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Netzwelt-Ticker: Innenminister will Bürger-E-Mail anbieten

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Das Bundesinnenministerium arbeitet an einem sicheren E-Mail-Dienst für den elektronischen Briefverkehr zwischen Bürger und Amt. Aber das De-Mail-Projekt stößt auf Kritik. Außerdem: Apple verspricht neue MacBooks, britisches Verteidigungsministerium verschlampt Daten.

Den Gefahren des Internets will Innenminister Schäuble mit einem eigenen, sicheren E-Mail-Dienst entgegentreten: De-Mail. Für Bundesbürger gibt es die De-Mail-Adressen nur gegen Meldedaten: etwa via Post-Ident-Verfahren.

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Museum für Kommunikation Frankfurt am Main

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So könnten Bürger und Ämter endlich rechtsverbindlich elektronisch miteinander in Kontakt treten – Papier adé. Die Shoppingtour im Netz würde sicherer, Angst vor De-Mail-Spammern und -Betrügern wäre unbegründet.

Selbst Einschreiben und Urkunden soll es künftig per Mausklick geben, erklären die offiziellen Projektunterlagen. Ein kleines IT-Paradies, das Bundeskanzlerin Angela Merkel zum IT-Gipfel Mitte November in Darmstadt vorstellen will, wie die "Financial Times Deutschland" berichtet.

Schon nächstes Jahr soll De-Mail mit einem Pilotprojekt losgehen, 2010 dann durchstarten. Kritik gibt es jetzt schon: Kann ein Staat, der mit Vorratsdatenspeicherung und Bundestrojaner auffällig geworden ist, einen 'sicheren' E-Mail-Dienst garantieren? Wieso tritt ausgerechnet die mit Lauschangriffen in die Kritik geratene Deutsche Telekom als Industriepartner auf? Und überhaupt: Wie soll das Projekt eigentlich dauerhaft finanziert werden?

Apple stellt neue MacBooks vor

Stellt Steve Jobs am 14. Oktober eine neues, günstiges MacBook vor? Die Gerüchte um ein Notebook-Update bei Apple scheinen sich zu bestätigen. Neuestes Detail aus der Gerüchteküche: Das neue MacBook kostet nur 800 Dollar, 600 Euro, und ist damit 300 Dollar günstiger als das bislang günstigste MacBook. Schon seit einigen Tagen kursieren Fotos vom angeblichen neuen Gehäuse im Internet. Apple Insider hat sich jetzt die Bestätigung einholen können: authentisch! Die Spekulationen, dass Apple einen "neuen, revolutionären Fertigungsprozess" anwende und das MacBook aus einem soliden Block Aluminium fräse, seien jedoch falsch.

Viel interessanter wäre eh, wenn sich die Theorie des Apple-Bloggers Aka Payton bewahrheiten sollte: Apples Anzeigenkampagne – Apfel-Logo auf schwarz schimmerndem Rechteck – ist ein Hinweis auf auf Glas-Trackpad. Seine Fotomontage wirkt plausibel. Verschmilzt Apple also iPod/iPhone-Technologie mit MacBooks?

Das bleibt alles noch vier Tage lang Spekulation. Das Wired-Blog Gadget Lab sprach mit Marktanalysten, die sich schon lang einen Billig-Mac wünschen – natürlich nur für die Bilanzen des Unternehmens Apple. Damit könnte Apple auf den Trend der supergünstigen Netbooks aufspringen – und allen Konkurrenten eines mit dem vielgelobten Betriebssystem OSX auswischen.

Großbritannien: Verteidigungsministerium verliert Daten

Es ist zum Verrücktwerden. Da erschüttert eine Datenschlamperei nach der anderen das Vereinigte Königreich, dann ist es mal wieder etwas ruhiger in Löcherland, und schon muss das britische Verteidigungsministerium eingestehen: Ein Laufwerk mit privaten Informationen, zu einem großen Teil von den britischen Streitkräften, ist verlorengegangen. Das portable Laufwerk enthält die Namen, Adressen, Ausweisnummern, Geburtsdaten und Führerschein-Informationen von über 100.000 Mitarbeitern der Army, Royal Navy und RAF – und ihrer nächsten Angehörigen …

Dazu kommen 600.000 Bewerber und die Namen ihrer Sachbearbeiter. Man könne nicht ausschließen, heißt es, dass auch noch Kontodaten auf dem Laufwerk gespeichert waren. Auch könne man Berichte, dass die Daten nicht einmal verschlüsselt waren, nicht bestätigen – dementieren aber auch nicht, heißt das.

Aber auch wenn jetzt das Verteidigungsministerium für den Schaden geradestehen muss – Köpfe werden wohl auch beim Finanzdienstleister EDS rollen, der die Daten im Auftrag des Ministeriums verwaltet hat. Der Datenverlust wurde offenbar, als EDS sich einem Auditing zum Umgang mit Regierungsdaten unterzog, schreibt der "Independent".

Hacker locken Opfer auf falsche YouTube-Seiten

Sicherheitsexperten warnen vor gefälschten YouTube-Seiten, mit denen Hacker Surfern Schadprogramme unterjubeln können. Die Übeltäter nutzen dazu die Popularität des Videodienstes YouTube in sozialen Netzwerken aus – und dass Nutzer von sozialen Netzwerken fraglos Dinge anklicken und akzeptieren, die ihnen angebliche Freunde unter die Nase halten.

Und so gehen die Hacker vor: Sie verschicken Links zu "Must See"-Videos. Otto Normalsurfer klickt sich vertrauensselig die Trojaner ins Haus, wenn die gefälschte Seite ihn auffordert, seine Videosoftware auf den neusten Stand zu bringen.

Das Problem an diesem Angriff ist nicht neu. Doch die Sicherheitsexperten warnen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP: Der YouTube-Angriff ist richtig gut gemacht, selbst Experten können falsches und echtes YouTube kaum auseinanderhalten. Wer sich schützen will, soll einfach ganz darauf verzichten, auf Videolinks in E-Mails, Blog, sozialen Netzwerken zu klicken, sondern lieber von Hand nach dem entsprechenden Video direkt bei YouTube und Co. fahnden.

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