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Netzwelt-Ticker: Microsoft hat keine Lust mehr auf die CES

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Was sollen wir hier noch, hat sich Microsoft gedacht und den Rückzug von der Elektronikmesse CES beschlossen. Außerdem im Überblick: Die EU-Agentur Enisa warnt vor mangelndem Sicherheitsbewusstsein im Schifffahrtssektor, und Michel Gondry zeigt ein neues Sweded-Video.

Microsoft-Chef Steve Ballmer: CES nicht länger Bühne für ihn und seine Produkte Zur Großansicht
REUTERS

Microsoft-Chef Steve Ballmer: CES nicht länger Bühne für ihn und seine Produkte

Diese brüchige, zugleich energische Stimme, dieser verschlafen-aggressive Blick: Die Auftritte von Microsoft-Geschäftsführer Steve Ballmer als Hauptredner am Eröffnungstag gehören zur amerikanischen Consumer Electronics Show(CES) wie Neonlicht nach Las Vegas. Aber damit soll nun Schluss sein. Microsoft kündigt im Firmenblog an, sich mit der CES im Januar 2012 von der Messe zurückzuziehen und Produkte künftig lieber auf eigenen Veranstaltungen vorzustellen.

Microsofts Grund: Die Messe-Rhythmen stimmten einfach nicht mehr mit den Produktzyklen überein. Künftig wolle man die Messe als "großartigen Ort" nutzen, um den Kontakt mit Partnern und Kunden aus der PC-, Telefon- und Unterhaltungsindustrie zu pflegen.

Der CES-Veranstalter Consumer Electronics Association (CEA) nahm die Nachricht offenbar gefasst auf - in einem in freundschaftlichem Ton gehaltenen Blog-Eintrag erklärt der Verband, man sei "gemeinsam zum Schluss gekommen, diese tolle Zusammenarbeit zu beenden." Sowohl Microsofts prominenter Hauptredner- als auch Ausstellerplatz seien heiß begehrt.

Dass es zwischen Microsoft und CES kriselt, konnte man sich denken: Die letzten beiden wirklich großen Produktneuigkeiten - Windows 7 und Windows Phone 7 - stellte Microsoft im Herbst vor, die öffentliche Testversion von Windows 8 wird Redmond wohl auch frühestens im Februar, also nach der CES 2012, vorstellen. Zuletzt gab es Gerüchte, bei der CES 2012 würde womöglich eine neue Xbox präsentiert, doch auch das gilt mittlerweile als unwahrscheinlich.

Die CES gilt als eine der wichtigsten Verbrauchermessen der Unterhaltungsindustrie. 2011 verzeichnete sie 140.000 Besucher - die Cebit im gleichen Jahr zog fast 340.000 an, hat allerdings auch ein breiteres Themenspektrum.

EU-Agentur warnt: Schifffahrt ignoriert Cybergefahr

Die EU-Sicherheitsagentur Enisa hat einen Report über den Stand der Cyber-Sicherheit im Schifffahrtssektor vorgelegt. ITpro.co.uk fasst kompakt das traurige Ergebnis zusammen: "Die Europäische Schifffahrt hat praktisch keine Ahnung von Cyber-Sicherheit."

Und das, obwohl auf dem Wasserweg etwa 52 Prozent aller Waren (2010) in der EU transportiert wurden - sieben Prozentpunkte mehr als zehn Jahre zuvor. Umso mehr zöge auch Computertechnik (sogenannte ICT, Information Communication Technology) ein: bei der Navigation, dem Antrieb, dem Frachtmanagement und der Kommunikation. Eine Störung dieser Technik könnte erhebliche Transportschwierigkeiten bis hin zu wahren Katastrophen als Konsequenz haben. Zum Beispiel durch ein Sabotage-Virus wie Stuxnet.

Wir müssen etwas tun, lautet deswegen das Fazit des Enisa-Berichts: Als allererstes Aufmerksamkeit aufs Problem richten, die Cyber-Sicherheit im maritimen Sektor gesetzlich verankern und einen ganzheitlichen Schutzansatz verfolgen, um bekannte Gefahren auf ihr Gefährdungspotential für die Schifffahrt hin zu überprüfen.

Die verlorene Kunst des Swedens

Michel Gondry hat sich den Filmklassiker "Taxi Driver" vorgenommen und durch die Do-It-Yourself-Mangel gedreht. 2:42 Minuten Trash, Größe, viele Farben.

Was am Donnerstag sonst noch in der Netzwelt wichtig war

  • Die amerikanische Plattenfirmen-Vereinigung RIAA wehrt sich mit etwas fadenscheinigen Argumenten gegen die Vorwürfe, aus ihren Netzen heraus würden eifrig Torrent-Dateien heruntergeladen: "Das waren nicht wir, das war eine von uns mit der Betreuung der Website beauftragte Firma." Beim Torrentfreak-Blog schmunzelt man - und stellt eine peinliche Gegenfrage.
  • Wem Touchpad-Displays zu flach zum Tippen sind, dem könnte eine neue Noppenfolie helfen, die das wohlige Gefühl taktiler Unregelmäßigkeit, der Begrenztheit des Fingeraufschlags einer frisch gewienerten Tasten-Tastatur simulieren helfen soll.
  • Steht die virtuelle Cash-Währung Bitcoin vor einem Comeback? Der Bitcoin-Kurs feiert eine Auferstehung; der Aufschwung könnte laut Wired.com andere Cash-Anbieter gefährden.
  • Microsoft hat eine virtuelle Schneeballschlacht gegen Konkurrenten Google angezettelt. Ließ Google es bei einer geeigneten Suchanfrage quer über die Suchseite schneien, schneit es bei Microsoft jetzt auf einer eigenen Schnee-Seite - nur viel, viel schneller, zumindest im Internet Explorer.
  • Amazon versucht, mit einem Update einige der größten Probleme mit dem Kindle Fire aus dem Weg zu räumen, vor allem die Performance-Stolpersteine. Hat nicht wirklich geklappt, urteilt Wired.com.
  • 2011 war das Jahr der Hacktivisten, besagt ein Bericht des US-Internetanbieters Verizon - und liefert diese interessante Einsicht in das Geschäft eines Sicherheitsbeauftragten: Im Dezember habe eine Konzern-Sicherheitsabteilung ein Fünftel der Jahresbelastung zu tragen - weil viele Kunden erst dann ein Sicherheitsproblem feststellten. Beim weihnachtlichen Geschenkekauf mit der Notfall-Kreditkarte?

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Zum Autor
  • Felix Knoke schreibt von Berlin aus über elektronische Lebensaspekte und versucht sich vergeblich als Hitproduzent in seinem Wohnzimmerstudio.


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