17. März 2010, 17:50 Uhr

Netzwelt-Ticker

Microsoft zeigt Auserwählten seinen neuen Browser

Von Richard Meusers

Schneller, schöner und so weiter: Microsoft zeigt Entwicklern die nächste Version des Internet Explorers - eine fixe Vorschau mit vielen Lücken. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Facebook wächst, und PayPal will Gebühren für Mini-Zahlungen senken.

Die neunte Version des Microsoft-Browsers Internet Explorer ist zum Greifen nah. Auf der hauseigenen Entwicklerveranstaltung MIX10 stellten die Redmonder die Internet Explorer 9 Platform Preview vor. Neu beim immer noch am weitestverbreiteten Browser ist eine Javascript-Engine, die mehrere Prozessorkerne unterstützt. Damit soll der Seitenaufbau deutlich beschleunigt werden. Auch HTML5 soll der neue Explorer zügig darstellen können.

Die neue HTML-Version mit ihren Multimediafunktionen ist bei anderen Browsern der neuesten Generation bereits Standard, Microsoft musste hier nachziehen. Interessierte Entwickler können sich die Plattform Preview übrigens auch zur eigenen Erkundung herunterladen. Heise.de findet, mit dieser frühen Veröffentlichung würde der Konzern, anders als früher, Mut zur Lücke beweisen, denn das Vorab-Release sei nicht mehr als eine "rudimentäre Demo". Die sei aber immerhin ziemlich beeindruckend.

Der neue IE mache richtig Tempo und habe bei einem Silverlight-Benchmark schon den Firefox hinter sich gelassen. Und Microsoft setzt auf die Weisheit der Masse. Alle zwei Monate sollen künftig neue Vorabversionen erscheinen, bei deren Entwicklung auch die Erfahrungen der Test-Community mehr als bislang einbezogen werden sollen.

Facebook kommt Google ein wenig näher

In den Vereinigten Staaten kommt Facebook den Google-Zugriffen immer näher: Laut Zahlen der Web-Analysten von Hitwise wuchsen die Facebook-Zugriffe im zurückliegenden Jahr um 185 Prozent, Google legte nur um neun Prozent zu. Allerdings zweifelt Paidcontent diese Zahlen zurecht an - schließlich wurde bei Google der Traffic der lokalisierten Seiten neben google.com nicht mitgezählt, und auch die über Browser-Suchformulare abgewickelten Suchanfragen fallen bei Hitwise raus.

PayPal wird billiger, Schub für Micropayment?

Eine der Hürden fürs einfache Bezahlen kleiner Summen im Internet ist das zumeist umständliche Procedere. Außerdem ist es oft auch noch teuer. Bisher galt das auch für die Ebay-Tochter PayPal, die gerade bei Kleinbeträgen einen hohen Anteil für sich behält. Von jeder Überweisung unter zehn Dollar kassiert PayPal fünf Cent plus fünf Prozent der Transfersumme. Zahlt ein Kunde einen Dollar, kommen davon nur 90 Cent beim Verkäufer an.

Damit soll nun Schluss sein. Wie "Businessweek" berichtet, will PayPal die Kosten für Überweisungen von unter zehn Dollar erheblich senken. Künftig sollen derartige Kleinzahlungen angesammelt werden und erst ab jeder zehnten oder 20. abgerechnet werden. PayPal-Chef Francesco Rovetta fasst es so zusammen: "Es geht darum, eine Ein-Dollar-Überweisung vom wirtschaftlichen Standpunkt für alle Beteiligten attraktiv zu machen."

Womit sich auch hierzulande fürs Micropayment ganz neue Perspektiven ergeben könnten. Der Absatz von Musikdateien, E-Books und selbst einzelner Online-Zeitungsartikel könnte künftig viel einfacher und schneller abgewickelt werden.

Spanisches Gericht sieht Tauschbörsen-Links nicht als Rechtsverletzung

Die Veröffentlichung von Torrent-Links, die möglicherweise auf geschütztes Material verweisen, stellt in Spanien keinen Bruch des Urheberrechts dar. Mit diesem Urteil hat ein Gericht eine Entscheidung der Vorinstanz bestätigte. Geklagt hatte der spanische Rechteverwerter SGAE, um die Betreiber der Torrent-Web-Seite Elrincondejesus an der weiteren Veröffentlichung von Torrent-Links zu hindern. Ein Link auf einen Inhalt sei nicht gleichbedeutend mit dem Inhalt selbst und müsse daher auch unterschiedlich bewertet werden, so die Richter.

Warum der iPad-Erfolg für Apple so wichtig ist

Im Moment steht Apple glänzend da, die Schlagzeilen und die Aufmerksamkeit der ergebenen Jüngergemeinde gehören Steve Jobs und seinem erfolgreichen Unternehmen, das derzeit Aktienhöchstkurse feiert. Die Gelegenheit, ein wenig am Ruhm zu kratzen. Mit Blick auf die Zahl der am ersten Wochenende vorbestellten iPads wirft TheStreet.com einen gar nicht so optimistischen Blick in die Zukunft. Am ersten Tag der Bestellmöglichkeit seien zwar direkt 120.000 Tablettrechner geordert worden, jedoch habe sich diese Zahl über das ganze restliche Wochenende nur um weitere 32.000 erhöht. Allerdings beinhaltet diese Zahl nicht die Vorbestellungen in Geschäften. Insgesamt halten Analysten Absatzzahlen von ein bis zwei Millionen Geräten für realistisch. Einen Flop könne sich Apple unter gar keinen Umständen leisten. Das iPhone komme langsam in die Jahre, und die Produktlinie vergleichsweise teurer Mac-Computer sei in Zeiten schwacher Wirtschaft schwerer zu verkaufen. Also müsse es das iPad reißen.

Google macht jetzt Landkarten-Reklame

Schon jetzt hat sich Google den Löwenanteil der Online-Werbeerlöse gesichert, doch das scheint noch nicht genug. Der hauseigene Landkartendienst Maps wird künftig ebenfalls als Reklamefläche herhalten und dem Konzern zusätzliche Einnahmen in die Kassen spülen. Immerhin wird die Seite fleißig benutzt und von vielen Surfern angesteuert. Grund genug, diese Aufmerksamkeit zu Geld zu machen. Den Anfang macht Australien, wie der "Sydney Morning Herald" meldet. Beim Heranzoomen sollen diverse Unternehmenslogos erscheinen. Dabei tauchen sie nicht wie beim Google-üblichen System nur in Verbindung zu entsprechend passenden Suchworten auf. Bei der Maps-Werbung wird das traditionelle Modell bevorzugt, dem Inserenten jeden Blick des Surfers auf sein Logo zu berechnen. Allerdings könne sich nicht jede Firma ins Werbesystem einkaufen. Um auf den Landkarten werben zu können, müssten sie schon "relevant" sein. Tante-Emma-Läden dürften also chancenlos sein.

Wenn sich das Konzept als erfolgreich herausstellen sollte, wird es auf den weltweiten Markt erweitert, teilte Google heute mit.

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