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Netzwelt-Ticker: Nackte Nonnen und Massenklagen als Geschäftsmodell

Von Carolin Neumann

B-Movies haben wenig Zuschauer, finden aber genügend Raubkopierer für gewinnbringende Anwaltsschreiben: Einige kleine US-Filmstudios erproben Prozesse als Einnahmequelle. Außerdem im Nachrichtenüberblick: Ebay freut sich über iPad-Deals - und jede Menge Aprilscherze.

"Nude Nuns with Big Guns": 5862 Nutzer sollen Raubkopien des Films gesaugt haben Zur Großansicht

"Nude Nuns with Big Guns": 5862 Nutzer sollen Raubkopien des Films gesaugt haben

Schon mal von dem Film "Nude Nuns With Big Guns" gehört? Nackte Nonnen mit großen Knarren? Nun ja, muss man nicht kennen. Mit solchen Filmen verdient die Firmengruppe Camelot Distribution aus Los Angeles Geld. Eine Erlösquelle sind dabei Abmahnungen gegen Raubkopierer.

Das Magazin "Wired" hat recherchiert, dass Camelot bei einer am 7. März eingereichten Klage immer 5865 Internetnutzer angeht, die "Nude Nuns With Big Guns" als Raubkopie aus dem Netz geladen haben sollen. "Wired" rechnet vor, dass Camelot mit fast 900 Millionen Dollar Einnahmen rechnen kann - in dem sehr unwahrscheinlichen Fall, dass ein Gericht der Firma bei allen Klagen Recht gibt, immer die geforderten Summen zuspricht und die Beklagten diese zahlen.

"Wired" berichtet, dass vor allem im Bereich der Low-Budget- und Pornofilme die Einnahmen aus Copyright-Klagen wichtiger für die Produzenten werden.

Forscher beklagen Twitter-Vorgehen gegen WikiLeaks-Sympathisanten

Im WikiLeaks-Fall stellt sich ein Reihe von US-Informatikern auf die Seite der Aktivisten: Die laut "Wired"anerkannten Sicherheitsexperten argumentieren, dass die IP-Adresse zahlreiche sensible Informationen über eine Person verrate, etwa den Standort oder Bewegungsmuster, und deshalb schützenswerter sei als eine Telefonnummer. Es sei deshalb nicht rechtens, dass das Bundesgericht den Mikroblogging-Dienst anwies, IP-Adressen von WikiLeaks-Unterstützern offenzulegen. In ihrem Antrag fordern die Informatiker, das Justizministerium müsse schon einen Durchsuchungsbefehl beantragen, um an die Daten heranzukommen.

iPad 2 ist der Renner bei Ebay

Rund um den Globus lecken sich Apple-Jünger die Finger nach dem iPad 2. Das zeigt sehr schön eine von Ebay veröffentlichte Grafik der bisherigen Verkäufe. Die meisten Geräte bleiben demnach zwar in den USA, aber auch in Russland, Kanada sowie in europäischen und asiatischen Ländern ist der Bedarf groß. Und den Gesetzen des Marktes folgend treibt das die Preise in schwindelerregende Höhen: 200 Dollar mehr kann das iPad 2 auf dem Online-Marktplatz schon mal kosten, und für das mit 830 Dollar ohnehin schon teure Luxusmodel zahlen Fanboys offenbar bis zu 400 US-Dollar mehr.

Apple will wissen, wo wir sind. Immer.

Apropos iPad 2. Skurril aber wahr ist diese Fehlermeldung: Apples Videoschnittprogramm iMovie ist auf dem neuen iPad an die Ortungsfunktion gebunden. Wer seinem Gerät nicht verrät, wo er sich gerade aufhält, kann das Programm nicht benutzen. Eine Lösung gibt es für das Problem bislang nicht, auch hat sich Apple bislang nicht dazu geäußert.

Ich glaub', es hackt - Aprilscherze 2011

Kommen wir damit zu den tatsächlichen Aprilscherzen. Den am Rechner klebenden Warnzettel mit roter Schrift - "1. April!!!" - hätte sich die Autorin allerdings sparen können. Ob die Ankündigung, dass Facebook einen Premiumdienst einführt oder Social-Network-Konkurrenz von Google Friendships bekommt - die meisten Witze kommen zu offensichtlich daher, um gefährlich zu werden. Lustiger ist da schon, dass sich Google laut "TechCrunch" der Fairness halber selbst zur Contentfarm erklärt oder der Vatikan demnächst einen Apple Store bekommt.

"TechCrunch" versucht seine Leser gleich mehrfach zu foppen; dem Blog zufolge macht der Musikservice Spotify in Europa dicht, um endlich in den USA an den Start gehen zu können. Auch schön: Microsofts Antwort auf das iPad, die iPad-Extension zum Spiegeleierbraten oder diese neue Partnersuche, die auf die inneren Werte pfeift. Und Googlemail lässt sich künftig mit - reichlich albernen - Gesten bedienen.

Ein satirisches Glanzstück ist den Betreibern der Barcoo App mit einer Street-View-Persiflage gelungen. Und weil Humor immer dann am besten ist, wenn er einen wahren Kern hat, funktioniert auch dieser Gag über Studenten, die wegen ihrer Facebook-Aktivitäten nicht an der Uni angenommen werden, bestens. Wer Letzteres für bare Münze hält, möge den Link ganz unten im Text anklicken.

Und noch was: YouTube gratuliert sich anlässlich des 1. Aprils selbst zum 100. Geburtstag.

Das heute erschienene neue Album von David "The Hoff" Hasselhoff ist übrigens leider kein Aprilscherz. Wie der Musik-Streamingdienst Simfy es ankündigt, schon. Und jetzt guten Appetit.

Auch das noch:

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Zur Autorin
Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.


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