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Netzwelt-Ticker: Internet-Riesen kritisieren US-Raubkopiegesetz

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Google, Facebook und Mozilla einmal vereint: Die Internet-Firmen kritisieren ein Gesetzesvorhaben des US-Kongresses, das sie zur Vorabfilterung von Webinhalten zwingen könnte. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Windows 8 soll seltener neu starten, TV-Reklame könnte leiser werden.

Seit im Oktober eine entsprechende Gesetzesinitiative im US-Kongress gestartet wurde, tobt der Streit um das geplante Anti-Piraterie-Gesetz "Stop Online Piracy Act" (PDF, 222 KB). SOPA soll die juristische Grundlage liefern, sogenannte Schurkenseiten umstandslos vom Netz zu nehmen und so rechtswidrige Inhalte zu entfernen.

Für Service-Provider würde dies die Pflicht zur aktiven Überwachung und möglichen Zensur von Netzinhalten bedeuten. Andernfalls könnten sie Gefahr laufen, belangt zu werden, wenn sie nicht Verlinkungen zu inkriminierten Seiten entfernen oder als Zahlungsdienstleister dazugehörige Dienste und Konten einfrieren - um nur einige Beispiele zu nennen.

Kein Wunder, dass eine ganze Reihe von Online-Unternehmen wenig erfreut über diese Pläne sind. So finden Streiter für ein möglichst wenig reglementiertes Netz plötzlich Internet-Giganten wie Google oder Facebook an ihrer Seite. In einem Protestschreiben an den US-Senat und das Repräsentantenhaus wenden sich die Unternehmen mit deutlichen Worten gegen SOPA, das "genauso ein ernsthaftes Risiko für Innovationen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze in unserer Branche darstellt wie auch für die Cyber-Sicherheit unseres Landes" (PDF, 196 KB).

Der Brief, der auch von AOL, Ebay, Mozilla, Yahoo und LinkedIn gezeichnet wurde, richtet sich auch gegen das Gebaren im Justizausschuss des Kongresses. Es müssten zielgenauere Mittel gefunden werden, ausländische "Schurkenseiten" zu bekämpfen.

Todesdrohungen an Anti-Drogenblogger in Mexiko

Unbekannte hatten in der vergangenen Woche der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo einen Mann enthauptet und die Leiche öffentlich zur Schau gestellt. Eine neben der Leiche aufgefundene Nachricht drohte Bloggern und Internetnutzern, sich nicht mit den Drogenkartellen anzulegen.

Die Behauptung der Täter, man habe den Moderator des lokalen Online-Diskussionsforums "Nuevo Laredo Live" ermordet, scheint nicht zu stimmen. Die Betreiber der Seite hätten abgestritten, der Tote sei bei ihnen tätig gewesen, meldet "The Register". Vielmehr sei das Opfer wohl willkürlich ausgewählt worden. Die Tat habe dem Ziel gedient, in der Öffentlichkeit Angst und Schrecken zu verbreiten, berichtet "The Register" über entsprechende Meldungen.

Netzwerkausrüster sieht Boom bei Android-Schadprogrammen

Seitdem Android das Dasein als Nischenangebot für Mobilgeräte hinter sich gelassen hat, ist Googles mobiles Betriebssystem für Entwickler von Malware zunehmend interessant geworden. Wie interessant, sollen Zahlen des Netzwerkausrüsters Juniper zeigen. Nach Angaben des kalifornischen Unternehmens haben die Fälle von Android-spezifischen Schadprogrammen allein seit Juli 2011 um 472 Prozent zugenommen. In einer Erklärgrafik werden die Einzelheiten anschaulich zusammengefasst.

Auch das noch:

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1. TV-Reklame
Loosa 16.11.2011
Zitat von sysopGoogle, Facebook und Mozilla einmal vereint: Die Internet-Firmen kritisieren ein Gesetzesvorhaben des US-Kongresses, das sie zur Vorabfilterung von Webinhalten zwingen könnte. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Windows 8 soll seltener neu starten, TV-Reklame könnte leiser werden. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,798138,00.html
Praktische Umsetzung? Bei der Werbeproduktion müsste man nur den Kompressor ausschalten der alles in den oberen Dynamikbereich presst. Diese Praxis war schon immer ein Witz. Bestehende Gesetze (maximaler dB Spitzenwert) einhalten aber die gewünschte Wirkung (Zuschauer fällt von der Couch) beibehalten.
2. Oh man wehrt sich jetzt
felisconcolor 16.11.2011
Jahrzehntelang haben die grossen Provider zugesehen und ruhig geschlafen. Ein Gesetz nach dem anderen zur Überwachung des Netzes wurde müde durchgewunken. Und nun wacht man auf? Wenn das man nicht zu spät ist. Die Zeiten des freien Netzes sind doch schon lange vorbei. Selbst Tor und Konsorten sind nicht sicher vor dem Zugriff. Der wird höchstens etwas erschwert, aber unmöglich ist nichts mehr. und alle haben es sich gefallen gelassen. Und Werbung im TV...? Gesetz: Werbung darf NICHT lauter sein als der Film. Punkt aus Ende der Diskussion. Ach ja ich schaue ja schon lange kein Fernsehen. Und? Habe ich was verpasst? Nein!
3. Und außerhalb des Cyberspace?
avollmer 17.11.2011
Haben Platzeck und Aigner auch keine Payback oder andere Rabattkarte? Zahlen sie immer bar? Verbergen sie ihren Kopf unter einer Papiertüte oder tragen gar ein Fawkes-Face? Ist den beiden bewusst welche Spuren sie im realen Leben hinterlassen? Und dort kann man nicht einfach die FB-Cookies sperren oder hat jemand eine Ahnung wie man EC-Zahlungen anonymisiert?
4. genau
fkrone 17.11.2011
Zitat von felisconcolorJahrzehntelang haben die grossen Provider zugesehen und ruhig geschlafen. Ein Gesetz nach dem anderen zur Überwachung des Netzes wurde müde durchgewunken. Und nun wacht man auf? Wenn das man nicht zu spät ist. Die Zeiten des freien Netzes sind doch schon lange vorbei. Selbst Tor und Konsorten sind nicht sicher vor dem Zugriff. Der wird höchstens etwas erschwert, aber unmöglich ist nichts mehr. und alle haben es sich gefallen gelassen. Und Werbung im TV...? Gesetz: Werbung darf NICHT lauter sein als der Film. Punkt aus Ende der Diskussion. Ach ja ich schaue ja schon lange kein Fernsehen. Und? Habe ich was verpasst? Nein!
Genau. Aber sobald es um Gewinngefährdende Maßnahmen geht, wird es wichtig.
5. Loudness war
timorieth 17.11.2011
Zitat von LoosaPraktische Umsetzung? Bei der Werbeproduktion müsste man nur den Kompressor ausschalten der alles in den oberen Dynamikbereich presst. Diese Praxis war schon immer ein Witz. Bestehende Gesetze (maximaler dB Spitzenwert) einhalten aber die gewünschte Wirkung (Zuschauer fällt von der Couch) beibehalten.
Ein Kompressor arbeitet zwar etwas anders, aber Sie haben dennoch vollkommen recht! Diese Lautheit in der Werbung nervt tierisch. Auch in Musikproduktionen (Clubmusik mal explizit ausgenommen!) sollte auf den zu deftigen Einsatz eines Kompressors verzichtet werden. Negativbeispiele gibt es viele, z.B das "Californication"-Album der Red Hot Chili Peppers (ungenießbar!)
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