Netzwelt-Ticker iPod-Feuer in der Hosentasche

Nicht nur Notebooks brennen zwischendurch ganz gerne an, sondern anscheinend auch der iPod. Die elektronische Gesundheitskarte kommt - egal, ob sie funktioniert oder nicht. Interpol fahndet online nach einem Kinderschänder. Das und mehr im Überblick.


Derzeit hat Apple an seinen Produkten nicht die wahre Freude. Da wäre zuerst einmal der iPod, ein ganz heißes Gerät für viele Hightech-Fans. Wie heiß, das erfuhr dieser Tage Danny Williams am eigenen Leib, als sein Player in der Hosentasche Feuer fing.

Steve Jobs mit neuem iPod: Ein älteres Gerät entzündete sich selbst aus ungeklärten Gründen
AFP

Steve Jobs mit neuem iPod: Ein älteres Gerät entzündete sich selbst aus ungeklärten Gründen

Der amerikanische Flughafenangestellte ist stinksauer, denn der Schaden hätte noch viel schlimmer als ein angekokeltes Loch in der Hose sein können. "Wenn die Flughafensicherheit mich qualmend angetroffen hätte, hätten sie mich sicher für einen Terroristen gehalten", so der wütende Mann. Die genaue Ursache der Selbstentzündung ist noch unbekannt, Apple versprach aber, das Gerät zu ersetzen.

Sammelklage gegen SIM-Lock

Und auch mit dem iPhone wird sein Hersteller nicht wunschlos glücklich. Bekanntlich geht Apple in den verschiedenen Ländern exklusive Kooperationen mit örtlichen Telekommunikationsunternehmen ein, nur mit einer entsprechenden Vertragsbindung sollen die Mobiltelefone nutzbar sein. Das erboste nicht nur Hacker, die sich sofort und erfolgreich an die Überwindung dieser Sperre machten. Auch von juristischer Seite droht Ungemach, ein kalifornischer Anwalt hat jetzt eine Sammelklage eingebracht, die sich gegen die Bindung des iPhone an US-Telekommunikationsunternehmen AT&T richtet.

Diese verstoße nach Ansicht der Kläger gegen das Wettbewerbsrecht des Bundesstaats. Die Überwindung des SIM-Locks stehe im Einklang mit den entsprechenden Gesetzen wie zum Beispiel dem Digital Millennium Copyright Act. Daher müssten Garantien für das iPhone auch bei umgangenen SIM-Lock weiter ihre Gültigkeit behalten. Die alternativlose Verbindung iPhone-AT&T stelle außerdem ein Monopol dar und würde zu künstlich überhöhten Preisen führen.

Frankreich ohne iPhone?

Um das Trio voll zu machen, kommen schlechte Nachrichten auch aus Frankreich. Denn eigentlich schien die Einführung von Apples Kult-Handy in unserem Nachbarland längst in trockenen Tüchern zu sein. Ab November sollte das Telefon mitsamt einer Vertragsbindung an den Mobilfunker Orange in die Läden kommen.

Eigentlich. Denn tatsächlich öffnet sich eine zur Zeit unüberbrückbare Lücke zwischen Apples Vertragsvorstellungen und der französischen Rechtslage, wie intern.de bemerkt. Die verbietet nämlich genau das, was Apple will, die exklusive Kopplung eines Gerätes an einen Dienstanbieter. Sollte sich Apple dieser Situation fügen und das iPhone in Frankreich ohne SIM-Lock anbieten, dann wären die millionenschweren Verträge mit europäischen Nachbarn wie in Deutschland (T-Mobile) oder Großbritannien (02) bald Makulatur. Denn wer wollte dann noch ein künstlich geknebeltes Handy kaufen?

Online-Reklame boomt

Der Online-Werbemarkt brummt und legt kräftig zu. Im letzten Jahr erbrachte das Geschäft noch 480 Millionen Euro, 2007 könnte die 800-Millionen-Grenze geknackt werden, was einer satten Steigerung um 67 Prozent entspräche, so August-Wilhelm Scheer, der Chef des Informationsverbandes Bitkom, gegenüber "Welt Online". Zwar erreichen die Onliner damit noch immer nicht die Umsatzzahlen der Kollegen aus der Holzklasse, aber die Zuwachsraten schlagen die Werte im Print um Längen.

Die Gesundheitskarte kommt

Die elektronische Gesundheitskarte für 80 Millionen Versicherte in Deutschland wird im nächsten Jahr eingeführt. Im April 2008 sollen die alten Krankenversichertenkarten durch die neue Chip-Karte ersetzt werden, so ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Samstag. Die Chips werden über persönliche Daten des Inhabers wie Name, Adresse, Versicherungsnummer und Platz für Notfalldaten verfügen.

Dabei sind die vielfältigen Bedenken gegenüber dem neuen System noch lange nicht ausgeräumt. Die Kostenfrage: Die Einführung der Karte soll mit 1,4 Milliarden Euro zu Buche schlagen, noch weiß keiner, wer das konkret finanzieren soll. Der Datenschutz: Ärzte und Datenschützer beurteilen die Sicherheit der hochvertraulichen Patientendaten mit Skepsis. Auch der vorgesehene Schutz durch eine vierstellige PIN ist nicht besonders weitreichend, wie die nicht sehr ermutigenden Beispiele mit Bankkarten zeigen.

Überdies läuft derzeit eine ganze Reihe von Testphasen, die eben noch gar nicht beendet, geschweige denn ausgewertet wurden. Wie löchrig das System momentan ist, zeigt ein Beispiel aus Ingolstadt. Dort mussten nach einem Programmierfehler 30 Prozent der ausgegebenen Karten wieder eingezogen werden.

Online-Suche nach Kinderschänder

Fahndungsfoto: Das vom BKA rekonstruierte Bild des mutmaßlichen Täters
REUTERS

Fahndungsfoto: Das vom BKA rekonstruierte Bild des mutmaßlichen Täters

Um endlich eines seit Jahren verfolgten Kinderschänders habhaft zu werden, fahndet Interpol jetzt im Internet nach dem Mann. Zu diesem Zweck wurden Fotos des Verdächtigen online gestellt, die Spezialisten des BKA wiederherstellen konnten, obwohl der Mann zuvor versucht hatte, sie unkenntlich zu machen.

Die Bilder entstammen einer Fotoserie mit rund 200 wahrscheinlich in Vietnam oder Kambodscha entstandenen Motiven, auf denen der Missbrauch von zwölf Jungen festgehalten ist. Mit hoher Wahrscheinlichkeit reise der Mann als Kindersextourist um die ganze Welt, Fotos von seinen kriminellen Taten zirkulieren seit Jahren im Netz. Verdächtige Personen sollten der Polizei gemeldet werden.

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