Netzwelt-Ticker Mädchen verschickt 14.500 SMS im Monat

Das ist rekordverdächtig: 14.528 SMS-Nachrichten verschickte ein US-Teenager binnen eines Monats - und bekam eine 440-Seiten-Rechnung. Außerdem im Überblick: Browser-Bug macht Phishern das Leben leicht, die Kripo sucht nach Abzock-Opfern. Und vieles mehr.

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Reina Hardesty war ganz schön eifrig: Knapp 500 SMS-Nachrichten verschickte die 13-Jährige pro Tag. Innerhalb eines Monats kam sie auf die stattliche Zahl von 14.528 Kurztexten, die sie von ihrem Handy aus an Freunde sandte. Durchschnittlich alle zwei Minuten muss sie eine Nachricht geschrieben haben, rechnet die "New York Post" vor und urteilt: Dieses Kind ist eine SMS-Wahnsinige.

SMS-Textnachricht: Fast 15.000 Kurzmitteilungen in vier Wochen
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SMS-Textnachricht: Fast 15.000 Kurzmitteilungen in vier Wochen

Mit ihrer Leidenschaft treibt sie auch andere in den Wahnsinn. Ihren Vater zum Beispiel, der die Rechnung für die SMS-Wut auf 440 Seiten präsentiert bekam. "Ich habe erst gelacht, gedacht: 'Das ist so verrückt, das ist nicht möglich'", sagte er der "New York Post". Als erstes habe er mit dem Taschenrechner versucht herauszubekommen, ob es überhaupt möglich sei, knapp 15.000 Textnachrichten in 30 Tagen zu tippen. Seine Vermutung war, der Mobilfunkanbieter habe einen Fehler gemacht. Dann fragte er seine Tochter: "Wem schreibst Du da eigentlich die ganze Zeit? All deinen Schulfreunden?"

Viele ihrer Freundinnen, berichtet Tochter Reina, haben eine SMS-Flatrate. "Wir schreiben uns praktisch die ganze Zeit" - zum Beispiel auf einer Karaoke-Party, mit der Freundin, die neben ihr saß. Aber das ist jetzt wohl erst einmal vorbei: "Es waren Winterferien und mir war langweilig." Zusammen mit vier anderen Freundinnen formte sie einen Zirkel obsessiver SMS-Tipperinnen, die sich praktisch die ganze Zeit über ihr Mobiltelefon auf dem Laufenden hielten.

Das Glück für den Vater: Finanzielle Folgen muss er nicht fürchten. In weiser Voraussicht hatte auch er seiner Tochter eine SMS-Flatrate abonniert.

Browser-Bug: Phishing ohne E-Mail

Ein Fehler in JavaScript, der angeblich in allen Browsern steckt, ermöglicht es Online-Kriminellen noch einfacher Jagd auf Zugangsdaten für Online-Banking machen. Das behauptet die Sicherheitsfirma Trusteer. Um den Fehler auszunutzen, müssten Cracker nur eine normale Website hacken und Schadcode auf ihr deponieren.

Öffnet ein Besucher dieser präparierten Seite gleichzeitig eine Online-Banking-Website, erscheint eine Meldung, die ihn zur Eingabe der Zugangsdaten für das Online-Banking auffordert. Diese Daten leitet der Schadcode dann an den Angreifer weiter, der sich damit dann selbst in das Konto des Opfers einloggen kann.

Die Methode ist nicht neu, funktionierte bisher aber nicht zuverlässig. Ließe sich die neue Sicherheitslücke für dieses Betrugsverfahren ausnutzen, wäre das eine hervorragende Möglichkeit für Cracker, künftig auf Phishing-Mails zu verzichten.

Nicht tot zu kriegen: Das iPhone-nano-Gerücht

Es schien so sicher: Auf der Macworld in San Francisco stellt Apple das "iPhone nano" vor. Der Knaller blieb aus, doch in der Gerüchteküche brodelt es munter weiter. Jetzt berichtet die chinesische "Economic Daily News", dass die Chip-Hersteller TSMC und UMC ab März angeblich Chips für das Handy liefern sollen. Das iPhone nano, so es ein solches tatsächlich gibt, könnte dann ab Juni tatsächlich auf den Markt kommen.

Bundesregierung berät über Kinderporno-Sperren

Laut Heise.de macht die Bundesregierung Ernst mit der Einrichtung von Sperren für kinderpornografische Angebote im Internet. Für heute lud das Bundesinnenministerium Vertreter großer deutscher Internet-Service-Provider nach Berlin, um mit ihnen über die Umsetzung von Zugangssperren zu beraten.

In einem Schreiben heißt es dazu: "Die Bundesregierung sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass Access-Blocking neben einer konsequenten Täterermittlung und Schließung von Quellen ein schnell einsetzbares und geeignetes Mittel ist, um effektiv gegen kinderpornografische Seiten vorzugehen und Schutzmechanismen aufzubauen." Doch die Umsetzung solcher Sperren ist problematisch. Bedenken wischt die Bundesregierung mit dem Hinweis auf ähnliche Mechanismen in anderen Ländern vom Tisch. Die Initiative geht auf Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zurück, die im November bereits eine derartige Gesetzesinitiative ankündigte.

Kripo Kiel sucht Abzock-Geschädigte

Die Kriminalpolizei Kiel sucht im Forum von Antispam.de nach Personen, die von den Firmen MintNet (Flensburg) und Mobile Solutions (Kiel) geschädigt wurden. In einem Fall wurden in Zeitungen und im Internet Anzeigen geschaltet, in welchen Autos weit unter Marktpreis angeboten wurden, heißt es im Forumsbeitrag der Kripo.

Wer sich telefonisch auf die Anzeige meldete, wurde an eine kostenpflichtige 0137-Nummer verwiesen, jeder Anruf kostete 1 Euro. Nach Einschätzung der Polizei gab es das angebotene Auto nie, es handelt sich also um eine Abzocke: Kaufwillige Interessenten sollten dazu bewegt werden, möglichst mehrfach bei der Nummer anzurufen.

In einem anderen Fall wurde im Internet ein Singleforum vorgetäuscht, "in dem kontaktwillige Personen, welche sich auf der Suche nach Partnerschaft befinden, mit anderen Singles in Kontakt gelangen könnten." Laut Polizei erfolgte die Kommunikation allerdings ausschließlich über Moderatoren der Firmen. Die hätten versucht, Kontaktwillige in eine Kommunikation per SMS einzubinden, wobei für jede Kurznachricht ein Betrag von 1,99 Euro abgerechnet wurde.

Geschädigte sollen sich per Brief oder E-Mail bei der Kripo Kiel melden, "um eine vollständige Strafverfolgung durchführen zu können."

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