Netzwelt-Ticker: Geschenkte Smartphones, Black Mesa, Inspector Spacetime
Heute im Netzwelt-Überblick: Marissa Mayer und Steve Ballmer machen ihren Angestellten große Geschenke, mit "Black Mesa" ist eine kostenlose Neuauflage des Computerspiel-Klassikers "Half Life" erschienen, eine "Doctor Who"-Parodie aus der Serie "Community" lebt im Netz weiter.
Geschenkestunde bei Yahoo und Microsoft: Marissa Mayer, die neue Geschäftsführerin des Internet-Konzerns Yahoo, schenkt allen Angestellen ein Top-Smartphone. Egal ob Vollzeit oder Halbtags angestellt, jeder soll ein Smartphone der neusten Generation von Apple, Samsung, Nokia oder HTC bekommen - nur keines von Blackberry-Hersteller RIM, scheint es. Überraschung: "Die Leute sind glücklich," steckte ein anonymer Angestellter dem "Business Insider". Yahoo zahle sogar sämtliche Telefon- und Datengebühren. Warum der Handysegen? In einem Memo erklärt Mayer, dass "wir uns wünschen, dass unsere Angestellten die gleichen Geräte wie unsere User benutzen, um so denken und arbeiten zu können, wie der Großteil unserer Nutzer." Mal sehen, ob sich später herausfinden lässt, welche Telefone unter den Yahoo-Mitarbeitern besonders populär sind.
Auch bei Microsoft begann vergangene Woche die Vorvorvorweihnachtszeit: Geschäftsführer Steve Ballmer versprach allen Vollzeit-Angestellten kostenlose Surface-Tablets, neue Arbeits-PC und ein Windows-Phone-8 Smartphone für den Privat- und Geschäftsgebrauch. Glaubt man den Schätzungen von "Geekwire", dürften 94.000 Microsoft-Angestellte weltweit gleichzeitig ein Tränchen der Rührung vergossen haben.
Fast Umsonst: Gordon Freemans letzter Arbeitstag
Was Spiele-Hersteller Valve nicht schaffte, schaffen die Fans: Nach acht Jahren Entwicklungsarbeit ist "Black Mesa" endlich da. Das ist ein Fan-Remake des Shooter-Klassikers "Half-Life", das die spielerischen Errungenschaften des Originals graphisch auf den neusten Stand bringt. Wer "Half-Life" nicht kennt, kann damit ein wenig Spiel-Geschichte nachholen: "Half-Life" verband die narrativen Methoden des Films mit den Anforderungen und Möglichkeiten eines Computerspiels - viel besser, als viele andere Spiele damals.
Man sich "Black Mesa" kostenlos herunterladen und spielen, sofern man Valves Steam-Software auf seinem Rechner installiert hat. "Black Mesa" entspricht 80 Prozent des Originalspiels, an den Hüpf- und Rätseleinlagen auf dem Alien-Planet arbeiten die rund 40 Hobby-Entwickler noch. In den nächsten Wochen werden sie die verbleibenden Spielabschnitte nachreichen und Fehler ausmerzen. Kurios: "Half-Life"-Entwickler Valve hat bereits ein kommerzielles Remake veröffentlicht - und duldet trotzdem nicht nur, dass "Black Mesa" veröffentlicht wird, sondern vertreiben das Spiel auch in ihrem eigenen Software-Laden Steam. Solche Offenheit gehört bei Valve zu den Unternehmensprinzipien. Der klassische Team-Shooter "Counter-Strike" etwa basiert auf einer Valve-Engine.
"Inspector Spacetime": Doctor-Who-Parodie wird Webserie
Eigentlich war sie nur als bunter Filmschnippsel in der US-Serie "Community" gedacht - doch der Regisseur einer Parodie der britischen Kultserie "Doctor Who" will sein Werk im Netz weiterleben lassen. Richley hatte die fiktive Serie als Zulieferung produziert.
"Inspector Spacetime", hieß die Parodie, bevor die Fernsehstudios Markenrechte geltend machten: eine Serie über einen großmäulig-sympathischen Ermittler, der in seiner Telefonzelle durch Raum und Zeit reist und bunte Science-Fiction-Geschichten spinnt. Um die Serie im Netz fortleben zu lassen, muss Richley seiner Erfindung nun einen neuen Namen geben. "TG Daily" hat die interessante Entstehungsgeschichte festgehalten.
Was am Montag sonst noch in der Netzwelt wichtig war:
- Ein Programmierfehler in Microsofts Windows Store hat schlecht bewertete Apps auf die Startseite und damit quasi in den Status einer Download-Empfehlung gehievt. Gefährlich, meint "McAkins Online".
- Der philippinische Präsident Benigno Aquino III. hat ein Cybercrime-Gesetz unterzeichnet - und damit, schreibt "Security Week", den Polizisten des Landes erstmals eine Handhabe von Internet-Verbrechen ermöglicht - als 2000 etwa die beiden philippinischen Erfindern des "I Love You"-Wurms aufflogen, waren den Behörden die Hände gebunden: Nach philippinischem Recht taten sich nichts Falsches, auch wenn sie einen weltweiten Schaden von geschätzt 10 Milliarden Dollar verantworteten.
- Microsoft will sich eine Technik für 360-Grad-Projektion mit einem Patentantrag schützen lassen. Im Zusammenspiel mit der Gestensteuerung Kinect könnte Microsoft damit auf eine mögliche Zukunft des digitalen Spielens zusteuern: einer Zukunft, in der das ganze Spielzimmer die Projektionswand ist.
- Der Grazer Ableger der österreichischen konservativen Partei ÖVP versucht sich an einer amüsanten Affirmation der Piratenpartei: "Black Pirates" segeln unter schwarzer Flagge und seien der "revolutionäre Gedanke in der vertrauten politischen Heimat der Grazer Volkspartei." Auf Facebook spielen die ÖVP-Piraten sogar mit der Ästhetik von Anonymous-Bekennerschreiben: "Unsere Ideale sind jetzt Thema. Wir werden sie umsetzen. Ihr werdet sehen!". Ein Gag? Überaffirmative Subversion - in welche Richtung? Völlig daneben? Österreichs Netzkulturelle reiben sich verwundert die Augen.
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- Montag, 17.09.2012 – 12:57 Uhr
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- Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.

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