Netzwelt-Ticker MTV stellt South Park kostenlos ins Netz

Die South-Park-Macher bieten ihre durchgedrehte Comic-Show kostenlos im Netz an, der Blu-ray-Kopierschutz ist angeblich geknackt, Googles neue Suchfunktion stößt auf Lob und Kritik und die Jugend kombiniert Maus und Fernbedienung. Das und mehr im Nachrichtenüberblick.


MTV Networks löst sein Versprechen vom November ein und veröffentlicht fast alle Folgen der erfolgreichen Cartoon-Serie South Park kostenlos im Netz.

Chefkoch mit "South Park"-Bewohnern: Die deftigen Zoten sind nun kostenlos im Web zu sehen
REUTERS

Chefkoch mit "South Park"-Bewohnern: Die deftigen Zoten sind nun kostenlos im Web zu sehen

Der Deal hinter der Comic-Sensation: Der South-Park-Sender Comedy Central und die South-Park-Väter Trey Parker und Matt Stone eröffnen ein digitales Animationsstudio und teilen sich die damit erwirtschafteten Werbeeinkünfte. Für das nötige Tamtam sorgt die kostenlose Veröffentlichung der so erfolgreichen wie auch oft umstrittenen Show um die brachialen Kinder des Kaffs South Park.

Toll: Im Gegensatz zu anderen TV-Angeboten im Netz können South-Park-Folgen auch in Deutschland unter Southparkstudios.com/episodes abgerufen werden.

Blu-ray-Kopierschutz geknackt

Es sollte der letzte Schutzwall vor den Piratenhorden sein, die uneinnehmbare Festung. Aber der Softwarehersteller SlySoft behauptet in einem Forumseintrag, nach monatelanger Hackarbeit den Blu-ray-Kopierschutz BD+ geknackt zu haben. Mithilfe der neuesten Version der Kopiersoftware AnyDVD HD könnten nun Sicherheitskopien von geschützten Blu-ray-Discs angelegt werden - was in Deutschland illegal ist.

BD+ gilt als wichtiger Grund, warum sich viele Filmfirmen vom Blu-ray-Konkurrenten HD-DVD abgewendet haben. Dessen Kopierschutz AACS DRM (der zusätzlich auch bei Blu-ray eingesetzt wird) wurde schon vor Monaten von Hackern überwunden. Filme konnten daraufhin mit wenig Aufwand kopiert werden. Das sollte BD+ wenigstens fürs Blu-ray-Format verhindern. Zur Zertifizierung von BD+ im Juni 2007 hieß es noch: Dieser Schutz wird in zehn Jahren nicht geknackt. Das sollte vor allem so sichergestellt werden: Knacken Cracker den Kopierschutz, kann der Hersteller ihn einfach etwas verändern, die Cracker müssten dann von vorne anfangen. Kein Problem, meint SlySoft-Chef Peer van Heuen zu Ars Technica: Auch die Updates werden in kurzer Zeit geknackt. Van Heuen ist sich sicher, dass die Blu-ray-Produzenten dieses Spiel nicht allzu oft spielen können. Der Kopierschutz auf den CDs lässt sich nur verändern, wenn auch die Blu-ray-Player ein Update erfahren. Und das müsse der Verbraucher zahlen.

Googles neue Suchfunktion klaut

Google hatte mal wieder eine gute Idee: Wer nach einem bestimmten Unternehmen, einer Regierungsstelle oder Website sucht, bekommt nun zusätzlich zum Suchergebnis noch das Angebot, gleich innerhalb der entsprechenden Seite weiterzusuchen. Damit, so erklärt das Google-Blog, gehe man auf die unausgesprochenen Wünsche der Google-Nutzer ein. Die hätten bei Tests dieses Verhalten an den Tag gelegt - freilich nur mit Hausmachersuchmitteln: Klick und such und klick und such. Die neue "Suchen innerhalb einer Site"-Funktion teleportiere die User nun schnell ans Ziel - ohne dabei Planet Google zu verlassen.

Das mag dem Nutzer nützen, stößt manchen Unternehmen aber sauer auf. Denn solange der Surfer noch auf Google-Seiten ist, bekommt er auch Werbeanzeigen der Konkurrenz aufgetischt. Konkret: Wer die "Suche innerhalb der Site"-Funktion auf die Website von Fleisch-Franke anwendet, könnte dort auch GoogleAds von Wurst-Werner zu Gesicht bekommen. Außerdem verbaut Google damit möglicherweise auch Fleisch-Frankes Chancen auf eigene Werbeeinnahmen.

Jugend: Maus und Fernbedienung

Was machen die Lütten, wenn sie mal wieder vor dem Fernseher hängen? Surfen. Eine Studie von Grunwald Associates untersuchte den Medienkonsum von 1.277 Kindern und fand nur auf den ersten Blick Erstaunliches. 64 Prozent der Studienteilnehmer zwischen 9 und 17 Jahren haben immer eine Hand an der Maus, während die andere auf der Fernbedienung ruht. Dabei wollen sie sich gar nicht vom Fernseher ablenken - die Flimmerkiste bringt die Jugendlichen zum Beispiel durch interaktive Angebote erst ins Netz: Abstimmungen, Gewinnspiele, Soziale Netzwerke. In Deutschland hat sich das Prinzip bereits vor zehn Jahren die Fernsehsendung GIGA (damals NBC GIGA) unter den Nagel gerissen. Das Prinzip scheint logisch: Schau Fernsehen und unterhalte dich sofort mit deinen Freunden darüber.

Statt einen Tag später auf dem Schulhof, lieber gleich per Instant Messenger oder ein (anderes, digitales) Soziales Netzwerk. Knapp die Hälfte der von Grunwald befragten Multitasker gab an, die Aufmerksamkeit gleichmäßig aufzuteilen. Nur 11 Prozent ließen das Fernsehprogramm über den Internetkonsum dominieren. Was nun noch interessant zu wissen wäre: Wie sieht's eigentlich aus mit der Fernsehwerbung. Eigentlich wäre die Werbepause doch perfekt für den kleinen Messenger-Schnack zwischendurch. Die Fernsehwerbung damit noch weniger präsent im Zuschauerkopf als eh schon ...

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