Netzwelt-Ticker: US-Überwachung, Adobe-Hack, Turing-Test

Von Carolin Neumann

Heute im Netzwelt-Ticker: Eine offizielle Statistik zeigt, wie sehr die Zahl der Telefonüberwachungen in den USA in den letzten Jahren gestiegen ist; Adobes Server wurde gehackt; eine Kongressabgeordnete kämpft für ein Recht auf Internetfreiheit.

Kommunikation und Sicherheit (Symbolbild): Meta-Informationen über Anrufe und E-Mails Zur Großansicht
Corbis

Kommunikation und Sicherheit (Symbolbild): Meta-Informationen über Anrufe und E-Mails

In den USA ist die Überwachung von Kommunikationsdaten in den letzten zwei Jahren stark angestiegen. Zwischen 2009 und 2011 zeigt eine von der Bürgerrechtsorganisation ACLU veröffentlichte Statistik eine Zunahme um 60 Prozent - bestimmte Maßnahmen wurden in diesem Zeitraum so häufig durchgeführt wie im gesamten Jahrzehnt zuvor nicht.

Dabei geht es nicht um eine inhaltliche Überwachung, sondern um Maßnahmen, die ausschließlich Meta-Informationen über einkommende und ausgehende Telefonanrufe sowie E-Mails aufzeichnen. "Ars Technica" erklärt, dass im Gegensatz zum tatsächlichen Abhören für diese Maßnahmen sehr viel leichter ein richterlicher Beschluss zu erhalten sei. Die ACLU hatte das Justizministerium auf Herausgabe der Informationen verklagt - auf Grundlage des in den Vereinigten Staaten geltenden Informationsfreiheitsgesetzes.

Unbekannte stehlen Adobe-Zertifikat für Malware

Adobe meldet zwei Fällevon Malware, die mit einem Zertifikat der Firma im Umlauf sind. Offenbar konnte sich jemand Zugang zu einem Server des Unternehmens beschaffen und so Schadprogramme mit einer Adobe-Signatur versehen. Adobe hat das entsprechende Zertifikat zurückgerufen.

Bot spielt sich bei Turing-Test zum Sieg

Programmiert, um Fehler zu machen: Gleich zwei künstliche Intelligenzenhaben in einem Gaming-Wettbewerb gewonnen und den sogenannten Turing-Test bestanden. Dabei geht es um die Frage, ob Menschen eine künstliche Intelligenz für einen Menschen halten. Die Gewinner-Bots schossen daneben und verhielten sich irrational, so dass sie mehr als die Hälfte der Zeit die Juroren Glauben machten, sie seien aus Fleisch und Blut.

US-Abgeordnete fordert Internetfreiheit per Gesetz

Allein in den letzten beiden Jahren haben US-Politiker zahlreiche Versuche unternommen, das Internet aus verschiedenen Gründen mehr zu regulieren. Eine Abgeordnete hat jetzt zwei Gesetzesentwürfe vorgestellt, die verhindern sollen, dass ähnlich restriktive Versuche erneut unternommen werden. Es geht ihr darum, "die Privatsphäre und Meinungsfreiheit von Internetnutzern zu schützen und Online-Innovationen sicherzustellen", ist auf der Website der Demokratin Zoe Lofgren zu lesen.

Lofgren gehörte nach eigenen Angaben zu den ersten, die sich gegen den umstrittenen Stop Online Piracy Act (Sopa) aussprach. Weltweite Proteste vor fast einem Jahr hatten dazu beigetragen, dass der umstrittene Plan ausgesetzt wurde, und machten zugleich auf ähnliche Vorhaben in Sachen Internetregulierung aufmerksam. Einer von Lofgrens Entwürfen, der Global Free Internet Act, sieht eine US-basierte Einheit aus Politikern und Experten aus der Privatwirtschaft vor. Sie sollen als eine Kontrollinstanz für diejenigen im Gesetzgebungsprozess fungieren, die Lofgrens Verständnis nach weniger kompetent sind in Sachen Internet sind.

Der andere Vorschlag, eine Erweiterung bereits vorhandenen Rechts zum Thema Überwachung, würde laut "CNet" einen richterlichen Beschluss erfordern, um auf Servern gespeicherte Daten von Bürgern zu durchsuchen; zuletzt war das in den USA in bestimmten Fällen ohne Durchsuchungsbefehl möglich.

Auch das noch:

  • Facebook sucht neue Wege, um Geld zu verdienen. Einer davon: Nutzer können andere nicht mehr nur virtuell beschenken, sondern ihnen zum Beispiel zum Geburtstag einenechten Teddybär zukommen lassen.
  • Microsoft scheint viel von Klout zu halten: Der Konzern integriert das Tool jetzt in Bing. Klout misst den Einfluss einer Person im Social Web.
  • Schon wieder ein Problem mit Java: Polnische Sicherheitsforscher haben eine weitere kritische Lücke entdeckt. Anfällig sind mehrere Versionen von Java SE auf Windows. Oracle arbeitet dran.

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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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