Von Felix Knoke
Das Linux-Kernel-Archiv Kernel.org, auf dem der zentrale Kern des quelloffenen und freien Betriebssystems verwaltet wird, ist Opfer eines schweren Hacker-Angriffs geworden. Unbekannte hatten sich Vollzugang zum Kernel.org-Server verschafft und dort einen Trojaner plaziert.
Die Frage, die manche Linux-Entwickler und -Anwender nun plagt: Veränderte der Trojaner den Quellcode? Schleuste er Schadsoftware, Internet-Spione, Sabotage-Würmer ins Linux-Herz? Ein Software-Auditing soll die schlimme Befürchtung überprüfen - wirklichen Grund zur Sorge gibt es aber laut Kernel-Entwickler Jon Corbet nicht: "Wir benutzen das Git-Entwicklungssystem, das jede Veränderung am Quellcode offenlegt. Sollte der Trojaner etwas verändert haben, fällt es uns schnell auf."
Eine parallele Untersuchung soll nun zeigen, wie der oder die Angreifer überhaupt den Trojaner einschleusen konnten: Vermutlich gelang das mit manipulierten Nutzerdaten, deren Zugriffsrechte erweitert wurden.
Corbet: "Wer Linux betreibt, braucht sich nicht um die Integrität des Kernels sorgen. Der wird von Verteidigungen geschützt, die viel mächtiger sind als die eines einzelnen Computers." Nämlich von einer aufmerksamen Entwickler-Gemeinde, einem transparenten Entwicklungs-Werkzeug und einem cleveren Schutzmechanismus, der jede Veränderung, und sei sie nur ein Zeichen groß, aufdecken kann.
Korrektur: In eine vorherigen Version hieß es, kernel.org würde einen Trojaner verteilen. Stattdessen wurde aber nur die Seite mit einem Trojaner angegriffen.
Texanische Polizei: Anonymous veröffentlicht drei GB Daten
Zum "Texas Takedown Thursday" ("Texanischer Verhaftungs-Donnerstag") veröffentlichten die Online-Marodeure von Anonymous drei Gigabyte Daten verschiedener texanischer Strafverfolgungsbehörden. Zu den veröffentlichten Daten zählen Privatinformationen wie Sozialversicherungs- und Handynummern und E-Mail-Datenverkehr. Laut "Digital Trends" könnten einige dieser Nachrichten aufgrund rassistischer, sexistischer und homophober Inhalte peinlich für die verantwortlichen Polizisten werden.
Die Veröffentlichung der Daten ist die Anonymous-Entgegnung auf die Festnahme 14 mutmaßlicher Online-Aktivisten, die an der Lahmlegung des Online-Finanzdienstleisters PayPal teilnahmen.
Was heute sonst in der Netzwelt wichtig war
Außerdem interessant
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Web | RSS |
| alles zum Thema Netzticker | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH