Netzwelt-Ticker Microsoft verspricht Schnüffelschutz fürs Web

Die neue Version von Microsofts Internet Explorer soll Nutzer serienmäßig vor Spähangriffen auf ihr Surfverhalten schützen. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Datenschützer warnen vor neugierigen E-Book-Angeboten und ein US-Blog will ein Bild von Googles neuem Webangebot erhalten haben. 


Neues vom neunten Internet Explorer: Dessen Entwicklung steht vor der Vollendung, die Veröffentlichung des Release Candidate rückt näher. Eine der wichtigsten Neuerungen beim Microsoft-Browser ist ein verbesserter Schutz der Privatsphäre für den Surfer, wie Dean Hachamovitch, Corporate Vice President für den Internet Explorer bei Microsoft, im Firmenblog erklärte. Das Browser-Verhalten ist nämlich für eine ganze Reihe von Unternehmen von großem Interesse. Mit einer sogenannten Tracking Protection hat es der Surfer künftig selbst in der Hand, ob und welche Informationen er an welche Webseiten weitergeben möchte.

Auf einer Tracking Protection List (TPL) kann der Anwender Webseiten eintragen, die nur dann vom Browser aufgerufen werden, wenn deren Adressen angeklickt oder eingetippt werden.

Die Aktivierung der TPL ist freiwillig, die entsprechenden Webadressen muss der Nutzer selbst eintragen. Mit diesem Opt-in und der zu Beginn leeren TPL soll außerdem verhindert werden, dass ungewollt Inhalte von anderen Webseiten blockiert werden, was dann zu Funktionsstörungen führen könnte. Die Erstellung von TPL steht allen frei, Privatpersonen wie auch Unternehmen. Zusätzlich soll eine offene Plattform geschaffen werden, auf der Listen veröffentlicht werden können.

Neues von Google +1 aus Versehen enthüllt

So erfolgreich Google im allgemeinen agiert, im Bereich der Social Networks hat der Suchmaschinenspezialist bislang kein Bein auf die Erde bekommen. Trotzdem werkeln die Google-Entwickler an neuen Tools, mit denen die wunderbare Welt des Netzwerkens erschlossen werden soll.

Eines davon trägt - angeblich - den etwas kryptischen Namen "Google +1". Das US-Blog Techcrunch veröffentlicht einen Screenshot und behauptet, das Bild zeige den neuen Google-Dienst. Beim genaueren Hinsehen kann der Betrachter oben einen Button "share" erkennen und daneben knallrot "Confidential!", vertraulich. Die Person, die diese Seite mit anderen geteilt hat, sollte das also ganz offensichtlich nicht, wie "Techcrunch" süffisant anmerkt. Auf diese Veröffentlichung hin meldete sich auch Google bei dem Tech-Blog und teilte mit, es sei zwar bekannt, dass man dabei sei, "soziale Elemente" in Google einzufügen. Sonst aber gebe es nichts mitzuteilen.

Einkaufsführer für E-Book-Reader in Sachen Privatsphäre

Den wenigsten Nutzern von Kindle & Co. dürfte bewusst sein, wieviel die Anbieterunternehmen über ihre Kunden wissen. Das hat die Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation (EFF) bewogen, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft einen Einkaufsführer für E-Book-Reader herauszugeben.

Für die Auflistung der Angaben zum Datenschutz war keine Enttarnung von Firmengeheimnissen erforderlich, es mussten lediglich die AGB der Unternehmen auf die entsprechenden Angaben hin untersucht werden. In der EFF-Auflistung wird eine Reihe von Unternehmen daraufhin abgeklopft, wie sie es mit der Privatsphäre halten. Die Themen reichen von der Nachverfolgung von Buchsuchen und -Einkäufen über die Überwachung der jeweils aktuellen Lektüre bis hin zu der Frage, ob diese gesammelten Nutzerdaten noch Dritten zugänglich gemacht werden.

NASA verkauft PC mit geheimen Space-Shuttle-Daten

Auch Jahrzehnte nach der Einführung des Personal Computers hat noch längst nicht jeder PC-Besitzer von der Möglichkeit zum Datenlöschen gehört. Vor allem dann, wenn das Altgerät noch verkauft werden soll, empfiehlt es sich, potentiell vertrauliche bis peinliche Dokumente zu löschen.

Bei der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA scheint dieses Wissen nicht sonderlich weit verbreitet zu sein. So gelangten beim Kennedy Space Center in Florida 14 Computer in den Verkauf, bei denen vorherige Datenlöschungen versagt hatten. Mit der Folge, dass sich auf den Rechnern teilweise höchst vertrauliche Daten fanden. Dazu gehörten auch Informationen über das Space Shuttle. Womit nicht nur gegen ein Reihe von US-Gesetzen zur Exportbeschränkung verstoßen wurde, auch das Shuttle-Projekt selbst sei gefährdet worden, so ein interner NASA-Bericht (Pdf).

Doch der Schlampereien nicht genug. Zusätzlich wurde der Verlust von mehreren Laufwerken beklagt, auf denen sich ebenfalls heikle Informationen befunden haben sollen. Dass die meisten einige Zeit später in einem öffentlich zugänglichen Müllcontainer wiedergefunden wurden, konnte allerdings niemanden beruhigen.

Auch das noch:

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
mirkobrunner 08.12.2010
1. Wie soll das Clientseitig möglich sein?
Ich bin seit Jahren Developer für Software und Web-Applikationen. Schon das alte "private Borwsing" im IE war eine reine Mogelpackung. Als WebDev erfahre ich genauso viel Über den User wie ohne "private Browsing". Und anders wird es hier auch nicht realisiert sein. Also der Browser legt intern keine Chroniken an und speichert nichts ab. Es ist technisch auch kaum umsetzbar da der Server die Informationen an den richtigen User zurücksenden muss - und da ist der Hacken!!! Leute lasst euch nicht für dumm verkaufen. Anonym im Netz, ohne sehr großen Aufwand, ist nur schwer realisierbar. Proxy-Verbindungen lassen sich auch Tracken.. Beste Grüße aus Berlin Mirko
michaelXXLF 08.12.2010
2. Unglaubliche Features!
Thumbnails von häufig besuchten Seiten auf denen man ein FavIcon sieht, Wahnsinn! Suchen auf der Seite indem man Strg+f drückt oder 'winzigen Stern irgendwo oben rechts' plus Unterpunkt "auf der Seite suchen", meine Herren! Bei anderen Browsern langt / und dann lostippen, oder hat SpOn das nur nicht gefunden? Strg+F gab es schon zu Zeiten vom Win 3.11 ... Safari z.B. stellt die am meisten besuchten Seiten als Miniaturen der vollständigen Seite dar, so, wie sie aktuell im Netz steht. m
Pinguin63 08.12.2010
3. Widerspruch in sich
Zitat von sysopDie neue Version von Microsofts Internet Explorer soll Nutzer serienmäßig vor Spähangriffen auf ihr Surfverhalten schützen. Außerdem im Nachrichten-Überblick: Datenschützer warnen vor neugierigen E-Book-Angeboten und*ein*US-Blog will ein Bild von Googles neuem Webangebot erhalten haben.* http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,733516,00.html
Reiner Marketing Gag! Diese Aussage ist ein Widerspruch in sich!
tiefseetanker 08.12.2010
4. .
Zitat von mirkobrunnerIch bin seit Jahren Developer für Software und Web-Applikationen. Schon das alte "private Borwsing" im IE war eine reine Mogelpackung. Als WebDev erfahre ich genauso viel Über den User wie ohne "private Browsing". Und anders wird es hier auch nicht realisiert sein. Also der Browser legt intern keine Chroniken an und speichert nichts ab. Es ist technisch auch kaum umsetzbar da der Server die Informationen an den richtigen User zurücksenden muss - und da ist der Hacken!!! Leute lasst euch nicht für dumm verkaufen. Anonym im Netz, ohne sehr großen Aufwand, ist nur schwer realisierbar. Proxy-Verbindungen lassen sich auch Tracken.. Beste Grüße aus Berlin Mirko
Wer glaubt, dass er mit Private Browsing anonym ist, hat es nicht richtig verstanden. Es werden ja nur keine lokalen Dateien erstellt, bzw. sofort wieder gelöscht (Cache, Cookies..). Besserer Datenschutz im Browser ist aber trotzdem möglich. Es könnte zB. der Referer und Skripte von Drittseiten geblockt werden. Geht ja schon ganz gut mit einigen Firefox-Addons
jhartmann, 08.12.2010
5. .
Zitat von mirkobrunnerIch bin seit Jahren Developer für Software und Web-Applikationen. Schon das alte "private Borwsing" im IE war eine reine Mogelpackung. Als WebDev erfahre ich genauso viel Über den User wie ohne "private Browsing". Und anders wird es hier auch nicht realisiert sein. Also der Browser legt intern keine Chroniken an und speichert nichts ab. Es ist technisch auch kaum umsetzbar da der Server die Informationen an den richtigen User zurücksenden muss - und da ist der Hacken!!! Leute lasst euch nicht für dumm verkaufen. Anonym im Netz, ohne sehr großen Aufwand, ist nur schwer realisierbar. Proxy-Verbindungen lassen sich auch Tracken.. Beste Grüße aus Berlin Mirko
Wer InPrivate-Filterung mit InPrivate-Browsen verwechselt, sollte mal die Klappe nicht so weit aufreißen.
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