Von Felix Knoke
HTC, RIM, Samsung, Motorola, sie alle sehen sich von Steve Jobs' Äußerungen zum Antennagate, den Empfangsproblemen des neuen iPhone-4, ungerecht behandelt. Steve Jobs hatte auf einer Pressekonferenz behauptet, die Antennenprobleme, unter denen Apples neues iPhone 4 leidet, teilten auch alle anderen Smartphone-Hersteller. Stimmt nicht!, empörten sich übers Wochenende schon Blackberry-Hersteller RIM und der Handy-Entwickler Nokia, jetzt auch HTC, Samsung und Motorola. Auf einer Pressekonferenz bezeichnete RIM-Manager Mike Lazaridis Steve Jobs' Masche als "inakzeptabel", von Nokia verlautete, in Finnland habe die Antennen-Performance vor dem physikalischen Design Vorrang. HTC-Finanzchef Hui-Meng Cheng sagte dem "Wall Street Journal", dass "die Empfangsprobleme sicherlich nicht normal für Smartphones sind", Apple habe Testern offensichtlich nicht genug Zeit gelassen. Motorola-Boss Sanjay Jha erklärte dem "WSJ", dass man in den eigenen Laboren die Verbindungsschwächen des iPhones habe nachweisen können.
Die einzigen Gewinner der Antennen-Farce? Szymon Weglarski und Jon Dorfman, zwei Designer aus Brooklyn. Die eröffneten mehr aus Spaß einen Online-Laden, über den sie kleine, bunte Pflaster verkauften; wie gemacht, um die empfindlichen Stellen des iPhone 4 zu überkleben und damit die Empfangsprobleme zu minimieren. Doch "Antenn-aid", benannt nach der englischen Bezeichnung für Pflaster, band-aid, verkauft sich nach Informationen des Bits-Blog der "New York Times" wie … ja, so gut wie das iPhone 4: noch immer sehr, sehr gut.
Ein anderer Designer-Scherzbold hatte eine ähnliche Idee. Er erfand den ersten aufklebbaren "Anruf beenden"-Knopf für das iPhone 4.
France.fr noch immer down
Was ist los in Frankreich? Die Tourismus-Seite france.fr - eigentlich die zentrale Anlaufstelle für alle an Frankreich Interessierten - brach quasi sofort nach dem Startschuss am 13. Juli zusammen - und ist bist heute nicht erreichbar. Zunächst erklärte eine Online-Notiz: Wegen zu großen Andrangs geschlossen. Ein neuer Hinweis erklärt, es gebe Konfigurationsprobleme mit dem Server. Für Techcrunch die wunderbare Möglichkeit, in Anspielung auf eines der bekanntesten YouTube-Videos, eine Bildmontage zu veröffentlichen … Leave France alone!
Computerspieler > Konsolen-Zocker
Das Crunchgear-Blog zerrt einen - zu Recht! - längst vergessenen Streit ins Rampenlicht: Wer ist besser, der PC-Spieler oder der Spielkonsolen-Zocker? Anlass bieten neuste Gerüchte, wonach Microsoft ein Projekt eingestellt hat, das Windows- mit Xbox-Spielern hätte zusammenbringen sollen. Angeblich sei das Projekt gescheitert, weil PC-Spieler den Konsolen-Zockern einfach haushoch überlegen waren. Das, mutmaßt Crunchgear-Autor Nicholas Deleon, könnte einerseits an der Kombination Tastatur und Maus liegen, die Computerspielern Reflex-Vorteile verschafft, dass PC-Spieler ein komplexeres, schwierigeres Gameplay gewohnt sind - oder dass PC-Spieler einfach besser sind als ihre Konsolen-Konkurrenten. Deleon fragt hämisch: "Wer kann mir auch nur einen 'berühmten' professionellen Konsolenspieler nennen?"
Apple ist Sicherheitslücken-Weltmeister
Apple hat Software-Hersteller Oracle als die Firma mit den meisten Sicherheitslücken in ihren Programmen abgelöst. Einem Bericht der IT-Sicherheitsfirma Secunia zufolge gab es bei Apple in der ersten Hälfte 2010 mehr bekannte Fehler als bei jedem anderen Hersteller. Microsoft, in der IT-Folklore als legendär unsicher verschrien, steht auf Platz drei.
Aber Vorsicht, die Zahlen müssen erklärt werden! Secunia zählte alle bekannten Sicherheitslücken auf einer Plattform, das heißt: Probleme in Drittanbieter-Programmen zählen mit dazu. Viele Apple-Fehler, so "Ars Technica", stecken nicht im Betriebssystem Mac OS X sondern in Software wie Safari, QuickTime und iTunes. Adobes Flash und Acrobat Reader und Oracles Java werden darüber hinaus oft als Einfalltor für Computerschädlinge missbraucht.
Problematisch: Die Betriebssystem-Hersteller leisten längst ständige, schnelle Updates für ihre Dickschiffe, die Secunia-Sicherheitsexperten würden sich so etwas auch für viele Drittanbieter wünschen.
Sehr nettes Trojanisches Pferd im App Store
Wie durchlässig selbst strenge Software-Schutzmechanismen sein können, bewies jetzt ausgerechnet ein 15-jähriger Programmierer. Der entwickelte ein harmlos wirkendes Programm für das iPhone, schmuggelte es als Trojanisches Pferd in Apples App Store. Die offensichtliche Funktion von "Handy Light": Es stellt den iPhone-Bildschirm auf hell, zeigt nur eine farbige Fläche an - eine Handy-Taschenlampe! Doch in dem simpel gestrickten Programm verbarg sich eine clevere Tethering-App, ein Programm, das das iPhone in ein Modem für einen Computer verwandelt: Mit dem Computer über die Mobile-Datenflatrate surfen, das lassen sich die Mobilfunkbetreiber sonst zusätzlich bezahlen. Leider hat Apple die "Handy Light"-App kurz nach Bekanntwerden wieder gelöscht, da war das Programm schon auf Platz zwei der iTunes-Verkaufscharts.
Dieb im Geolokalisier-Unglück
Fast kann er einem leid tun, der Handy-Dieb, der am Montag einer Frau aus San Francisco ein iPhone aus der Hand riss. Was er nicht wusste: Die Frau experimentierte laut Sfgate.com gerade mit einer neuartigen GPS-Tracking-Software, die ständig die Position des iPhones abruft und an einen Web-Dienst überträgt. In einem Büro in der Nähe fand gerade eine Software-Präsentation statt, die beklaute Frau ging nur zu Demonstrationszwecken mal kurz vor die Tür.
Pech für den Dieb: Nur zehn Minuten nach dem Überfall schnappte ihn Polizei - die GPS-Datenspur führte sie direkt zu ihm. Ihn erwartet nun eine Anklage wegen schweren Diebstahls und Besitz gestohlenen Eigentums.
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