Netzwelt-Ticker: Millionen Songs kostenlos und legal online

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Kostenloser Musik-Download und trotzdem keine Angst vorm Staatsanwalt, das offerieren deutsche Streaming- und Download-Portale. Der Internet-Explorer ist im Niedergang und Rupert Murdoch freut sich übers iPad. Das und mehr im Überblick.

Musikportal Simfy: Kostenlos und legal Musik via Internet hören Zur Großansicht

Musikportal Simfy: Kostenlos und legal Musik via Internet hören

Das wird die Freunde der Musik freuen: Mit Simfy.de bietet ein deutsches Portal seinen Nutzern Klanggenuss zum Nulltarif. Die einzige Hürde vor dem Zugriff auf mehrere Millionen Songs ist die Pflicht zur Registrierung. Die ist aber kostenlos, danach können Fans sofort loslegen und im Angebot des Streamingdienstes stöbern. Darin enthalten sind nach Angaben der Betreiber gut sechs Millionen lizensierte Titel, von denen zwei Millionen bereits verfügbar seien. Zum Programm steuern alle Major Labels Inhalte bei, Titel von EMI sind ebenso dabei wie von Universal Music und Sony Music. Bei Songs von Warner Music ist es allerdings mit der werbefinanzierten Gratiskultur vorbei, hier geht ohne einen Premium-Account, der mit zehn Euro im Monat zu Buche schlägt, gar nichts. Für die Bezahlpflicht werden aber auch ein paar Zückerchen gereicht, die Nutzer können Playlisten erstellen und diese mit Freunden teilen. iPhone- und Android-Handybesitzer sollen den Service sogar offline nutzen können.

Nachdem es vergleichbare internationale Angebote wie Spotify noch immer nicht direkt in Deutschland zu haben gibt, ist Simfy ein weiterer Versuch eines derartigen Musikportals im Lande. Schon vor einigen Tagen ging mit Freeload.de ein neues Gratis-Downloadmodell an die Öffentlichkeit. Das Portal stellt dabei legale Download-Links vor, die von den Labels und Musikern im Internet explizit freigegeben wurden. Aktuell gelistet sind Interpreten wie Revolverheld, Rihanna, Beyoncé, Smashing Pumpkins, Massive Attack und Franz Ferdinand. Allerdings ist das Titelverzeichnis noch recht schmal, zu Beginn umfasste es lediglich an die 100 Titel, jede Woche sollen aber weitere 50 dazukommen. Angenehm für die Nutzer ist dabei der Umstand, dass sie vor nerviger Reklame verschont bleiben, zumindest bislang. Das Finanzierungsmodell setzt auf Affiliate-Einnahmen, die zustande kommen, wenn der User über die Partner-Plattformen Konzerttickets oder CDs kauft.

Internet Explorer lässt weiter Federn im Browsermarkt

Das Imperium bröckelt. Anders lässt sich die Entwicklung der Marktanteile bei Internetbrowsern nicht zusammenfassen. Die Microsoft-Verantwortlichen mussten dieser Tage hinnehmen, dass der Anteil der Nutzer, die mit dem hauseigenen Internet Explorer durch Netz surfen, wohl erstmals seit 1995 unter die 60-Prozent-Marke gefallen ist. Besonders die jüngere Entwicklung ist dramatisch, wie die Auflistung von "DailyTech" zeigt. Noch 2005 kontrollierte Redmond 90 Prozent des Marktes, allein innerhalb der letzten zwei Jahre sank der IE-Anteil von noch knapp 76 Prozent auf den aktuellen Wert - die Zahlen stammen von Net Applications. Am Abstieg des Internet Explorers konnte auch die Veröffentlichung des IE8 im letzten Jahr nichts ändern. Als fester Zweitplatzierter hat sich dahinter der Firefox etabliert, jedoch scheinen die Zeiten des rasanten Wachstums vorbei zu sein. Der Marktanteil hat sich im vergangenen halben Jahr bei stabilen 24 bis 25 Prozent eingependelt. Lachender Dritter im Wettbewerb ist Google Chrome. Mit 6,73 Prozent Marktanteil konnte der Suchmaschinenbrowser allein im letzten Jahr seinen Zuspruch beinah verdreifachen, liegt aber immer noch weit hinter der Konkurrenz zurück. Weit abgeschlagen bleiben trotz leichten Zunahmen Apples Safari mit 4,72 Prozent und Opera mit 2,3 Prozent.

Bundesdatenschützer kritisiert Behörden-Geheimniskrämerei

Seit 2006 gilt in Deutschland das Informationsfreiheitsgesetz, damit haben die Bürger Anspruch auf Akteneinsicht in Behördenvorgänge. Egal, ob es um Entscheidungen des örtlichen Dorfschulzen geht oder das Bundeskanzleramt. Eigentlich. Denn nach wie vor mauern die Beamten in Verwaltungen und Ministerien massiv. Diese Geheimniskrämerei beklagt Bundesdatenschützer Peter Schaar und stellte fest: "Es bedarf offenbar noch erheblicher Anstrengung, ehe wir eine transparente Bundesverwaltung haben." Mit dem Verweis auf ein nicht näher umrissenes "Amtgeheimnis" wurden zum Beispiel Auskunftsersuche über die Nutzung des Dienstwagens der damaligen Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) abgelehnt. Der zweite Tätigkeitsbericht zur Informationsfreiheit enthielt auch die Zahl der Bürger, die sich hilfesuchend an den Bundesdatenschützer gewandt hatten. In den Jahren 2008 und 2009 waren das 248 und damit ungefähr so viele wie in den zwei Jahren davor. In immerhin in 40 Prozent der Fälle habe er die jeweiligen Behörden erweichen und dazu bringen können, gewünschte Informationen doch noch zugänglich zu machen.

Murdoch freut sich über 64.000 Nutzer der "WSJ"-iPad-App

Medienmogul Murdoch stellt ein Kassenhäuschen vor die Lektüre seines "Wall Street Journal". Große Hoffnungen setzt nicht nur er dabei in Apples iPad als vermeintliche Rettung des Zeitungswesens. Und verkündet Erfolg: Bereits nach dem ersten Monat gebe es 64.000 aktive Nutzer der "WSJ"-iPad-App. Allerdings fließt nicht bei allen Usern Geld. Die App selbst ist nämlich kostenlos, der volle Zugriff auf die Artikel der "WSJ"-Online-Ausgabe wird aber erst nach Zahlung einer Gebühr von 18 Dollar möglich. Es sei denn, der User ist bereits Abonnent der Zeitung, dann kann er sich über die App zum Nulltarif ins Artikelangebot einloggen. Das ist schon jetzt für Besucher der Zeitungswebsite nicht anders, einige Artikel sind kostenlos, der Rest nur für registrierte Nutzer erreichbar. Trotzdem beharrt Murdoch auf dem Erfolg seines Modells. "Anders als beim Kindle behalten wir 100 Prozent der Einnahmen vom iPad", erklärte er gegenüber "Paid Content".

Auch das noch:

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Wenig Auswahl
Dynander 05.05.2010
Also noch ist im Bereich elektronische Musik noch nicht soo viel da ...
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Zum Autor
Richard Meusers sitzt im Garten und sieht seinen Blumen beim Wachsen zu. Ansonsten hat er ein Auge auf Digitales und Mediales.


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