Netzwelt-Ticker iPhone 3G ist freigeschaltet

Das iPhone 3G ist geknackt: Hackern gelang es, ein Modell mit Firmware 2.2 freizuschalten. Bye-bye, T-Mobile. Außerdem im Überblick: Der US-Musikmarkt schrumpft dramatisch, eine Privatfirma soll allen E-Mail- und Telefonverkehr in UK überwachen, und es gibt sie doch: Superhelden.


Hacker haben auch das neue iPhone 3G mit der aktuellen Firmware 2.2 freigeschaltet. Mit diesem sogenannten Unlock können Nutzer ihr iPhone auch mit anderen Telefonanbietern als T-Mobile, dem deutschen Exklusivpartner nutzen. Dafür müssen sie aber einige Hürden nehmen, die Yellowsn0w-Hacksoftware ist noch in der Betaphase. So funktionieren Pin-Nummern noch nicht (vor dem Unlock deaktivieren!), ohne Jailbreak (der Software-Freischaltung) geht nichts, ebenso wenig ohne die Cydia-Installersoftware.

iPhone 3G: Endlich frei
AP

iPhone 3G: Endlich frei

Für etwas geübte iPhone-Nutzer sollte das allerdings kein Problem darstellen. Fragt sich nur noch: Warum sollte eigentlich jemand sein iPhone unlocken? Die ZDNet-Blogleser haben vielfältige Antworten. Viele iPhone-Nutzer schätzen ihren Unlock, weil sie somit im Ausland auf günstige Prepaid-Handykarten umstellen können. Auch wer ein gebrauchtes iPhone ergattern kann, funkt und surft mit einem anderen Vertrag oft günstiger. Und wie immer gilt die eherne Computerregel: "Warum? Weil es geht!"

US-Musikmarkt schrumpft dramatisch

Der Absatz von CDs ist 2008 in den USA um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen. Apple überholt mit dem Onlineshop iTunes den langjährigen Spitzenreiter im Musikvertrieb, den Supermarktriesen Wal-Mart, so eine dpa-Meldung (ORF Futurezone). Abseits von iTunes scheint der Internet-Verkauf zu schleppen - und kann deswegen auch nicht die Einbrüche bei den CD-Verkäufen ausgleichen. Insgesamt sanken die Albumverkäufe in den USA im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 428 Millionen CDs und Downloads. Die CD-Verkäufe machen noch 85 Prozent der gesamten Verkäufe aus. Das bestverkaufte Album kam nur auf drei Millionen Exemplare, so die Marktforscher von Nielsen SoundScan. Das Wachstum von Internet-Downloads verlangsamte sich auf 32 Prozent von 53 Prozent im Vorjahr. Apple ist noch immer Branchenprimus, Musik-Aficionados, besonders aus der elektronischen Ecke, werden bei den iTunes-Alternativen aber glücklicher, zum Beispiel bei Finetunes und Beatport.

UK: Privatfirma könnte allen E-Mail- und Telefonverkehr überwachen

Das Vereinigte Königreich plant, alle E-Mails und Telefongespräche seiner Bürger aufzuzeichnen, die Verwaltung der Daten soll möglicherweise einer Privatfirma überlassen werden ( SPIEGEL ONLINE berichtete bereits im November 2008 über die Pläne) . Ein Papier der britischen Innenministerin Jacqui Smith zum Thema soll laut der britischen Tageszeitung "The Guardian" im nächsten Monat veröffentlicht werden. Kritik lässt nicht auf sich warten: Der ehemalige Leiter der Anklagebehörde bezeichnete die Pläne als Gruselkabinett. Die Presse fragt sich, warum ausgerechnet einer Regierung, die im vergangenen Jahr 29 Millionen Datensätze einfach so verlieren konnte, nach immer mehr Daten dürstet. Die will die Probleme mit schärferen Strafen für Datenmissbrauch in den Griff bekommen. Ob das reicht, darf bezweifelt werden: Sollten die Daten einmal in die Öffentlichkeit gelangen, sind sie praktisch nicht mehr kontrollierbar, der Schaden wäre immens.

Facebook-Gruppe erzürnt Mafia-Opfer

Auf Facebook sprießen Nutzergruppen, die großen Mafia-Bossen ihren Respekt zollen. Laut "Times Online" sind die Hinterbliebenen von Mafia-Opfern sehr unglücklich über diese seltsamen Mafia-Fanclubs. Die Gruppen idealisieren die Cosa Nostra und ihre Paten, Tausende Italiener hätten sich den Gruppen bereits angeschlossen. Kritiker sehen darin eine mangelnde Unterstützung von Opfern von Mafia-Verbrechen, die Fans glorifizierten die Straftäter. Berühmte Paten, die bei Facebook verehrt werden, sind Salvatore (Toto) Riina, der 1993 zu zwölfmal Lebenslang verknackt wurde und Bernardo Provenzano, Totos Nachfolger. Der angeblich aktuelle Boss der Bosse (Capo dei Capi) Matteo Messina Denaro habe bei Facebook mehr als 2000 Anhänger, die ihm über das soziale Netzwerk Weihnachtsgrüße und Fan-Videos zukommen ließen. Ob Denaro allerdings selbst Mitglied bei Facebook ist, darf wohl bezweifelt werden.

Web-Lesetipp: The Legend of Master Legend

Es gibt sie: Superhelden. Mit Stahlhelm und Spezialwaffen, Vokuhila und Plauze, großen Gesten und noch größeren Sprüchen patrouillieren sie die Vororte, immer bereit, Verbrechern eine "Rundfahrt durch Faust-City" zu schenken. "The Legend of Master Legend" war in den Blogs der Lesetipp zum Jahresende. Autor Joshua Bearman hat sich dem selbsternannten Superhelden (mitsamt geheimem Waffenlabor, Sidekick und Glitzeruniform) Master Legend an die (gutgepanzerten) Fersen geheftet und ein so rührendes wie schreiend komisches Porträt im "Rolling Stone" geschrieben. Weitere Bilder und Hintergrundinfos veröffentlichte Joshua Bearman in seinem Blog bei "LA Weekly".

Weitere Meldungen:

Google Mail: Google fordert Nutzer auf, von Internet Explorer 6 zu Chrome oder Firefox zu wechseln

Twitter-Mailer: Nützliches Werkzeug oder Spam-Maschine? Twitter-Tool Twply in der Kritik

Große Netzumfrage: Chinesen und britische Hausfrauen sind am meisten online

Planet zum Download: Superhochauflösende Bilder der Erde (250m!) kostenlos im Netz

Sir Scheibenwelt: Kultautor Terry Pratchett wurde zum Ritter geschlagen

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.