Netzwelt-Ticker: Kindle-Konkurrent drängt auf deutschen E-Book-Markt

Von Richard Meusers

Mit 80.000 deutschsprachigen E-Books geht die kanadische Plattform Kobo jetzt auch in Deutschland an den Start. Außerdem im Überblick: Die britische Innenministerin warnt vor Terror aus der Datenwolke, die Pläne zur US-Vorratsdatenspeicherung geraten ins Stocken.

Kobo: Der E-Book-Anbieter aus Kanada eröffnet ein deutschen Angebot Zur Großansicht
AP/ PR Newswire

Kobo: Der E-Book-Anbieter aus Kanada eröffnet ein deutschen Angebot

Amazons E-Book-Reader Kindle bekommt in Deutschland Konkurrenz. Gestern hat Google den Verkauf eines Lesegeräts angekündigt, heute legt der kanadische Anbieter Kobo nach. Schon im Mai stellten die Kanadier ein eigenes Gerät vor, technisch wenig anspruchsvoll, aber zum Preis ab nur 90 Dollar. Das Lesegerät soll auch in Deutschland erhältlich sein, zum Preis ist bislang nichts bekannt. Kobos E-Book-Shop für den deutschen Markt ist vom heutigen Mittwoch an online.

Mit 80.000 Titeln wird das deutschsprachige Kobo-Angebot am heutigen Mittwoch eröffnet. Das internationale Angebot umfasst nach Angaben des Anbieters sogar an die 2,4 Millionen Titel. Damit überflügelt Kobo aus dem Stand das Kindle-Angebot, hier kann der Leser unter 785.000 Titeln auswählen, auf Deutsch sind nur knapp 25.000 erhältlich.

Bis das Kobo-Lesegerät in Deutschland vertrieben wird, können die Kunden die E-Books mit Anwendungen auf iPhones, iPads und Android-Smartphones lesen. Auch für das Playbook ist eine App geplant.

Kobos Deutschland-Start ist nur ein Expansionsschritt unter vielen. Auch in Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden sollen demnächst angepasste Versionen an den Markt gehen. Zusätzlich zu diesen E-Book-Angeboten in der jeweiligen Sprache sollen auch sprachspezifische Ausgaben von Kobo Reading Life in den einzelnen Ländern angeboten werden. Damit will Kobo seine Social-Reading-Plattform "Reading Life" zu Millionen potentiellen Kunden in ganz Europa bringen.

Kongress verzögert US- Vorratsdatenspeicherung

Auch die USA haben ihre Debatte um das Für und Wider der Vorratsdatenspeicherung. Bürgerrechtler und Datenschützer streiten mit Polizeiorganisationen und Kinderschützern. Nun könnten geplante Gesetzesinitiativen, die die Einführung der verdachtslosen Datenspeicherung für die Dauer von 18 Monaten vorsehen, ins Stocken geraten.

Ausgerechnet ein republikanischer Kongressabgeordneter, der frühere Rechtsausschussvorsitzende James Sensenbrenner, erklärte jetzt in einer Anhörung, der Gesetzesentwurf müsse vor einer Verabschiedung überarbeitet werden. Dabei geht es dem Politiker nicht darum, die Vorratsdatenspeicherung zu verhindern. Ganz im Gegenteil. Er befürchtet nur Schlupflöcher in der jetzigen Fassung, die eine weitreichende Datenerfassung faktisch außer Kraft setzen würden.

Zwar sollen Internetprovider zur Speicherung verpflichtet werden, jedoch würden nach aktuellem Stand der Dinge Mobilfunkanbieter davon nicht berührt. Auch von demokratischer Seite kommt Widerspruch. Zwar trage die Verordnung den Namen "Gesetz zum Schutz von Kindern vor Internet-Pornografie", jedoch könnten die erfassten Daten zur Verfolgung jeder Art von Rechtsverstößen genutzt werden, nicht nur gegen Kindesmissbrauch.

Britische Innenministerin warnt vor Terrorgefahr aus der Cloud

Terroristen nutzen Cloud Computing, um Angriffe zu planen und dabei unentdeckt zu bleiben. Das ist die nüchterne Zusammenfassung, die Innenministerin Theresa May am Mittwoch bei der Vorstellung der britischen Antiterrorstrategie gab. "Mit Cloud Computing eröffnen sich neue Wege, um Informationen online zu speichern, zu teilen und zu verbreiten", so May. "Sie können verschlüsselt und auf mobilen Geräten genutzt werden und hinterlassen dabei wenig oder gar keine Datenspuren".

Zur Bekämpfung tue es daher not, die auf Regierungsseite verwendeten Technologien weiterzuentwickeln und anzupassen. Der Warnruf der Ministerin kommt nur wenige Tage, nachdem sie gerade erst die allgemeine Terrorwarnstufe von "ernst" auf "erheblich" abgesenkt hatte.

Google blockiert "Social Circles"-Buch eines Ex-Angestellten

Entwickler Paul Adams tat sich in seiner Zeit bei Google im Bereich Social Networks um, und erklärte, was der Konzern tun müsse, um endlich auch in diesem Bereich ein Bein auf den Boden zu bekommen. Dann wechselte Adams zu Facebook. Nun möchte er seine Erfahrungen in einem Buch herausbringen, das den schönen Namen "Social Circles" tragen soll. Er will, aber er darf nicht. Laut Adams verzögert sein alter Arbeitgeber Google die versprochene Erlaubnis zur Veröffentlichung des Werks. Ursprünglich habe es eine Zusage im Sommer 2010 gegeben, berichtet TechCrunch. Doch die wurde dann auf einen Zeitpunkt nach dem Start von Google+ verschoben. Bis heute habe Google ihm die Veröffentlichung nicht erlaubt, schreibt Adams. Immerhin sitzt er nicht tatenlos bei Facebook herum. Adams schreibt bereits an seinem nächsten Buch. Einen Titel hat er auch schon: "Grouped".

Auch das noch:

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1. Willkommen, Ambermoon.
Ambermoon 15.07.2011
Terroristen nutzen übrigens auch Papier,um Angriffe zu planen und dabei unentdeckt zu bleiben.
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Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.

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