Netzwelt-Ticker Musikdienst Grooveshark macht in Deutschland dicht

Der Streaming-Dienst Grooveshark macht in Deutschland zu - und gibt der Gema die Schuld. Außerdem im Überblick: Research in Motion geht es schlecht, trotzdem dementiert Samsung alle Übernahmegerüchte, mit "Angry Brides" gegen tödliche Hochzeitstradition in Indien.

Musikseite Grooveshark: Gema schuld am Aus in Deutschland?

Musikseite Grooveshark: Gema schuld am Aus in Deutschland?


Das ist wirklich eine Überraschung: Das Internetradio mit angeschlossener Online-Community namens Grooveshark schließt wegen "unverhältnismäßig hoher Betriebskosten" seine deutsche Web-Präsenz. Auf der Homepage des Anbieters erschien am Mittwoch eine kurze Mitteilung, die auch den angeblichen Grund nennt. Nutzer des Musik-Service werden gebeten, "eine höfliche Nachricht an die Gema zu schicken". Nicht nur in Deutschland befinden sich die Macher in Auseinandersetzungen mit Lizenzgebern. Die vier großen Labels EMI, Sony, Universal und Warner haben Grooveshark wegen nicht gezahlter Tantiemen und der unzureichenden Filterung illegaler Musiktitel verklagt.

Die Gema widerspricht Groovesharks Darstellung in einer eigenen Stellungnahme. Der Betreiber habe mit der Gema bislang nicht einmal Kontakt aufgenommen und weigere sich bislang, "den von ihm betrebenen Dienst überhaupt in irgendeiner Form zu vergüten". Die Gema verweist zudem darauf, dass auch Google und Apple Grooveshark bereits aus ihren jeweiligen App Stores verbannt hätten.

RIM möchte angeblich von Samsung gekauft werden

Dass es dem kanadischen Smartphone-Unternehmen Research in Motion (RIM) nicht besonders gutgeht, macht nicht zuletzt der seit einem Jahr beständig fallende Börsenkurs deutlich. Unternehmen in dieser Lage sind immer auch Übernahmekandidaten. So verwundert es kaum, dass Branchengerüchte kursieren, denen zufolge der koreanische Elektronik-Konzern Samsung an einem Kauf der Kanadier interessiert sei. Das berichtet das Blog Bgr, ohne jedoch die Quellen dieser Behauptung offenzulegen.

Die Gespräche würden zum jetzigen Zeitpunkt stocken, weil das RIM-Management viel zu hohe Erwartungen hinsichtlich des Verkaufspreises habe. Laut Branchen-Insidern sei eine derartige Übernahme für Samsung grundsätzlich sehr vorteilhaft. Denn die Koreaner besitzen "kein brauchbares High-End-Betriebssystem für Smartphones", zitiert Bloomberg einen Analysten. Die Nachricht hatte Folgen. Der Kurs der RIM-Aktie sprang um mehr als zehn Prozent nach oben. Vielleicht auch deshalb nun das Dementi Samsungs. Wie Reuters meldet, habe Samsung am Mittwoch erklärt, es gebe keinerlei Interesse an einer Übernahme von RIM. "Wir haben den Erwerb des Unternehmens nicht erwogen und sind nicht interessiert", so Samsung-Sprecher James Chung. Überdies sei sein Unternehmen in dieser Angelegenheit auch nicht von RIM angesprochen worden.

Britischer Provider Virgin Media kämpft mit landesweiten Ausfällen

Es sollte alles so schön werden. Virgin Media, einer der großen Internet-Provider in Großbritannien, wollte seinen Kunden eine Vergrößerung ihrer Bandbreite spendieren. Zumeist sollten die Surfer doppelt so schnell im Netz unterwegs sein können wie bisher, und das ohne einen Penny Mehrkosten. Doch wie Neowin berichtet, ist dieses Upgrade gehörig danebengegangen. Am Dienstagabend häuften sich die Beschwerden über Verbindungsausfälle des Anbieters. Besonders ärgerlich sei für Virgin-Media-Kunden gewesen, dass sie für mehr als eine Stunde auch nicht bei den Callcentern des Providers durchkamen. Statt dessen hätten sie den Hinweis bekommen, diese Telefonnummer sei nicht vergeben. Im weiteren Verlauf konnten die Virgin-Media-Techniker den Service wieder anlaufen lassen.

Indisches "Angry Brides"-Spiel gegen überkommene Hochzeitsbräuche

Bis zum heutigen Tage wird in Indien trotz seit 50 Jahren gesetzlich verkündeter Abschaffung die Tradition einer hohen Mitgift gepflegt, die Väter im Falle der Hochzeit ihrer Töchter herausrücken müssen. Gegen diesen überkommenen Brauch treten nun die "Angry Brides" an. Nicht zufällig nach dem Vorbild des populären "Angry Birds"-Spiel gestaltet, wehren sich hier zornige Bräute gegen habgierige Freier. In diesem Spiel werden allerdings keine Vögel geworfen, sondern allerlei Haushaltsgegenstände. Von Schuhen über Kochtöpfe und Tomaten bis zum Nudelholz ist alles dabei. Ziel ist es, den jeweiligen Bräutigam in spe - zur Wahl stehen ein Ingenieur, ein Arzt und ein Pilot - von seinen hohen Forderungen abzubringen. Bei jedem Treffer sinkt das Brautgeld.

Angeboten wird das ganze als Facebook-Spiel, die Macher kommen ironischerweise von einer indischen Heiratsvermittlung namens Shaadi.com. Mit dem Spiel soll auf den mit der Tradition häufig verbundenen Missbrauch hingewiesen werden. Frauen, deren Angehörige keine angemesse Mitgift aufbringen, werden bis heute oft gequält oder sogar getötet. Allein 2010 habe es deshalb 8000 Tote gegeben, so AFP.

Auch das noch:

  • Reuters mit eigenem YouTube-Kanal. Keine halben Sachen macht die amerikanische Nachrichtenagentur und eröffnet ihre YouTube-Dependance gleich mit zehn verschiedenen Nachrichtensendungen. Deren Programmschwerpunkte umfassen neben der nachrichtlichen Berichterstattung auch Analysen und Kommentare.
  • Die Geschichte der Erde als Facebook-Konversation. Damit lässt sich jeder noch so langweilige Geschichtsunterricht aufpeppen.

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breadbaker 18.01.2012
1. Komisch... WebApp streamt noch
Zitat von sysopDer Streaming-Dienst Grooveshark macht in Deutschland zu - und gibt der Gema die Schuld. Außerdem im Überblick: Research in Motion geht es schlecht, trotzdem dementiert Samsung alle Übernahmegerüchte, mit "Angry Brides" gegen tödliche Hochzeitstradition in Indien. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,809780,00.html
Habe gerade die für Mobile Geräte gedachte WebApp (grooveshark.com (http://html5.grooveshark.com/)) getestet - läuft auf dem Desktop und auf dem Mobiltelefon - und dass ohne den obligatorischen US VPN für Dienste, wie Hulu, Pandora, YouTube-GEMA-frei, etc. Muss wohl ein anderes Grooveshark sein!
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