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Netzwelt-Ticker: Hotmail verdampft Tausende E-Mails

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Nutzer von Microsofts E-Mail-Dienst Hotmail beklagen den Totalverlust ihrer Nachrichten, Wikipedia schwimmt im Spendengeld und Fake-Accounts stehen in Kalifornien künftig unter Strafe. Das und mehr im Überblick.

Hotmail: E-Mails verschwunden Zur Großansicht

Hotmail: E-Mails verschwunden

Und da war das Postfach plötzlich leer. Was für Menschen, deren elektronischer Briefkasten sonst mit Spam geflutet wird, eigentlich recht angenehm klingt, entpuppte sich für eine ganze Reihe von Hotmail-Nutzern als Schock. Viele Nutzer des E-Mail-Dienstes von Microsoft blickten zum neuen Jahr ins Nichts. Beim Öffnen ihrer Profile mussten sie feststellen, dass sämtliche E-Mails verschwunden waren. In den Supportforen häuften sich entsprechende Klagen, nicht nur Nachrichten waren verschwunden, teilweise waren auch die Accounts nebst allen Einstellungen auf den jungfräulichen Startzustand zurückgesetzt worden. Bei anderen waren E-Mails lediglich im internen Mülleimer gelandet und ließen sich so noch retten.

Über das Ausmaß herrscht noch Unklarheit, es ist nicht bekannt, wie viele der 360 Millionen Nutzer des weltgrößten E-Mail-Dienstes von den Problemen betroffen sind. Ganz wenige können es nicht sein, der entsprechende Beschwerdestrang im Forum umfasst inzwischen 476 Seiten. Microsoft teilte mit, man sei sich des Problems bewusst und arbeite an einer Lösung. Allerdings steht in den Sternen, ob das Reparaturteam die gelöschten Nachrichten überhaupt noch aus dem Orkus fischen kann.

Wikipedia sammelt 12 Millionen Euro Spenden ein

Alle Jahre wieder erfreut oder nervt das Online-Lexikon Wikipedia seine Nutzer mit einem Spendenaufruf seines Gründers Jimmy Wales. Das war 2010 nicht anders, trotzdem zückten wieder eine Menge Fans des Wissensportals das Portemonnaie für eine milde Gabe. Zum zehnten Geburtstag von Wikipedia konnte Wales in der jüngsten Bettelrunde 16 Millionen Dollar einwerben, umgerechnet 12 Millionen Euro. Worüber sich der Lexikon-Gründer höchst erfreut zeigte und der Spendergemeinde in einem bewegenden Beitrag dankte. Nun ist der Betrieb des für Nutzer kostenlosen Wissensangebotes weiterhin gewährleistet, die dahinterstehende Wikimedia Foundation kann die laufenden Kosten für Betrieb und Wartung der Server ebenso bezahlen wie ihre fest angestellten Mitarbeiter.

Kommt Netflix dieses Jahr nach Europa?

Noch immer warten Filmfans in Europa auf ein umfassendes und attraktives Angebot für Online-Streaming. In den USA hat sich der einstmalige DVD-Verleiher Netflix einen breiten Markt geschaffen. Nun künden Gerüchte von Expansionsgelüsten, die sich zunächst auf Kanada beziehen. Doch schon erklärte ein Netflix-Sprecher, neben dem nördlichen Nachbarland hege sein Unternehmen weitere Ausbreitungsvorhaben und sei auch bereit, dafür eine ordentliche Menge Geld in die Hand zu nehmen. Was also liegt näher, als den Schritt über den großen Teich zu wagen und sich in Europa zu etablieren? Die derzeitige Konkurrenzsituation sei für derartige Vorhaben recht günstig, orakelt der Wiener "Standard". Die Zahl der Wettbewerber sei klein, größter Rivale sei der in Großbritannien beheimatete Anbieter LoveFilm, der auch in Deutschland bereits DVDs per Post und seit kurzem auch Filme als Stream übers Netz verleiht.

Immer noch Hü und Hott bei Vorratsdatenspeicherung

Neues Jahr, alter Streit: Das gilt auch für das leidige Thema der Vorratsdatenspeicherung. Speicherfreunde ringen nach wie vor mit Datenschützern, nicht zuletzt auch um die Dauer der Datenaufbewahrung. Die Kampflinie zieht sich auch quer durch die schwarzgelbe Koalition. Die Union setzt auf Datenspeicherung, die Liberalen um Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger dagegen stemmen sich gegen das von ihnen als Aushöhlung von Bürgerrechten betrachtete Vorhaben. Leutheusser-Schnarrenberger kritisierte die Unionspläne zur anlasslosen Speicherung als verantwortungslos.

Umgehend keilte der Koalitionspartner zurück, CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich warf der Ministerin politische Geltungssucht vor, sie nehme der Polizei ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Kriminalität aus der Hand. Bundesdatenschützer Schaar erneuerte unterdessen seinen Vorschlag, über ein erweitertes Quick-Freeze-Verfahren nachzudenken. Dabei würden Daten, die Provider ohnehin zu internen Verwaltungs- und Abrechnungszwecken erstellen, auf Zuruf der Polizei länger gesichert als eigentlich vorgesehen.

Piratenhatz macht Frankreichs Internet teuer

Dreimal erwischt, und du bist raus. Dieses Three-Strikes-System bildet die Grundlage für das französische Hadopi-Gesetz gegen Urheberrechtsverletzungen im Internet. Mehrfach auffällig gewordene Raubkopierer und Nutzer von Tauschbörsen mit inkriminierten Inhalten laufen Gefahr, dass ihr Internetzugang abgeklemmt wird. Um die Online-Sünder zu ertappen, ist allerdings ein erheblicher Mehraufwand vonnöten. Ursprünglich hatte es geheißen, die dabei anfallenden Kosten würden von der Regierung übernommen. Doch nun ist davon nicht mehr die Rede, Paris lässt die Provider auf den jährlichen Kosten in einer geschätzten Höhe von 50 Millionen Euro sitzen.

Die Provider jedoch geben diese Kosten offensichtlich an ihre Kundschaft weiter. Free, einer der Platzhirsche im französischen Onlinemarkt, gab bereits bekannt, Preiserhöhungen seien unvermeidlich. Eines der Standardangebote schlug bislang mit einem Monatspreis von 29,99 Euro zu Buche. Nun werden 5,99 Euro draufgeschlagen, der Endpreis erreicht 35,98 Euro. Und das, obwohl die Hadopi-Behörde derzeit noch auf Sparflamme arbeitet. Haben die Piratenjäger erst einmal so richtig Betriebstemperatur erreicht, sollen an jedem einzelnen Tag nicht nur wie derzeit 2000 Sünder verwarnt werden, sondern deren 10.000. Das aber wäre auch mit einer Preiserhöhung von knapp sechs Euro nicht mehr zu stemmen, vermutet "Zeropaid". Geld, das übrigens auch ehrliche Zeitgenossen berappen müssen und das sie sonst womöglich in den legalen Kauf einiger Musiktitel investiert hätten.

Fake-Accounts können in den USA künftig teuer werden

Haha, was für ein Spaß! Mal fix einen Twitter-Account oder ein Facebook-Profil unter dem Namen eines Promis angelegt, und schon kann jeder loslegen. Stars und Sternchen lassen sich mit vermeintlich peinlichen Nachrichten und Äußerungen wunderbar durch den Kakao ziehen. Was alle naselang vorkam - selbst Facebook-Gründer Mark Zuckerberg war nicht sicher davor - soll nun ein Ende per Strafandrohnung finden. Zumindest in Kalifornien. "Techcrunch" berichtet von einem neuen Gesetz, das das betrügerische Auftreten als eine andere Person unter Strafe stellt. Allerdings sind die Grenzen recht eng gezogen. Reine Witz- oder Satire-Aktionen bleiben wohl weiterhin verschont. Wer allerdings unter Vorspiegelung solch falscher Tatsachen sein Online-Unwesen treibt, um Menschen zu bedrohen oder in einer sonstigen Art zu schädigen, muss mit einer Strafe von bis zu 1000 Dollar oder einem Jahr Haft rechnen.

Auch das noch:

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insgesamt 10 Beiträge
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    Seite 1    
1. der mail-verlust tut mir leid
graubeer 03.01.2011
aber mit etwas mitdenken der mailbenutzer wäre das vermeidbar gewesen: http://litfas.de/computertreff/identitaets-missbrauch.php#wolke http://litfas.de/computertreff/identitaets-missbrauch.php#datenpannen man muss ja nicht allen versprechungen glauben, noch dazu von versprechern, die meine identität für irgendwas nutzen wollen, was sie mir nicht sagen wollen. und/oder die mit meinen daten schlampig umgehen
2. ab in die cloud
Meckermann 03.01.2011
jup, Hauptsache alle wichtigen Daten irgendwo in fremde Hände gegeben und Daumen gedrückt, dass es gut geht. Mails kann man auch auf dem eigenen Rechner speichern, nur mal so als Idee...
3. ...
felisconcolor 03.01.2011
es gibt halt mail-accounts und es gibt mail-accounts aber Hauptsache es hat nix gekostet. Dann waren die mails wohl auch nicht wirklich wertvoll. Wer jetzt das Jammern anfängt, sollte sich wirklich fragen lassen wo denn seine Prioritäten gesetzt sind.
4. hotmail
Pinguin63 03.01.2011
Zitat von felisconcolores gibt halt mail-accounts und es gibt mail-accounts aber Hauptsache es hat nix gekostet. Dann waren die mails wohl auch nicht wirklich wertvoll. Wer jetzt das Jammern anfängt, sollte sich wirklich fragen lassen wo denn seine Prioritäten gesetzt sind.
Das sollte man meiner Meinung nach so nicht stehen lassen. Das hat mit kostenlos oder nicht rein nichts zu tun, wie das web.de schon seit langem beweist. Dass ausgerechnet wieder mal Microsoft mit dem Thema Sicherheit/Datenschutz nicht umgehen kann, nun ja, das ist sicher nicht neu. Man sollte nicht darüber nachdenken ob kostenlos oder nicht, sondern wem man seine Daten anvertraut.
5. t
loncaros 03.01.2011
Zitat von Meckermannjup, Hauptsache alle wichtigen Daten irgendwo in fremde Hände gegeben und Daumen gedrückt, dass es gut geht. Mails kann man auch auf dem eigenen Rechner speichern, nur mal so als Idee...
Der natürlich überhaupt nicht kaputtgehen kann. In der Cloud ist die Wahrscheinlichkeit eines Backups wesentlich größer, die Nachrichten sind bestimmt bald wieder da.
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Zum Autor
Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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Relaunch: Ist Hotmail wieder heiß?

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