Netzwelt-Ticker: Kenianer wehren sich per Twitter gegen Einbrecher

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Twitter ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch hilfreich - wie die Bewohner eines kenianischen Dorfes beweisen. Außerdem im Überblick: Es gibt bald mehr vernetzte Mobilgeräte als Menschen, und eine britische Behörde droht Musik-Blog-Nutzern mit Jahren Haft.

Das Handy von Francis Kariuki: Kommunikationskanal zu den Dorfbewohnern Zur Großansicht
AP

Das Handy von Francis Kariuki: Kommunikationskanal zu den Dorfbewohnern

Lanet Umoja/Kenia - Den Einwohnern eines Dorfes im Westen Kenias ist es jetzt mit Hilfe von Twitter gelungen, mehrere Einbrecher in die Flucht zu schlagen. Polizeichef Francis Kariuki hatte zuvor einen Anruf erhalten, dass Kriminelle in das Haus eines Lehrers eingedrungen seien.

Flugs verschickte er per Twitter eine Nachricht über den Einbruch, woraufhin sich innerhalb von Minuten mehrere Dorfbewohner vor dem Gebäude versammelten und die Eindringlinge das Weite suchten. Kariuki erklärte, er benutze Twitter auch, wenn im Dorf Kinder oder Vieh vermisst werden. Erst vor kurzem habe auf diese Weise ein verloren geglaubtes Schaf wiedergefunden werden können.

mak/dapd

Bald mehr Mobilgeräte als Menschen?

Wird die Erde zum Maschinenplaneten? Wenn man aktuellen Zahlen des Netzwerkausrüsters Cisco glaubt, ist die Menschheit diesem Szenario ein gutes Stück näher gerückt. Grund ist die rasant zunehmende Zahl vernetzter Mobilgeräte. Noch in diesem Jahr, so eine Studie des Unternehmens, werde die Zahl mobiler Geräte die der Menschen auf dem Planeten Erde übertreffen. Bis 2016 könne sogar die Zehn-Milliarden-Grenze geknackt werden.

Damit verbunden - und das eigentliche Thema der Studie - ist ein Wachstum des mobilen Datenaufkommens. Bis 2016 sei eine durchschnittliche, jährliche Zunahme von 78 Prozent auf dann zehn Exabyte (ein Exabyte sind eine Milliarde Gigabyte) mobil übertragener Daten pro Monat zu erwarten. Im Moment werde der größte Anteil des Datenverkehrs noch von Notebooks erzeugt, aber bereits 2014 würden die Klapprechner von Smartphones überrundet.

Nachrichtenagentur verklagt Nachrichten-Aggregator

Die Nachrichtenagentur AP klagt bei einem New Yorker Bezirksgericht gegen den norwegischen Anbieter "Meltwater". Der Vorwurf von AP: Die norwegische Firma verletzte das Urheberrecht, indem sie über ihren Abo-Dienst "Meltwater News" Kunden wörtliche Ausschnitte aus AP-Meldungen verkaufe. Meltwater News sei ein "parasitärer Verbreitungsdienst", klagt AP-Chef Tom Curley. Meltwater stehe im direkten Wettbewerb mit traditionellen Nachrichtenquellen, ohne Lizenzgebühren zu bezahlen, mit denen die Erstellung dieser Inhalte finanziert werde. Zudem verwende "Meltwater" längere und systematischer zusammengestellte Auszüge aus AP-Artikeln als andere Aggregatoren.

In einer Stellungnahme teilt das beschuldigte Unternehmen mit, es respektiere das Urheberrecht und betreibe einen ergänzenden Service, der die Nutzer zu den Nachrichtenseiten leite wie jede andere Suchmaschine auch.

Auch das noch:

  • HTC bringt LTE-Smartphone in den Handel. Ab dem 1. März soll das HTC Velocity 4G exklusiv von Vodafone angeboten werden. Die technischen Angaben sind beeindruckend: 4,5 Zoll IPS-Display, 1,5 GHz Dualcore-Prozessor und vor allem Datenübertragung mit bis zu 50 Mbit/s. Da sieht so mancher DSL-Anschluss alt aus - sofern LTE dort verfügbar ist, wo man das Velocity nutzen will. Fragt man nach Preisen, wird HTC allerdings schweigsam und verweist auf einen späteren Zeitpunkt.
    mak

  • The Pirate Bay ersetzt .torrent- durch Magnet-Links. Schon länger angekündigt, wird es nun langsam ernst. Am 29. Februar wird die Plattform The Pirate Bay von den bisherigen .torrent-Links auf ein neues Format namens Magnet umstellen. Danach sei das Herunterladen von .torrent-Dateien nicht mehr möglich. Die eigentlichen Dateiinhalte seien weiter verfügbar, die Magnet-Technologie sei jedoch weniger Bandbreiten-intensiv.
  • Pinterest-Klon mit Protestvideos vom Arabischen Frühling. Noch ist die Bilderseite Pinterest als Hype des Monats in aller Munde, da gibt es schon einen Klon. Die Nachrichtenseite Middle East Voices hat mit Lulu live ein Angebot online gestellt, das Video-Clips von Protesten im Rahmen des Arabischen Frühlings enthält. Der Schwerpunkt liegt auf den Demonstrationen in Bahrein.
  • BitTorrent-Erfinder will Fernsehen durch Streaming ersetzen. Markige Worte von BitTorrent-Erfinder Bram Cohen. Der P2P-Pionier will mit einem erweiterten Streaming-Angebot dem Fernsehen Konkurrenz machen.
  • DDoS-Attacken auf Nasdaq und BATS. Die Technik-Börse Nasdaq und die im US-Bundesstaat Kansas beheimatete BATS Exchange sind am Dienstag Ziel von Hackerangriffen unbekannten Ursprungs gewesen. Die beiden Web-Präsenzen waren daraufhin nur schwer zu erreichen. Der Handel sei nicht beeinträchtigt, die Seiten auch nicht gehackt und keine Informationen abgezogen worden. "Sie haben versucht, den Zugang für unsere User zu blockieren", so ein Nasdaq-Sprecher.
  • Angry Birds fliegen jetzt auch auf Facebook. Womit am besten Zeit verplempern, auf Facebook stöbern oder Schweinchen schießen mit Angry Birds? Die Entscheidung ist nicht mehr nötig, ab sofort gibt's das Spiel unter dem Dach des sozialen Netzwerks. Nach dem Zynga- und Farmville-Prinzip ist die Grundversion gratis, Zusatz-Levels und -Features kosten extra.
  • Was der Firefox-Fahrplan für 2012 verspricht. In diesem Jahr will die Mozilla Foundation bei ihrem Browser die Kontrolle für Tracking im Netz verbessern, Inhalte sollen einfacher mitgeteilt werden können. Entwickler erhalten die Möglichkeit, leichter als bisher Web-Apps im Firefox einzubauen.

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insgesamt 2 Beiträge
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1. .
rentner69 16.02.2012
Zitat von sysopAPTwitter ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch hilfreich - wie die Bewohner eines kenianischen Dorfes beweisen. Außerdem im Überblick: Es gibt bald mehr vernetzte Mobilgeräte als Menschen und eine britische Behörde droht Musik-Blog-Nutzern mit Jahre Haft an. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,815384,00.html
Und was ist mit den britischen Musik-Blog-Nutzern?
2. habe ich mich auch gefragt
Nonvaio01 16.02.2012
Zitat von rentner69Und was ist mit den britischen Musik-Blog-Nutzern?
davon stand im Artikel nichts.. zu dem magnet link auf TPB, den ginbts schon ewig, und das funzt eigentlich sehr gut. Eine aenderung habe ich nicht feststellen koenne ausser das das layout etwas anders ist. Aber man benoetigt immer noch ein torrent tool, ohne dem geht es nicht.
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  • Richard Meusers schreibt als Autor für SPIEGEL ONLINE über die Digitalisierung.

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