Netzwelt-Ticker Hacker wollen sich über Satellit vernetzen

Kommunizieren ohne staatliche Überwachung - mit einem eigenen Satellitennetz wollen Hacker unabhängig werden. Außerdem im Überblick: Rupert Murdoch versucht sich bei Twitter, und China startet einen 3-D-Fernsehsender.

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Satelliten im Orbit: Kommt bald das Hacker-Netz im All?
ESA

Satelliten im Orbit: Kommt bald das Hacker-Netz im All?


Beim Chaos Communication Congress 28C3 in Berlin wanderten die Augen der Teilnehmer - oder zumindest ihre Gedanken - zwischendurch in Richtung Weltraum. Die Hacker haben sich vorgenommen, ein eigenes Weltraumprogramm aufzulegen. Kernpunkt soll das sogenannte Hackerspace Global Grid werden, ein modulares Antennennetzwerk, das den Datenaustausch der Hacker unabhängig von erdgebundenen Kommunikationsnetzen machen soll.

Die Bodenstationen sollen möglichst einfach zu benutzen und vor allem billig sein, damit Privatleute sie sich leisten und betreiben können. Als technische Grundlage sollen offene Standards sowie Open-Source-Hard- und Software eingesetzt werden. "Es ist eine Art umgekehrtes GPS", so Armin Bauer vom Hackerspace Global Grid. Noch bis zum Sommer sollen erste Prototypen von Kontrollstationen fertig sein, beim nächsten Hacker-Kongress könnten die Geräte dann schon in größeren Stückzahlen verteilt werden.

Bleibt die Frage, wie die für ein solches Netz notwendigen Satelliten überhaupt in eine geeignete Umlaufbahn kommen sollen. Bisher hätten Amateurgruppen ihre Satelliten nur in erdnahe Umlaufbahnen schicken können, erklärt Alan Woodward von der University of Surrey der BBC. Die hätten gegenüber professionellen, geostationären Satelliten, die über einem Punkt der Erdoberfläche zu stehen scheinen, aber etliche Nachteile.

Doch von solchen Problemen wollen die Hacker sich nicht aufhalten lassen. Zumal das Satellitennetz der Hacker nur ein Anfang ist. Eine andere Gruppe hat sich bereits vorgenommen, einen Amateur-Astronauten zum Mond zu schicken - in spätestens 23 Jahren.

Rupert Murdoch lässt bei Twitter von sich hören

Medienunternehmer Rupert Murdoch verachtete das Internet lange als Heimat von "Pornografie, Diebstahl und Hackern". Am Silvestertag 2011 richtete er sich einen Twitter-Account unter dem Namen @rupertmurdoch ein. Dass er es wirklich ist, hat Twitter bestätigt, indem der Account als verifiziert gekennzeichnet wurde. Außerdem begrüßte Twitter-Chef Jack Dorsey den prominenten Neuzugang: "Mit seiner eigenen Stimme, auf seine eigene Weise ist Rupert Murdoch jetzt bei Twitter".

Kaum aktiv, verkündete der Zwitscher-Murdoch nicht nur, welche Bücher er gerade lese, sondern auch, dass die Briten angesichts ihres "bankrotten Landes" zu viel Ferien hätten. Schnell wurde der Tweet wieder gelöscht, aber trotzdem machte die Bemerkung umgehend die Runde, denn der vermeintliche Murdoch hatte im Handumdrehen mehr als 40.000 Follower gefunden.

Neujahrswünsche zwingen Twitter in die Knie

Die unschönen Begleiterscheinungen des Erfolgs mussten die Twitter-Verantwortlichen wie auch die Nutzer zum Jahresbeginn erleben. Der Kurznachrichtendienst löst mehr und mehr die klassische SMS als Kanal zur Übermittlung von Neujahrsgrüßen ab. Mit dem Effekt, dass Twitter zwischenzeitlich nicht erreichbar war. Erst knapp drei Stunden nach Mitternacht New Yorker Uhrzeit funktionierte der Service langsam wieder, der seine Nutzer zunächst mit dem Hinweis auf Wartungsarbeiten vertröstet hatte. Immerhin gibt es fürs neue Jahr auch ein neues Wartebildchen, der Wal ist Geschichte.

Der Jahresplan 2012

Networking ist der pure Stress. All die Profile bei Facebook, Google+ und Twitter wollen möglichst regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht, die Freunde, Follower und Kontakte durch möglichst viel Aktivität bespaßt werden. Da hilft nur ein Posting-Planer. Isabel Bogdan hat diese Arbeit dankenswerterweise übernommen. Das Jahr ist gerettet, sämtliche Zielgruppen wurden erfasst. Selbst Gemüsekistenabonnenten.

Auch das noch:

  • China führt 3-D-Fernsehen ein: Pünktlich zum chinesischen Neujahrsfest (dieses Jahr am 23. Januar) führt der chinesische Staatssender CCTV zusammen mit fünf lokalen Sendern dreidimensionales Fernsehen ein. Dazu wird ein eigener 3-D-Kanal geschaltet, den Besitzer von 3-D-Fernsehern und entsprechenden Set-Top-Boxen nutzen können. Ähnliche Angebote existieren bereits in Japan, Südkorea und Indien.
  • Spiele-Produzenten ziehen Sopa-Unterstützung zurück: Nintendo, Electronic Arts und Sony, die größten Spielehersteller, standen bisher fest zum geplanten Antipirateriegesetz Sopa, das weitreichende Maßnahmen zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen vorsieht. Still und leise scheinen sich die drei von dieser Position entfernt zu haben. Auf der aktuellen Unterstützerliste jedenfalls fehlen ihre Namen.
  • iOS-Apps laufen im Fullscreen-Modus auf Apple TV: Jetzt können auch iPad-Apps (die eignen sich am besten zum Skalieren) im Vollbildmodus verwendet werden. Über einen Hack namens MobileX können iPad-Programme über Apples TV-Box mit einer Auflösung von 720p auf dem TV-Bildschirm dargestellt werden.

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insgesamt 3 Beiträge
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Markus Landgraf 02.01.2012
1. Scheinen?
Zitat von sysopKommunizieren ohne staatliche Überwachung - mit einem eigenen*Satellitennetz wollen Hacker unabhängig werden. Außerdem im Überblick: Rupert Murdoch*versucht sich*bei*Twitter, und China*startet einen 3-D-Fernsehsender. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,806675,00.html
Warum scheinen? Mal abgesehen von den kleinen Abweichungen von der idealen geostationären Bahn steht ein geostationärer Satellit tatsächlich über einem Punkt der Erdoberfläche. Das ist einfache Himmelsmechanik. Ad Astra
felisconcolor 02.01.2012
2. Und er bewegt sich doch
Zitat von Markus LandgrafWarum scheinen? Mal abgesehen von den kleinen Abweichungen von der idealen geostationären Bahn steht ein geostationärer Satellit tatsächlich über einem Punkt der Erdoberfläche. Das ist einfache Himmelsmechanik. Ad Astra
Ein Satellit steht ja nun nicht. Er bewegt sich, genauer gesagt er fällt... ...bei einer gewissen Geschwindigkeit eben immer an der Erde vorbei. Und ein geostationärer Satellit fällt auch und zwar mit einer Winkel- geschwindigkeit die der Umdrehung der Erde in 24 Stunden entspricht. Oder noch genauer die Kraft mit der er durch seine Geschwindigkeit nach aussen gedrückt wird ist genau so gross wie die Kraft die ihn versucht nach unten zur Erde zu ziehen.
Meckermann 02.01.2012
3.
Zitat von felisconcolorEin Satellit steht ja nun nicht. Er bewegt sich, genauer gesagt er fällt... ...bei einer gewissen Geschwindigkeit eben immer an der Erde vorbei. Und ein geostationärer Satellit fällt auch und zwar mit einer Winkel- geschwindigkeit die der Umdrehung der Erde in 24 Stunden entspricht. Oder noch genauer die Kraft mit der er durch seine Geschwindigkeit nach aussen gedrückt wird ist genau so gross wie die Kraft die ihn versucht nach unten zur Erde zu ziehen.
Ansichtssache. Aus Sicht des Satelliten fällt die Erde um ihn herum. Wer Recht hat, kann nur ein unabhängiges Gericht klären, dass sich z.B. auf dem Mond befindet. Oder wir führen eine Volksabstimmung durch: Wer dafür ist, möge "dagegen" ankreuzen.
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