Netzwelt-Ticker Indonesien droht, Blackberry-Dienste abzuschalten

Blackberry-Hersteller Research in Motion hat wieder Ärger, diesmal in Indonesien. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Neuer US-Datenfunk kollidiert mit GPS, Apple bekommt Ärger wegen allzu polizeilichen Auftretens, Vorsicht vor den Gefahren des "Allen antworten"-Buttons.

Von

Blackberry (Symbolbild): Der Hersteller RIM steht in Indonesien unter Druck
AFP

Blackberry (Symbolbild): Der Hersteller RIM steht in Indonesien unter Druck


Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) steht neuer Ärger ins Haus, diesmal aus Indonesien. Weil RIM die Errichtung eines Rechenzentrums in Singapur plane und nicht, wie einige Monate zuvor angekündigt, in Indonesien, ist die Regierung in Jakarta sauer.

"Weil RIM sich nicht kooperativ gezeigt hat, ist es denkbar, dass wir demnächst den BIS (BlackBerry Internet Service) und BBM (BlackBerry Messenger) beenden. Der Blackberry wäre dann nur noch ein Handy wie andere auch", erklärte die Regulierungsbehörde. Die indonesische Regierung bestehe auf der Errichtung eines Rechenzentrums im Lande, da der Datenaustausch mit Kanada "nicht sicher" sei, wie die "Jakarta Post" berichtet. Dabei dürfte vor allem das Interesse der Regierung eine Rolle spielen, den Datenverkehr der Blackberry-Nutzer überwachen zu können.

GPS-Interferenzen beim 4G-Testlauf

4G, die vierte Generation, ist der nächste Schritt in der Entwicklung des bisherigen UMTS-Standards und soll in Mobilfunknetzen wesentlich höhere Übertragungsraten gewährleisten. In den USA gibt es Pläne, mittelfristig ein landesweites 4G-Netz zu etablieren. Ein Unternehmen namens LightSquared hat dazu ein bestimmtes Frequenzspektrum gekauft und will dort nun sein Datenfunknetz betreiben. Der Weg dorthin ist allerdings holpriger als von den Entwicklern eingeplant. In einem Testlauf, den LightSquared auf Veranlassung des US-Verteidigungsministeriums, der Luftfahrtbehörde und einiger GPS-Anbieter veranstaltete, zeigten sich Schwierigkeiten. Drei von vier GPS-Geräten wurden in ihrem Betrieb von den 4G-Breitbandsigalen in ihrer Funktion beeinträchtigt, heißt es in einem von Bloomberg veröffentlichten Entwurf eines Berichts, den eine Regierungsbehörde angefertigt haben soll. Die aufgetretenen Interferenz-Phänomene seien so eindeutig gewesen, dass nicht einmal eine zweite Testreihe vonnöten gewesen sei. Anders die Sichtweise der 4G-Entwickler. Die Testergebnisse seien fehlinterpretiert worden. Das zu analysierende Datenmaterial sei unvollständig, die vorzeitige Veröffentlichung illegal und empörend, so Lightsquared in einem Statement.

Piloten und Luftfahrtunternehmen befürchten schon seit Monaten, dass die LightSqared-Frequenzbänder ihnen Probleme machen könnten.

Vorsicht vor der "Allen antworten"-Funktion beim E-Mail-Versand

Ein britischer Personalberater ist gefeuert worden, nachdem er auf die Bewerbungs-E-Mail eines Jobsuchenden, die dieser an 4000 Adressen geschickt hatte, mit der "Allen antworten"-Funktion reagierte. Der Personaler fühlte sich offensichtlich als Opfer eines Spammers und formulierte seine Erwiderung entsprechend erbost: "Wenn Sie nicht schlau genug sind, um die Blindkopie-Funktion (BCC) richtig zu nutzen, ... dann verpi**** Sie sich bitte. Sie sind zu dumm, um einen Job zu bekommen, selbst im Bankwesen." Der Arbeitgeber des Mannes, ein Personaldienstleister, der leitende Angestellte für Unternehmen wie Heinz, Kellogg's oder Bentley sucht, entließ seinen schimpfenden Angestellten daraufhin aus seinem mit umgerechnet gut 230.000 Euro Jahreseinkommen gut dotierten Posten.

Auch das noch:

  • Samsung verkauft 2011 300 Millionen Smartphones. Die Verkaufszahlen der Koreaner gehen trotz diverser Patentkriege mit Apple durch die Decke. Schon im November wurde die Vorjahreszahl von 280 Millionen verkauften Geräten erreicht.
  • Google Maps Deutschland rüstet nach. Die Macher des Kartendienstes kümmern sich jetzt auch um bislang etwas stiefmütterlich behandelte Bereiche. Parks und Gewässer werden nun viel detaillierter dargestellt als zuvor, auch viele Fuß- und Feldwege sind nun erfasst worden. Die Aktualisierung wurde für Deutschland, Finnland, Großbritannien und Schweden vorgenommen.
  • Apples Suche nach dem verlorenen iPhone hat ein gerichtliches Nachspiel. Apple-Mitarbeiter hatten sich im Spätsommer Zutritt zur Wohnung des vermeintlichen iPhone-Diebes Sergio Calderon verschafft und sie durchsucht, ohne etwas zu finden. Auch wenn Polizeibeamte bei der Durchsuchung dabei waren, hatten die Apple-Mannen dafür gar keine Berechtigung. Nachdem Gespräche mit Apple zu keinem Ergebnis geführt haben, will das Opfer der Aktion nun klagen. Welche Vorwürfe dabei konkret erhoben werden sollen, mochte Calderons Anwalt nicht benennen.
  • Was AGB bedeuten können. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, das gilt nicht nur für Verträge mit Apple.

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
warlock2 12.12.2011
1. Indonesien droht Blackberry
Der Apfel ist gegessen! Der Aktienkurs von Apple wird einbrechen! Apple verliert Patentklagen! Das I-Phone überlastet die Handynetze, die Kunden werden unzufrieden....
Deta1945 13.12.2011
2. Unsinn
Zitat von sysopBlackberry-Hersteller Research in Motion hat wieder Ärger, diesmal in Indonesien. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Neuer US-Datenfunk kollidiert mit GPS, Apple bekommt Ärger wegen allzu polizeilichen Auftretens,*Vorsicht vor den Gefahren des "Allen antworten"-Buttons. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,803131,00.html
Wozu braucht man eigentlich so einen Plunder? Ich will telefonieren und SMS schreiben. Für das andere habe ich Computer und Kamera und für den Rest eine oder zwei Frauen.
EmmetBrown 13.12.2011
3. Titel
Zitat von Deta1945Wozu braucht man eigentlich so einen Plunder? Ich will telefonieren und SMS schreiben. Für das andere habe ich Computer und Kamera und für den Rest eine oder zwei Frauen.
Schön für Sie. Aber Sie gestehen doch anderen hoffentlich zu so einen Plunder haben zu wollen. Und wozu braucht man eigentlich einen Plunder wie SMS?
Ambermoon 14.12.2011
4.
Zitat von Deta1945Wozu braucht man eigentlich so einen Plunder? Ich will telefonieren und SMS schreiben. Für das andere habe ich Computer und Kamera und für den Rest eine oder zwei Frauen.
"man" vs. "ich"...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.