Die Rolle der Hacker muss man dahingehend bewerten, dass diese relativ abgeschottet auf ihre Art und Weise protestieren - in Form von Attacken gegen Regierungen, Firmen und Personen. Doch denke ich, dass die Korrelation zwischen Internetusern und Hackern - wie am Fallbeispiel Tunesien - zunehmen wird: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/07/24/die-revolution-ist-ausgebrochen-mit-hilfe-des-internets/.
Sie sollten ein wenig mehr nachdenken.... Wie bei so vielem, geht es für Medien und Staaten auch bei den diversen Hacks nur um eines: Nützt dies MEINEN Interessen oder schadet es ihnen. Sonst geht es um GAR NICHTS !
Zitat von 2010sdafrikaViele Proteste in der Welt entspringen dem Internet. Sei es in England, Ägypten oder Tunesien - letzteres der eigentliche Ursprung dieses "digital protest". Die Rolle der Hacker muss man dahingehend bewerten, dass diese relativ abgeschottet auf ihre Art und Weise protestieren - in Form von Attacken gegen Regierungen, Firmen und Personen. Doch denke ich, dass die Korrelation zwischen Internetusern und Hackern - wie am Fallbeispiel Tunesien - zunehmen wird: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/07/24/die-revolution-ist-ausgebrochen-mit-hilfe-des-internets/.
Sie sollten ein wenig mehr nachdenken.... Wie bei so vielem, geht es für Medien und Staaten auch bei den diversen Hacks nur um eines: Nützt dies MEINEN Interessen oder schadet es ihnen. Sonst geht es um GAR NICHTS !
ralf_si 19.08.2011
"Für Neowin "ein klarer Hinweis", dass Cloud-Nutzer keine Kontrolle über ihre Daten hätten." Das ist ja was ganz neues, O.K. Chrome OS Nutzer werden aus allen Wolken fallen, wenn sie das lesen, aber dem Rest [...]
"Für Neowin "ein klarer Hinweis", dass Cloud-Nutzer keine Kontrolle über ihre Daten hätten." Das ist ja was ganz neues, O.K. Chrome OS Nutzer werden aus allen Wolken fallen, wenn sie das lesen, aber dem Rest war das doch vorher bewusst.
man kann die Intelligenz von Computernutzern gar nicht unterschätzen..... ..."vorher bewusst"... meinen sie das ernst????
Zitat von ralf_si"Für Neowin "ein klarer Hinweis", dass Cloud-Nutzer keine Kontrolle über ihre Daten hätten." Das ist ja was ganz neues, O.K. Chrome OS Nutzer werden aus allen Wolken fallen, wenn sie das lesen, aber dem Rest war das doch vorher bewusst.
man kann die Intelligenz von Computernutzern gar nicht unterschätzen..... ..."vorher bewusst"... meinen sie das ernst????
Spiegeluniversum 26.08.2011
In wiefern ist Bitcoin erledigt? Auf Mt. Gox kann 1 BTC in .ca 9 USD umgetauscht werden: https://mtgox.com/
Zitat von sysopDie virtuelle Währung Bitcoin mag vielleicht erledigt sein - ein Beispiel für die Risiken und Schwächen eines solch ausgeklügelten Systems wird sie bleiben. Nachdem Websites und Botnetze schon heimlich Bitcoins generierten, haben Sicherheitsforscher nun auch einen Schadcode gefunden, der die leistungsfähigen Grafikkarten-Chips (GPU) seiner Opfer zur Generierung von Bitcoins missbraucht. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,780998,00.html
In wiefern ist Bitcoin erledigt? Auf Mt. Gox kann 1 BTC in .ca 9 USD umgetauscht werden: https://mtgox.com/
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  • Donnerstag, 18.08.2011 – 15:46 Uhr
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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

Die Web-Guerilla Anonymous
Anonymous ist eine lose Gruppierung, die ihren Ursprung einst im anarchischen Bilderforum 4Chan hatte. Zunächst konzentrierten sich Aktivisten auf Aktionen gegen Scientology. Inzwischen werden DDoS-Attacken, bei denen Websites durch massenhafte Anfragen überlastet werden, gegen eine Vielzahl von Zielen durchgeführt. Die Gruppe erklärte sich solidarisch mit den Aufständischen in Ägypten, Libyen, Syrien und anderswo, sie verteidigt WikiLeaks und bekämpft die Branchenverbände der Musik- und Filmbranche. Freie Information und das Recht auf Anonymität gehören zu den wenigen geteilten Zielen der zahlreichen Netznutzer weltweit, die sich zu Anonymous zählen.





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