Von Carolin Neumann
Medienunternehmen und Rechteinhaber drängen die Politik zu besseren Instrumenten gegen Raubkopierer - doch eine geplante Reform des Urheberrechts, der sogenannte "Dritte Korb", lässt seit über einem Jahr auf sich warten. Nun wird Siegfried Kauder, Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages, ungeduldig und will ungeachtet etwaiger Pläne des Justizministeriums noch vor Weihnachten ein Gesetz dazu vorschlagen. Das kündigte er vor Vertretern der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) an.
"Wenn ein großes Werk nicht kommt, dann fange ich eben mit einem kleinen an", sagte Kauder gegenüber SPIEGEL ONLINE. Seine Idee: Ein Warnmodell, bei dem Rechteinhaber sich bei den Providern über Copyright-Sünder beschweren. Erst gibt es einen Hinweis, im wiederholten Fall dann Internet-Entzug - ganz ohne Gerichtsverfahren. Verfassungsrechtliche Bedenken hat er dabei nicht, denn die Sperre soll nur für einen kurzen Zeitraum gelten. "Ich denke da an drei Wochen", so Kauder.
Mit diesem Modell will er vermeiden, dass wie bisher das Strafrecht bemüht werden muss, um Copyright-Sünder zu bestrafen. Außerdem sollen so kostenpflichtige Abmahnungen überflüssig gemacht werden. Laut der SPD-Fraktion im Bundestag hat die Regierung bereits vor einer Weile angekündigt, eine vergleichende Studie zu Warnhinweismodellen in anderen EU-Mitgliedstaaten in Auftrag zu geben - und damit dann wohl auch für Deutschland derartige Möglichkeiten zu erwägen.
Google News bittet Verlage um Nachhilfe
Google schreitet weiter voran mit den Bemühungen, Google News zu einem vollwertigen Nachrichtenangebot zu machen. In einem Blogpost wird nun ein neues HTML-Tag beschrieben. Redaktionen können es gezielt einsetzen, um besonders herausragende Texte zu kennzeichnen - damit solche Inhalte dann bei Google besonders hervorgehoben werden. Das Tag funktioniert vorerst nur in der US-Version von Google News und ist auch weiterhin nur einer von vielen Faktoren, die der Algorithmus berücksichtigt.
Pinger startet kostenlos-SMS für Deutschland
Yuilop hat es vorgemacht, jetzt kommt der US-Anbieter Pinger und bietet Mobilfunknutzern in Deutschland einen kostenlosen SMS-Service an. Die Nutzer bekommen dafür eine zweite Handynummer. Damit man Nachrichten verschicken kann, muss man aber auch welche empfangen: Mit jeder erhaltenen SMS füllt sich ein Punktekonto, das Abschicken einer SMS wird mit diesem verrechnet. Für Pinger rechnet sich das, weil Mobilfunkanbieter sich den Nachrichten-Tausch untereinander verrechnen. (ore)
Bisher schien Mozilla recht resistent gegen Kritik an seinem beschleunigten Veröffentlichungsrhythmus für Firefox-Versionen. Jetzt reagiert die Stiftung mit einem Vorschlag: eine Browser-Version, die nur alle 30 Wochen erneuert wird. Mit dem "Extended Support Release" sollen Unternehmen mehr Zeit bekommen, ihre Produkte auf eine neue Version umzustellen. Aktuell veröffentlicht Mozilla alle sechs Wochen eine neue Ausgabe, vor allem Firmen beklagen Probleme mit dem neuen Zyklus.
Auch das noch:
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