Netzwelt-Ticker: Microsoft zeigt mehr als 100 Filme im Kostenlos-Webkino

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"Blade", "Good Will Hunting", "American History X" - Microsoft hebt in Deutschland ein rein werbefinanziertes Webkino mit Filmen und ein paar Serien aus der Taufe. Außerdem: Spamaufkommen geht um drei Viertel zurück, Antivirenprogramm killt Flash und mehr im Überblick.

Microsoft macht den klassischen Online-Videotheken wie Maxdome Konkurrenz: Seit diesem Montag ist auf der deutschsprachigen Seite des Microsoft-Onlinedienstes MSN ein Streaming-Angebot mit mehr als 100 Kinofilmen, einigen Fernseh- und Zeichentrickserien abrufbar. Die Filme kann man sich - aktueller Flash-Player vorausgesetzt - einfach im Browser anschauen, auch im Vollbild.

"Blade": Einer von gut 100 Filmen in Microsofts neuem Kostenlos-Webkino

"Blade": Einer von gut 100 Filmen in Microsofts neuem Kostenlos-Webkino

Registrierung oder Bezahlung sind nicht erforderlich - Microsoft setzt auf Werbeeinnahmen. Ein Stream wird alle zehn Minuten für maximal 90 Sekunden mit Werbeclips garniert. Pro Stunde Filmlaufzeit sollen die Werbepausen nicht länger als zwölf Minuten dauern. Beim Test klappte das Streaming recht flüssig, die Bildqualität ist vergleichsweise ordentlich. Man kann per Kapitelübersicht zu einzelnen Filmszenen springen (bekommt aber dafür schneller wieder Werbung zu sehen) und in den einzelnen Kapitel vorspulen.

Zum Start lockt das Angebot mit Filmen wie "Good Will Hunting", "Delicatessen", "Time Bandits" und "Blade" - bleibt abzuwarten, ob das Angebot ausgebaut wird. Derzeit ist als Werbeclip meist nur eine arg pixelige Eigenwerbung für Microsofts Fußballsendung Ballfieber zu sehen.

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Spam um 75 Prozent zurückgegangen

Die Freunde des virtuellen Dosenfleischs sind seit letzter Woche auf strenge Diät gesetzt. Vergangenen Dienstag identifizierten Experten der "Washington Post" mit dem kalifornischen Webhoster McColo den zentralen Spam-Verteiler weltweit. Darüber hinaus soll auf den Servern auch kinderpornografisches Material gespeichert worden sein. In der Folge wurde die Internetanbindung des Anbieters gekappt, seither ist das weltweite Spamaufkommen um stolze 75 Prozent gesunken.

In der letzten Woche hatte es, Schätzungen von Experten folgend, zunächst geheißen, das Spam-Volumen werde durch die Abschaltung auf die Hälfte zurückgehen. In diesem Fall übertrifft das Resultat also anscheinend die euphorischen Erwartungen.

Antiviren-Programm hält Flash für Trojaner

Flash mauserte sich in den letzten Monaten zum beliebten neuen Einfallstor für Viren und Trojaner. Die Masche erwischte viele kalt: Während das beliebte "Ich puffere schon mal, gleich geht's los mit dem Film"-Symbol im Flash-Player kreiselte, luden perfide Netzbeschmutzer sonstwas auf den PC - und der Nutzer hatte nachher den Ärger.

Die IT-Sicherheitsfirmen brauchten ein paar Wochen, um da wieder aufzuholen. Dabei taten die Softwareentwickler von AVG wohl ein bisschen zuviel des Guten, denn das Antiviren-Programm des Unternehmens hält nach dem jüngsten Update Adobes Flash für einen Trojaner und fordert zur Löschung des vermeintlichen Schädlings auf. Mittlerweile soll das Problem wieder behoben sein. Schon zuvor hatte sich AVG den Spott der Webgemeinde zugezogen, als das Programm irrtümlich eine Windows-Systembibliothek bekämpfen wollte.

Bedienoberfläche: Wedeln wie Tom Cruise

2002 war es noch Science-Fiction, als Tom Cruise im Film "Minority Report" durch Wischen und Wedeln mit den Händen eine Mediawand dirigierte. Durch die Einführung von Touch-Screens hat diese Vision schon seit einiger Zeit in iPhones und Digital-Tischen Einzug gehalten. Nun haben Entwickler jedoch einen entscheidenden Schritt in die berührungslose Virtualität der Hologramme wie im filmischen Vorbild getan. Die US-Firma Oblong Industries stellte jetzt einen Datenhandschuh vor, der dem Träger erlaubt, nur durch Gesten und Bewegungen Bildausschnitte auf einer großen Bildwand zu vergrößern, zu drehen und zu verschieben. Die Ähnlichkeit zum Hollywood-Vorbild ist kein Zufall: Einer der Oblong-Gründer saß beim Filmdreh im Beraterteam.

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