Netzwelt-Ticker: Billig-Chromebook, Filesharer-Studie, Gratis-W-Lan für Berlin

Von Carolin Neumann

Im Netzwelt-Ticker: Google und Samsung bringen ein günstigeres Chromebook auf den Markt; eine Studie lobt Kaufkraft von Filesharern; Berlin-Mitte bekommt ein eigenes Gratis-W-Lan; Apple muss sich in Anzeigen bei Samsung entschuldigen.

Das 249-Dollar-Chromebook: Wann es nach Deutschland kommt, ist noch unklar Zur Großansicht
AP/ Google

Das 249-Dollar-Chromebook: Wann es nach Deutschland kommt, ist noch unklar

Google hat eine neue, günstigere Variante seines Chromebooks vorgestellt. Ausgestattet mit dem hauseigenen Betriebssystem Chrome OS und - wie seine Vorgänger - als Notebook für die Cloud gedacht, führt das neue Samsung-Modell erstmals einen energieeffizienteren ARM-Chip. Sechseinhalb Stunden Laufzeit soll der Computer so bekommen, das Hochfahren dauert nach Herstellerangaben weniger als zehn Sekunden.

Zwei Jahre lang bekommen Käufer außerdem 100 Gigabyte Speicherplatz bei Googles Cloud-Service Drive obendrauf. Vorerst ist das Modell allerdings nur in den USA und im Vereinigten Königreich erhältlich, für 249 Dollar bzw. 229 Pfund. Damit ist es noch mal günstiger als die letzten Modelle nach einer deutlichen Preissenkung es waren. Laut Stefan Keuchel von Google Deutschland plant das Unternehmen, das neue Chromebook auch in andere Märkte zu bringen. Ob und wann es hierzulande zu kaufen sein wird, ist noch nicht klar.

Illegale Filesharer sind gleichzeitig zahlungsfreudige legale Kunden

Filesharer, die Retter der Unterhaltungsbranche? Trotz ihrer laschen Einstellung zum Gesetz, so das Ergebnis einer Studie der Universität von Amsterdam (PDF auf Holländisch), investiert ein deutlicher Teil von ihnen auch in legale Musik, Spiele oder Filme. Bei "TorrentFreak" finden sich Auszüge aus der Befragung von mehr als 2000 Menschen ab 14 Jahren. Unter anderem ist dort zu lesen, dass diejenigen Niederländer, die Filme aus unrechtmäßigen Quellen herunterladen, im Untersuchungszeitraum eher ins Kino gingen als Nicht-Downloader. Gleiches gilt für den legalen Download oder den Kauf physischer Kopien von CDs, DVDs oder Spielen im Vergleich zum illegalen Download.

Diese Ergebnisse sind allerdings kein Freifahrtschein für illegalen Medienkonsum. Selbst das Filesharer-nahe Blog "TorrentFreak" kommt zu dem Schluss, dass die Verbindung zwischen illegalem und legalem Konsum eher nicht korrelativ sei. Vielmehr, das sagt auch Joost Poort, einer der niederländischen Forscher, seien Filesharer tendenziell Heavy User, würden also ohnehin mehr Musik, Serien oder Filme konsumieren als der Durchschnittsbürger. "Unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass diese Leute alle Kanäle besonders intensiv nutzen, sowohl legale als auch illegale", wird Poort zitiert.

Berlin Mitte jetzt mit Gratis-W-LAN

Ab diesem Freitag können Internetnutzer an ausgewählten Orten in Berlin mit ihren Smartphones und Tablet-Computern kostenlos im Internet surfen. "Public Wifi Berlin" heißt das Pilotprojekt, das Kabel Deutschland mit Unterstützung der Medienanstalt Berlin-Brandenburg startet. Zunächst nur im Bezirk Mitte können Nutzer im Umkreis der Hotspots bis zu 30 Minuten täglich surfen. Dafür müssen sie nur die Nutzungsbedingungen bestätigt haben, der Internetzugang ist kostenlos.

can/dpa

Apple muss sich öffentlich bei Samsung entschuldigen

Nun also doch: Apple muss sich öffentlich bei Samsung dafür entschuldigen, das Galaxy Tab als Plagiat des iPad bezeichnet zu haben. So stand es im Sommer im Urteil zu einem der Prozesse, mit denen Apple die Geräte der Konkurrenz verbieten lassen will. Der Konzern hatte noch versucht, die Entscheidung anzufechten und damit die Schmach abzuwenden, doch das Gericht entschied jetzt: Es bleibt bei der Anordnung. Nun muss Apple auf seiner eigenen Seite und in diversen Publikationen Anzeigen schalten, aus denen hervorgeht, dass Samsung nicht kopiert hat.

Auch das noch:

  • Die amerikanische "Wired" hat exklusiv mit Internetunternehmer Kim Dotcom über sein neuestes Projekt gesprochen: den Megaupload-Nachfolger Mega. Der soll auf Wegen der Verschlüsselung eine Haftbarkeit ausschließen und so die Nutzer beruhigen, vor allem aber wohl den Macher und seine Handlanger vor Strafverfolgung schützen.

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insgesamt 3 Beiträge
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1. oft kopiert - doch nie erreicht
Powerfee60 21.10.2012
wem es denn wohl ähnlich sieht?? Was es denn wohl suggerieren soll. Und dennoch bleibts dabei: oft kopiert und nie erreicht. Ich bleib dann lieber beim Original
2. eine Entschuldigung kann man auch Werbewirksam einsetzen
Powerfee60 21.10.2012
mit den richtigen Marketingleuten kann Apple, wenn sie es denn verstehen, die Entschuldigung in einen Flop für Samsung wandeln. Mögen die Marketingleute eine gute Hand haben.
3. Satire!
buenosdiers 22.11.2012
ich benutze das chromebook hier in GB und muss diesen Kommentar allerdings auf meinem HP schreiben, weil das chromebook die Spiegel webseite nicht öffnen kann. Was nicht an den typischerweise mit Werbung zugemüllten Seiten beim Spiegel liegen kann. Das OS ist einfach schlecht. Chrome allein kann Spiegel webseite auf meinem HP öffnen.
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  • Carolin Neumann berichtet und bloggt aus Hamburg über die Zukunft der Medien. Nebenbei schaut sie viel zu viele Serien.

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